NWL bestätigt Verbesserungen Teutoburger-Wald-Netz: Eurobahn findet Weg aus der Krise

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Die Eurobahn bringt im Teutoburger-Wald-Netz inzwischen deutlich bessere Leistungen als in den Monaten nach dem Betriebsstart. Foto: Sebastian StrickerDie Eurobahn bringt im Teutoburger-Wald-Netz inzwischen deutlich bessere Leistungen als in den Monaten nach dem Betriebsstart. Foto: Sebastian Stricker

Osnabrück. Nach einem Katastrophen-Start der Eurobahn samt Abmahnung scheint die Krise im Teutoburger-Wald-Netz so gut wie überwunden. Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sieht Verbesserungen in allen Bereichen. Sogar der neue Holland-Zug von Bielefeld über Osnabrück nach Hengelo rollt inzwischen zuverlässig.

Die Verbindung in die 80.000-Einwohner-Stadt der Provinz Overijssel hätte eigentlich schon im Januar stehen sollen. Für den grenzüberschreitenden Verkehr hatte die Eurobahn eigens acht neue Elektrotriebwagen (Typ Stadler Flirt 3) angeschafft. Bis vor Kurzem gelang es einigen dieser Züge jedoch nicht, am Bahnhof Bad Bentheim störungsfrei zwischen deutscher Wechselspannung und der niedrigeren Gleichstromspannung des niederländischen Bahnstromnetzes umzuschalten. Verspätungen, Ausfälle und Kapazitätsverluste auch auf anderen Linien im Teutoburger-Wald-Netz waren die Folge.

Alle Neufahrzeuge im Einsatz

Mittlerweile scheinen die technischen Probleme behoben. Wie Eurobahn-Mutterkonzern Keolis Deutschland auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, sind seit Ende Mai alle acht Neufahrzeuge auf der Linie RB 61 (Bielefeld–Hengelo) im Einsatz. "Seit Mitte Juni haben wir einen stabilen Zustand und Betrieb." 

Das Teutoburger-Wald-Netz umfasst fünf Linien: RB61 „Wiehengebirgsbahn“ (Bielefeld–Osnabrück–Hengelo), RB65 „Ems-Bahn“ (Münster–Rheine), RB66 „Teuto-Bahn“ (Osnabrück–Münster), RB72 „Ostwestfalen-Bahn“ (Herford–Paderborn) und RE78 „Porta-Express“ (Bielefeld–Minden–Nienburg). Grafik: NOZ/Langer

Bedarf an Lokführern gedeckt

Auch im Führerstand habe die Eurobahn nachgebessert. An Lokführern mangelt es angeblich nicht mehr so stark, dass es den Betrieb nachhaltig beeinträchtigt. "Für das Teutoburger-Wald-Netz ist der Personalbedarf gedeckt", sagte Sprecherin Nicole Pizzuti, schränkte jedoch zugleich ein: "Leider können wir auch künftig nicht ausschließen, dass etwa im Fall einer Grippewelle der Einsatzplan stabil gehalten werden kann. Bei manchen Ereignissen sind uns die Hände gebunden."

"Seit Mitte Juni haben wir einen stabilen Zustand und Betrieb."Eurobahn-Sprecherin Nicole Pizzuti

Gebrauchte Züge im neuen Look

Kurz vor dem Abschluss stehe die Umgestaltung der alten, von Ex-Netzbetreiber Westfalenbahn übernommenen Elektrotriebwagen (Typ Stadler Flirt). Ab Ende August sollen alle 19 Gebrauchtfahrzeuge im neuen Look erscheinen. Bislang seien zwölf Dreiteiler und drei Fünfteiler modernisiert worden. Innen erhalten die Wagen unter anderem neue Tische, Polster und Kopfstützen sowie Videodisplays zur besseren Fahrgastinformation, außen gibt es einen frischen Anstrich in den Farben Weiß, Grau und Mint. 

Die neuen Mehrsystem-Elektrotriebwagen der Eurobahn fahren mittlerweile zuverlässig. Foto: Eurobahn/Christian Köster

Auftraggeber bestätigen Aufwärtstrend

Zehn Monate nach dem Betreiberwechsel im Teutoburger-Wald-Netz sehen die Auftraggeber die Eurobahn weiter im Aufwärtstrend. "Es gibt messbare und sichtbare Verbesserungen in allen Bereichen", stellte der Sprecher von Nahverkehr Westfalen-Lippe, Uli Beele, fest. Nur noch gut ein Prozent aller Zugausfälle seien durch Keolis Deutschland selbst verschuldet. Zum schlimmsten Zeitpunkt der Krise, die eine Abmahnung des Unternehmens im Februar nach sich gezogen hatte, sei der Anteil "deutlich höher" gewesen. Zur Einordnung: Um den 15-Jahres-Vertrag mit dem Ableger einer französischen Staatsbahn-Tochter vorzeitig wegen Nichterfüllung kündigen zu können, müsse die Ausfallquote laut Beele mindestens 20 Prozent betragen. "Davon waren wir aber immer weit entfernt."

Betreiber bleibt nur wenig Zeit

Gleichwohl wolle der NWL wie auch seine beiden Partner Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Provinz Overijssel die Zügel vorerst nicht locker lassen. "Die Eurobahn bleibt unter Beobachtung", betonte Beele. Dafür sei "die Verärgerung zu groß und zu lange" gewesen. Sollte der "einstige Musterknabe in Sachen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit" nicht vollständig zu früherer Stärke zurückfinden, seien weitere Forderungen und Sanktionen denkbar. Zeit dafür hat Keolis Deutschland nur noch bis zum 4. Oktober: Dann findet die nächsten NWL-Verbandsversammlung statt, wo die Situation im Teutoburger-Wald-Netz noch einmal vollständig beleuchtet und neu beurteilt werden soll. 


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