20 Jahre Nussbaum-Haus Archäologen zu Gast im Libeskind-Bau Osnabrück

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Osnabrück. Mit einer In- und Outdoor-Ausstellung der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück zur historischen Brücke am Nussbaum-Haus und ihrer Wiederentdeckung ist am Montag die Reihe „20 Jahre – 20 Tage Freunde zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus“ gestartet. Das Museum feiert mit der Reihe bis Anfang August bei freiem Eintritt seinen 20. Geburtstag.

Heutzutage rauschen Autos über die Kreuzung von Heger-Tor-Wall und Lotter Straße. Dass in früheren Jahrhunderten an dieser Stelle eine Wehranlage stand, ist nicht zu erkennen. Doch es gibt ein Relikt dieser vergangenen Tage: die historische Bogenbrücke am Felix-Nussbaum-Haus.

Die Brücke wurde 1996 beim Bau des Nussbaum-Hauses entdeckt. Bei der Verlegung einer Fernwärmeleitung vom Westerberg zum entstehenden Museum stießen die Arbeiter auf altes Mauerwerk. Archäologen legten das alte Mauerwerk frei.

„Niemand hat gewusst, dass es die Brücke noch gibt“, erklärt Axel Friedrichs, Leiter der Stadt- und Kreisarchäologie, den Besuchern im Nussbaum-Haus. Bis zur Entdeckung der Brücke sei davon ausgegangen worden, dass die Anlage 1815 abgerissen worden war. Einen Hinweis auf die historische Brücke gab es allerdings schon vor dem Bau des Nussbaum-Hauses: Eine Wand der Brücke war Teil des Kellers im Akzisehaus gewesen. Doch außer dem Hausmeister scheint das kaum jemandem aufgefallen zu sein.

„Historischer Zufall“ für Libeskind

Für Daniel Libeskind bedeutete die Entdeckung, dass er seinen Plan für das Nussbaum-Haus ändern musste. Das fand er nicht dramatisch. So hatte Libeskind am Sonntag bei seinem Besuch im Nussbaum-Haus von einem „historischen Zufall“ gesprochen, da er selbst vor dem Eingang des Museums eine Brücke geplant hatte.

An ihrem Tag im Nussbaum-Haus haben die Mitarbeiter der Stadt- und Kreisarchäologie eine Ausstellung in der Glasbrücke des Nussbaum-Hauses aufgebaut, die von der Geschichte der Bogenbrücke und ihrer Wiederentdeckung erzählt. So steht dort ein Modell von dem alten Ravelin, wie Befestigungsanlagen mit einem spitzdreieckigen Winkel heißen. Die Ausstellung werde in den kommenden drei Wochen im Nussbaum-Haus bleiben und sei so auch weiteren Besuchern von „20 Jahre – 20 Tage“ zugänglich sein, so Axel Friedrichs.

Ausstellung bleibt während „20 Jahre – 20 Tage“

Die Besucher des ersten Jubiläumstages wurden außerdem an sechs weitere Outdoor-Stationen geführt, wo sie dank Schautafeln nachvollziehen konnte, wie es einst rund ums Museumsquartier ausgesehen hat. So lag die Spitze des Ravelins etwa dort, wo heute eine Apotheke an der Ecke von Lotter Straße und Bergstraße steht. Auch auf dem Heger Tor und an seinem Eingang gab es Infotafeln darüber, wie es an diesen Stellen einst ausgesehen hat.

Selten gebe es die Chance, auf einer Ausgrabungsstelle eine Ausstellung zu zeigen, freute sich Axel Friedrich über die Möglichkeit, die Ausstellung zu zeigen. Außerdem sei die Brücke 22 Jahre nach ihrer Wiederentdeckung wieder in Vergessenheit geraten. Viele Leute, die inzwischen in die Stadt gezogen sind, kennen ihre Geschichte nicht.


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