Künstlerischer Städteaustausch Gelungene Präsentation Greifswalder Kunst im Osnabrücker Raum

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Osnabrück. Ein Städteaustausch der künstlerischen Art fand am Samstag mit der Intervention „Import/Export“ der Greifswalder Künstlergruppe „art-cube-artist-team“ im Projektgarten des Osnabrücker Kunstvereins TOP.OS statt.

Zwei Männer in weißen Ganzkörperanzügen heben ein Rasenstück aus: Ein halbes Quadratmeter großes Stück Osnabrück, das anderntags im Zentrum der mecklenburg-vorpommerschen Hansestadt Greifswald eingesetzt wird. Die Osnabrücker Künstlerin Eva Preckwinkel bringt eine Gießkanne für das bereit liegende Stück Greifswalder Erde, mit der nun das Loch ausgefüllt wird: Städteaustausch der biodynamischen Art. Und vor allem ein nachhaltiges Symbol für 30 Jahre Städtepartnerschaft. 

Die Buddel-Performance, die der Greifswalder Mixed-Media-Künstler Marcus Schramm zusammen mit dem Osnabrücker Bildhauer Robert Stieve da vor den Augen interessierter Gäste vollbrachte, war Teil der künstlerischen Intervention „Import/Export“ der Greifswalder Künstlergruppe „art-cube-artist-team“. Am Samstag fand das Austauschprojekt mit dem Osnabrücker Kunstverein TOP.OS für neue Kunst e.V. bei schönstem Sommerwetter im TOP.OS-Projektgarten an der Limberger Straße statt. Künstlerisch vertreten war Marcus Schramm dort auch mit acht großen Würfelobjekten, die aus seiner Aktion „Wohnzimmerkubus“ stammen und von jedem Interessierten mitgenommen und kreativ gestaltet werden können. 

Auf Stühlen sitzend, boten die Künstlerinnen Astrid Brünner und Karen Kunkel zu zarten Spieluhr-Klängen ihre „Contact-Improvisations“, bei denen sie sich durch improvisierte Bewegungen mit ihrer Umgebung und dem Thema „Beziehungen“ auseinander setzten.

Tanzperformace von Karin Kunkel und Astrid Brünner. Foto: Swaantje Hehmann

Als Sinnbild für den Ausbruch der Frau aus dem (gesellschaftlichen) Käfig stand die sportliche Performance „Beim Essen spricht man nicht“ von Pauline Stopp. Mit geschminktem Gesicht und gekleidet in einen Leopardenprint-Anzug, kauerte die aus dem Erzgebirge stammende Künstlerin in einem Käfig, wo sie geräuschvoll ein Stück Wassermelone verspeiste. 

Fast mit der Umgebung verschmolzen schien wiederum die Installation der in Potsdam lebenden Künstlerin Julia Piehl: Ihre aus filigranen Eisenstangen und Betonköpfen kreierten „Pilzlinge“ bildeten inmitten der Gräser und Distelgewächse ein reizvolles Zusammenspiel. Von Piehl stammte auch ein Leuchtkasten mit Polaroidaufnahmen, der in einem „Energiekreis“ platziert war, den der Osnabrücker Künstler Werner Kavermann 2015 mit mehreren Schulklassen gestaltet hatte. Auch die pinkfarbenen Wollfäden, die das schattenspendende Geäst des darüber stehenden Baumes wie ein Netzwerk durchzogen, waren ein weiteres Beispiel für die gelungene Integration Greifswalder Kunst im Osnabrücker Raum.


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