Schwerpunkt Phosphor-Kreislauf Gutes Jahr 2017: Umweltstiftung verdient 123 Millionen Euro

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Archivfoto: David EbenerArchivfoto: David Ebener

Osnabrück. Die Bundesumweltstiftung in Osnabrück hat 2017 trotz niedriger Zinsen und steigender Inflation mit 123,5 Millionen Euro den zweithöchsten Ertrag der vergangenen zehn Jahre erwirtschaftet. 51,4 Millionen Euro flossen in die Förderung von Umweltprojekten.

Das Stiftungskapital der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) erhöht sich damit von 2,19 Milliarden Euro (2016) auf  2,24 Milliarden Euro, wie DBU-Finanzchef Michael Dittrich während der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Osnabrück sagte. Der Kapitalerhalt der Stiftung sei damit gewährleistet, so Dittrich. 1991 war die Stiftung mit einem Kapitalstock von 1,3 Milliarden Euro an den Start gegangen. Seither sind nach DBU-Angaben 1,7 Milliarden Euro in mehr als 9600 Umweltprojekte investiert worden.

Im vergangenen Jahr förderte die Stiftung 207 Projekte mit insgesamt 51,4 Millionen Euro. Das waren rund 300.000 Euro mehr als im Vorjahr. 2018 stehen nach Angaben des DBU-Finanzchefs 55 Millionen Euro zur Ausschüttung zur Verfügung. Der Ertrag von 123,4 Millionen ist der zweithöchste seit der großen Finanzkrise 2008. Nur 2014 erreichte die DBU mit 134 Millionen Euro ein noch besseres Ergebnis. 

Niedrige Zinsen, steigende Inflation

Trotz des "Giftcocktails", der sich an den Kapitalmärkten zusammenbraue, habe die Umweltstiftung ihr Kapital und ihre Fördermittel erhöhen können, betonte Dittrich. Der Mix aus "extrem niedrigen Zinsen, seitwärts treiben oder sinkenden Aktienkursen und einer anziehenden Inflation" mache allen Kapitalanlegern schwer zu schaffen. Umso mehr sei das Ergebnis "sehr bemerkenswert", so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Er geht davon aus, dass die Umweltstiftung das Förderniveau in den kommenden fünf Jahren wird halten können. 

Ein Viertel des Kapitals steckt in Unternehmensanleihen, ein weiteres Viertel in Aktien. Die florierende Wirtschaft und steigenden Aktienkurse mit hohen Dividenden hätten die Rediterückgänge bei den Staatsanleihen überkompensiert, so Dittrich. Die Umweltstiftung hat ihr Kapital breit gestreut. Das war in der Anfangsphase anders: In den Neunzigerjahren steckte nahezu das gesamte Vermögen in Staatsanleihen, die heute wegen der Negativzinsen und anziehenden Inflation Vermögen verzehren.

Phosphor-Kreislauf

Ein Förderschwerpunkt war 2017 der Phosphor-Kreislauf. Der Stoff ist als Düngemittel unverzichtbar. Aber: Der Abbau hinterlässt in den Fördergebieten gravierende Umweltschäden und belastet in den Industriestaaten Böden und Gewässer.  „Wir brauchen neue Methoden, mit denen wir ohne große Mengen an Chemikalien und Energie etwa Klärschlamm und Gülle so aufbereiten, dass wir dem darin enthaltenen Phosphor ein zweites Leben schenken und den Phosphor-Kreislauf schließen", sagte DBU-Generalsekretär Bonde.

"Phosphor kann nicht durch andere Stoffe ersetzt werden", so Projektleiter Max Hempel. Phosphor wird vor allem in Nordafrika und den arabischen Staaten. Der Bestand reiche noch Jahrhunderte, so Hempel. Das Problem sei, dass immer tiefer gegraben werden müsse und der Rohstoff vermehrt durch umweltschädigende Stoffe kontaminiert sei. Die Umweltstiftung fördert deshalb Projekte zur Rückgewinnung des Phosphors aus Klärschlamm, Gülle oder Hühnermist. So erhielt eine Firma in Weimar 118.000 Euro für den Bau einer Anlage, die aus der Asche von Klärschlamm Hochleistungsdünger herstellt. Die Fachhochschule Münster arbeitet an einem Verfahren zur Trocknung von "Wirtschaftsdüngern" – das sind im Klartest tierische Exkremente –, um sie transportfähig zu machen. Ein Ziel sei es, so Hempel, aus dem zurückgewonnenen Phosphor umweltfreundlichen Dünger herzustellen, der die Kriterien des ökologischen Landbaus erfülle. 



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN