Mehr Personal Osnabrücker Ordnungsaußendienst in neuen Uniformen vermehrt auf Streife

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Sehen ein bisschen aus wie amerikanische Cops, tragen aber keine Waffen: Die Mitarbeiter des Ordnungsaußendienstes sind in neuen Uniformen im Stadtgebiet unterwegs. Foto: Stadt Osnabrück/Simon VonsteinSehen ein bisschen aus wie amerikanische Cops, tragen aber keine Waffen: Die Mitarbeiter des Ordnungsaußendienstes sind in neuen Uniformen im Stadtgebiet unterwegs. Foto: Stadt Osnabrück/Simon Vonstein

Osnabrück Und Kleider machen wirklich Leute: Seit die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsaußendienstes mit Uniformen auf Streife gehen, die denen der Polizei ähneln, würden sie anders wahrgenommen und besser akzeptiert, sagt Osnabrücks Ordnungsamtsleiter Jürgen Wiethäuper. Personell wird kräftig aufgestockt.

Nach den ersten 100 Tagen mit 13 statt bislang neun Mitarbeitern und im neuen Outfit hat die Stadt eine Pressemitteilung verschickt, in der sie ein positives Zwischenfazit zieht.

Mehr als eine halbe Million Euro jährlich kostet die personelle Aufstockung des Teams. Vor einem Jahr hatte der Osnabrücker Rat der Erhöhung der Stellenzahl zugestimmt. „Andere Kommunen sind diesen Schritt früher gegangen“, so Wiethäuper. Fünf weitere Mitarbeiter kommen bis 2020 hinzu.

Kein „OS-Team“ mehr

Sie tragen nicht länger die Aufschrift „OS-Team“ auf den Uniformen, sondern „Ordnungsbehörde“. Das OS-Team – bei den meisten Osnabrückern wohl am meisten bekannt fürs Knöllchenverteilen – gibt es weiterhin: Bei diesen Mitarbeitern (von 18 Stellen sind zurzeit 16 besetzt) handelt es sich um den Verkehrsaußendienst.

Anlass für die personelle Verstärkung im Ordnungsaußendienst war, dass die niedersächsische Polizei sich in den vergangenen Jahren aus den Bereichen zurückgezogen hat, für die laut Gesetz originär die Kommunen zuständig sind: Was sich im Gesetz „allgemeine Gefahrenabwehr“ nennt, reicht von Beschwerden über Trinkgelage auf Spielplätzen bis hin zu Ruhestörung. Früher sah in solchen Fällen in der Regel die Polizei nach dem Rechten, jetzt muss der Ordnungsaußendienst der Stadt ran. „Der Rückzug der Polizei auf ihre Kernaufgaben und zunehmende Ordnungsstörungen wie Alkohol- und Drogenkonsum, Verwahrlosungen von Straßen und Plätzen durch unrechtmäßiges Plakatieren und Verschmutzungen beeinträchtigen das Sicherheitsempfinden in Osnabrück erheblich“, sagt der zuständige Fachdienstleiter Jürgen Wiethäuper. In jüngster Zeit sind außerdem Aufgaben hinzugekommen, etwa Kontrollen nach dem neuen Prostituiertenschutzgesetz.

Zweier-Streifen

Jetzt sind die Mitarbeiter verstärkt als Zweier-Streifen unterwegs, nicht nur im Innenstadtbereich, sondern auch in weiter außen gelegenen Stadtteilen. Bis auf das Tragen von Waffen hätten die Mitarbeiter dieselben Befugnisse wie die Polizei, so Wiethäuper. Mit Handschellen sind sie ausgerüstet.

„Wir sind keine Rambo-Truppe“, betont der Ordnungsamtsleiter. Vorrangige Aufgabe der Mitarbeiter sei die Prävention. „Ein bisschen Sozialarbeiter schwingt auch mit“, so Wiethäuper. „Wir betrachten jeden als individuellen Menschen, der ein Recht hat auf Akzeptanz.“ Immerhin waren seine Kollegen zuletzt auch häufig mit der Alkohol- und Drogenszene in Kontakt, die vom Salzmarkt an den Raiffeisenplatz und aktuell an den Willy-Brandt-Platz gezogen ist. Wiethäuper: „Wir wollen Situationen verbessern.“ Von der Ausbildung seien alle Verwaltungsfachangestellte, bei denen das Prinzip „Learning by Doing“ gelte, ergänzt durch Weiterbildungen. In der Regel sind die Mitarbeiter von 7 bis 23 Uhr auf Streife, so Wiethäuper – die übrigen Zeiten deckt die Polizei ab.

Zusammenarbeit mit der Polizei

Beide Behörden arbeiten nach eigenen Angaben gut zusammen. „Oft ist es so, dass Leute bei uns anrufen und wir das dann an die Stadt weitergeben“, erläutert Polizei-Sprecher Frank Oevermann. Diese Zusammenarbeit habe immer schon bestanden, doch dass der Ordnungsaußendienst nun verstärkt draußen unterwegs sei, sei für die Polizei eine verbesserte Situation, so Oevermann.

Beschwerden können Bürger über die Hotline 0541/800-800 auch direkt beim Ordnungsamt loswerden.


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