„Musikalischer Blumenstrauß“ Arne Hatje spielt beim Osnabrücker Orgelsommer

Von Alexander Stukenbrok

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Hat sein Programm passend zur Orgel ausgewählt: Kirchenmusiker Arne Hatje.

            

              
                Foto: David EbenerHat sein Programm passend zur Orgel ausgewählt: Kirchenmusiker Arne Hatje. Foto: David Ebener

Osnabrück. Im Rahmen des beliebten Osnabrücker Orgelsommers spielt Arne Hatje an diesem Abend um 20.15 in der Kirche St. Joseph. In seinem Programm vereint er Werke von Johann Sebatsian Bach, dessen Sohn Carl Philipp Emanuell Bach, sowie den britschen Romantikern Percy Whitlock und Alfred Hollins.

In St. Katharinen wirkt Arne Hatje als Organist, doch für das heutige Orgelsommer-Konzert ist er zu Gast in St. Joseph. Dort erwartet ihn die 2013 frisch renovierte gläserne Orgel, die mit ihren 37 Registern die Kleinste der Osnabrücker Orgeln ist. Sein Programm hat Hatje passend zu der Orgel ausgewählt. „Johann Sebastian Bach muss immer irgendwie dabei sein“, sagt der Organist von St. Katharinen. Erklingen wird Bachs Toccata und Fuge F-Dur BWV 540, welche auch aufgrund der virtuosen Pedalläufe zur hohen Kunst der Orgelmusik zählt. Besonders in der Toccata sprengt Bach durch ständige Tonartwechsel den zur damaligen Zeit üblichen harmonischen Rahmen.

Ein stilistischer Wechsel geschieht mit der Sonata g-Moll Wq 70/6 von Carl Philipp Emanuel Bach. Als Vorreiter eines klassischen Stils gestalten sich seine Werke wesentlich sanglicher und melodiezentrierter, als noch bei seinem Vater. Hatje beschreibt jene Sonata folgendermaßen: „Schlicht aber nicht einfach. Eine Herausforderung an den Spieler“. Hauptwirkungsstätte von Bach war die Stadt Hamburg, weshalb jene Musik für Arne Hatje, der selbst einige Zeit dort lebte, ein persönliches Anliegen darstellt.

Ein weiteres Anliegen bringt der Osnabrücker Organist mit seiner Stückauswahl der britischen Komponisten Percy Whitlock (1903-1946) und Alfred Hollins (1865-1942) zum Ausdruck. Zu Lebzeiten als Organisten und Pianisten relativ bekannt, drohen ihre Namen heute in Vergessenheit zu geraten. „Plymouth Suite“ und „Triumphal March“ heißen die Stücke, mit denen Hatje auf die Orgelmusik von Whitlock und Hollins aufmerksam machen will. Vielseitig und voll Klangfantasie bezeichnet er jene Stücke als „musikalischen Blumenstrauß“. In der „Plymouth Suite“ von Percy Whitlock zeigt sich Nähe zu den berühmten britischen Romantikern Edward Elgar und Ralph Vaughan Williams. Die Suite besticht mit ihrer Harmonik und Eigenwilligkeit der Tonsprache als musikalisches Gourmetstück, was zu Unrecht vergessen ist. Schwungvoll schließt das Programm mit dem „Triumphal March“ von Alfred Hollins, ein „Stück, was Spaß macht“.


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