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Linie X150 zu unrentabel Entscheider verteidigen Aus für Osnabrücker FMO-Shuttlebus

Von Sebastian Stricker und Jean-Charles Fays

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Wird nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück zu wenig genutzt: die Shuttlebus-Linie X150 zum Flughafen Münster/Osnabrück (FMO). Foto: Sebastian StrickerWird nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück zu wenig genutzt: die Shuttlebus-Linie X150 zum Flughafen Münster/Osnabrück (FMO). Foto: Sebastian Stricker

Osnabrück. An der Abschaffung des Shuttlebusses X150 von Osnabrück zum Flughafen Münster/Osnabrück (FMO) führt nach Ansicht des Verkehrsbetriebs kein Weg vorbei. Aufsichtsratsmitglieder der Stadtwerke halten die wenig genutzte Linie schlicht für zu teuer. Schade drum, meint das Stadtmarketing.

Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) bedauert die Abschaffung des Flughafen-Shuttles zum 30. August. "Der FMO ist uns wichtig und eine direkte Anbindung ein starkes Signal der Zugehörigkeit", sagte Geschäftsführerin Petra Rosenbach auf Nachfrage unserer Redaktion. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die 1998 eingerichtete Busverbindung kaum genutzt wurde und damit "in keiner Weise wirtschaftlich" war.

Kein Standortnachteil zu befürchten

Insofern zeigte Rosenbach Verständnis für die Einstellung von Linie X150 nach 20 Jahren. Die Entscheidung basiere auf einer "gründlichen Analyse". Einen Standortnachteil für die Stadt Osnabrück fürchtet die OMT-Chefin nicht. Der FMO liege weiterhin "quasi direkt vor der Haustür" und sei mit dem Auto "optimal erreichbar". Im öffentlichen Nahverkehr bleibe die Anbindung über Ibbenbüren. Von dort können Reisende künftig mit der Schnellbuslinie S50 zum Flughafen in Greven gelangen. (Weiterlesen: FMO-Chef kritisiert Aus für Osnabrücker Shuttlebus)

Die Flughafen-Shuttlelinie X150 am Hauptbahnhof Osnabrück. Nach 20 Jahren wird die einzige Direktbusverbindung aus der Stadt zum Flughafen Münster/Osnabrück zum 30. August 2018 gekappt. Foto: Sebastian Stricker

270.000 Euro Kosten pro Jahr

Kommunalpolitiker im Aufsichtsrat der Stadtwerke unterstreichen die finanziellen Zwänge, welche zur Streichung der einzigen Direktbusverbindung von Osnabrück zum FMO geführt haben sollen. "Die Kosten von rund 270.000 Euro jährlich standen in keinerlei Verhältnis mehr zum Fahrgastaufkommen", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Frank Henning. Vertreter seiner Partei hätten deshalb der Abschaffung zugestimmt. "Wenn ein ÖPNV-Angebot derartig schlecht angenommen wird, muss der Aufsichtsrat reagieren." Bei durchschnittlich einem Passagier pro Fahrt habe der Markt die Frage, ob der Bus notwendig ist, "klar mit Nein beantwortet". (Weiterlesen: Stadtwerke Osnabrück machen 2017 zehn Millionen Euro Gewinn)

"Wir Grüne bezuschussen lieber das Schülerticket oder eine Ringbuslinie für alle als die Anfahrt zum klimaschädlichen Flieger nach Mallorca für wenige."Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Volker Bajus (Grüne)

Subvention nicht mehr gerechtfertigt

Vor diesem Hintergrund hält auch Volker Bajus, der für die Osnabrücker Grünen im Stadtwerke-Aufsichtsrat sitzt, "die erhebliche Subvention" des Shuttlebusses nicht länger für gerechtfertigt. "Wir Grüne bezuschussen lieber das Schülerticket oder eine Ringbuslinie für alle als die Anfahrt zum klimaschädlichen Flieger nach Mallorca für wenige." Wenn jedoch die benachbarten Landkreise, Kommunen oder der FMO plötzlich bereit sein sollten, das Defizit zu übernehmen, spreche nichts gegen eine Wiederaufnahme des Betriebs von Linie X150. (Weiterlesen: Flughafen Münster/Osnabrück erwartet 2018 knapp eine Million Fluggäste)

Stadtwerke-Aufsichtsratsmitglied Fritz Brickwedde (CDU) betonte, die Flughafenlinie sei allein Sache der Stadtwerke und des FMO. "Der Landkreis Osnabrück ist daran nicht beteiligt." Für einen Fahrgast pro Fahrt könne man aber keine Linie aufrechterhalten.

Unterbesetzter Bus für Stadt nicht hinnehmbar

Von der FDP äußerte sich auf Nachfrage bislang niemand zur Sache. Für die Stadt Osnabrück, deren Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) den Aufsichtsräten sowohl der Stadtwerke als auch des Flughafens vorsitzt, hatte ein Sprecher bereits Anfang Juli erklärt, es sei "nicht hinnehmbar, einen unterbesetzten Bus zwischen Osnabrück und dem FMO pendeln zu lassen".

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