Mit Waschbrett und Marimbaphon Bunte musikalische Mischung beim Osnabrücker Samstag

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Marsch über den Markt: Wolfgang Voss (links) und Andreas Prante trugen als „Zwei-Mann-Kapelle“ Musik in und durch die Altstadt. Foto: Swaantje HehmannMarsch über den Markt: Wolfgang Voss (links) und Andreas Prante trugen als „Zwei-Mann-Kapelle“ Musik in und durch die Altstadt. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Doppeltes Doppelpack: Zwei laufende Männer und zwei gestandene Frauen sorgten beim bunten Straßenkulturprogramm „Osnabrücker Samstag“ mit teils ungewöhnlichen Instrumenten für musikalische Unterhaltung in der Innenstadt.

Auf dem Platz der Deutschen Einheit vor dem Theater gelang es dabei dem „Duo Marimba & Piano“ buchstäblich spielend, die Passanten zum Zuhören auf die vor dem Zelt des Veranstalters Fokus aufgestellten Bierbänke oder zumindest zum Stehenbleiben zu bewegen. Kein Wunder, denn mit einem Programm aus allseits bekannten und beliebten Liedern und Melodien ging das Gespann auf Nummer Sicher. Der Bandname erwies sich schnell als nur halb richtig, als die arrivierte, furios aufspielende Marimbaphonistin Silke Büscherhoff sich ans Schlagzeug setzte, um gemeinsam mit Pianistin Daria Bergen etwa Nenas „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“ in ein neues musikalisches Gewand zu kleiden. Nicht nur mit ihren launig-rustikalen Ansagen traf die ursprünglich aus dem Landkreis Vechta stammende Musikerin den Nerv und den Geschmack der Einkäufer und Stadtbummler. 

Von Abba bis Zirkus

Mit einer musikalischen Reise um die Welt entführte das Duo sein begeistertes Publikum von Südamerika über den Balkan bis nach Bayern. Beim volkstümlich-bajuwarischen Potpourri gesellten sich die Kirchenglocken des Domes zwar nicht ganz im Takt dazu, zum Schunkeln animierte es aber nichtsdestotrotz. Passend zum strahlenden Sommerwetter verbreiteten die beiden Damen mit den drei Instrumenten nicht nur mit einer Instrumentalversion von „Lucky Day“ gute Laune. Auch Mozarts türkischer Marsch, ein irischer Jig, der mazedonische Säbeltanz, ein Zirkusgalopp aus den Zwanzigerjahren und ein Medley „traditioneller“ Musik aus Schweden in Form von drei Abba-Hits vermochten das Publikum mitzureißen.

Musikalischer Bauchladen

Zum wahrhaftigen Mitgehen luden indes Akkordeonspieler Andreas Prante und Wolfgang Voss aus Bünde ein, der ein Waschbrett nicht am, sondern vor seinem Bauch trug, um damit im Oldtime- und New Orleans-Stil Musik zu machen. Mit Schlagzeugbecken, Schneebesen, Zigarrenschachtel und anderen Percussion-Accessoires aufgerüstet zum musikalischen Bauchladen, zog er mit seinem Mitstreiter als „Zwei-Mann-Kapelle“ über den Marktplatz und die Krahnstraße entlang. Vor allem diejenigen Passanten, die ein Faible für Country, Swing, Bluegrass und Samba haben, wusste die minimalistische Marching Band zu begeistern. Dabei gönnte sich das vielseitig tönende „Walking Act“-Duo zwischendurch aber auch eine Verschnauf- und Sitzpause auf den Bänken der Altstadt. 

Entspannte Songs

Vor dem Kulturhaus am Heger Tor gab schließlich der Osnabrücker Sänger und Songschreiber Michi Wilson seine feinen englischsprachigen Songs und auch eine entspannte Sommer-Improvisation zum Besten, hatte allerdings dort wie die meisten seiner Vorgänger auch einen schweren Stand. Denn mit Ausnahme der Gäste der Außengastronomie gegenüber rauschen hier doch die meisten Fußgänger und Radfahrer tendenziell eher vorbei und bekommen gemäß einem Songtitel von Wilson allenfalls „Moments“ mit. Dabei hätte sich auch an diesem Osnabrücker Samstag und auch an diesem Standort längeres und genaueres Hinhören gelohnt.


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