Preis des Innenministeriums Osnabrücker Integrationsbeauftragte kritisiert Seehofer

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Mit der Politik des Innenministers nicht einverstanden: Die Osnabrücker Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut. Foto: Gert WestdörpMit der Politik des Innenministers nicht einverstanden: Die Osnabrücker Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Die Integrationsarbeit der Stadt Osnabrück und des Landkreises sind vorbildlich: Zu diesem Ergebnis kam das Bundesinnenministerium, das Stadt und Landkreis deshalb mit jeweils 25000 Euro ausgezeichnet hat. Trotz der Freude über den Preis äußert die Osnabrücker Integrationsbeauftragte Kritik.

Eigentlich sollte Horst Seehofer selbst den Preis an die insgesamt 21 Sieger im Bundeswettbewerb „Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten“ übergeben. Doch der Innen- und Heimatminister war verhindert: Krisengespräch in der Fraktion. Während also Seehofer wegen seiner knallharten Linie in der Migrationspolitik die Unionsfraktion und damit auch die Bundesregierung ins Wanken brachte, wurde in seinem Ministerium und in seinem Namen ausgerechnet ein Preis für gelungene Integration übergeben.

Kritik für momentanen Kurs

„Wir haben wirklich überlegt, ob wir diesen Preis überhaupt annehmen sollen“, sagt Osnabrücks Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut in einem Gespräch mit unserer Redaktion. Für seinen momentanen Kurs könne man den Innenminister nur scharf kritisieren. „Seehofers Äußerungen und seine Politik sind eigentlich konträr zu dem, was wir hier tun.“ Trotz ihrer Bedenken reiste Seda Rass-Turgut als Vertreterin der Stadt nach Berlin, um die Auszeichnung im Bundesinnenministerium entgegenzunehmen. In Vertretung des verhinderten Horst Seehofer überreichte dessen Staatssekretär Markus Kerber den Integrationspreis.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Stadt und Landkreis bedankte sich Seda Rass-Turgut mit folgenden Worten: „Wir freuen sehr über die Auszeichnung! Es ist eine hohe Anerkennung für Osnabrück: von den Ehrenamtlichen angefangen über die freien Träger bis zu den Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung, die jeden Tag einen entscheidenden Beitrag für das friedvolle Zusammenleben in unserer Friedensstadt leisten.“

Auf einem besonders guten Weg

Stadtrat Wolfgang Beckermann sagte im Gespräch mit unserer Redaktion, die Auszeichnung durch das Bundesinnenministerium hebe hervor, dass die Stadt Osnabrück in Sachen Integration auf einem besonders guten Weg sei. Gewürdigt habe das Ministerium vor allem, dass Integration in Osnabrück sehr vielfältig sei und viele unterschiedliche Partner daran beteiligt würden. Zur Kritik an Horst Seehofer und der Wahrnehmung von Seda Rass-Turgut, dass dessen Politik einen Schatten auf die Auszeichnung werfe, äußerte Beckermann sich nicht. „Auf gesamtstädtischer Ebene ist das nicht diskutiert worden.“


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