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15.07.2018, 10:05 Uhr SYSTEMWECHSEL ALLEIN REICHT NICHT

Elektrobusse dürfen in Osnabrück nur der Anfang sein

Kommentar von Sebastian Stricker

So ähnlich werden die neuen Elektro-Gelenkbusse für Osnabrück aussehen. Dieses Modell vom Typ Citea präsentiert der niederländische Hersteller VDL Bus & Coach auf seiner Internetseite. Foto: VDL Bus & CoachSo ähnlich werden die neuen Elektro-Gelenkbusse für Osnabrück aussehen. Dieses Modell vom Typ Citea präsentiert der niederländische Hersteller VDL Bus & Coach auf seiner Internetseite. Foto: VDL Bus & Coach

Osnabrück. Dank des Systemwechsels von Diesel- auf Elektrobusse wird der öffentliche Nahverkehr in Osnabrück bald zum großen Teil emissionsfrei sein. Doch um die Straßen vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten, muss mehr passieren.

Die Revolution im Osnabrücker Stadtbusverkehr steht kurz bevor. Ende 2018 soll die erste von fünf Hauptachsen vollständig elektrifiziert sein. Weitere fahrgaststarke Linien folgen im Jahresrhythmus. Und wenn die vom kommunalen Verkehrsbetrieb geplante systematische Umstellung von Diesel- auf Elektrobusse so gut läuft wie beispielsweise in Eindhoven, dürften sich die größten Vorteile der Nullemissions-Technologie schon sehr bald auch hier bemerkbar machen.

Seit Dezember 2016 kommt in der niederländischen 225.000-Einwohner-Stadt auf acht Linien ein fast identisches System aus Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur zum Einsatz. Anscheinend läuft es so gut wie störungsfrei. Bereits viereinhalb Monate nach dem Start erreichte die teils auf separaten Spuren rollende Flotte aus 43 vollelektrischen Gelenkbussen vom Typ VDL Citea die Eine-Million-Kilometer-Marke. Allein in dieser Zeit sparte sie laut Hersteller 4,7 Tonnen Stickoxide und 1000 Tonnen Kohlendioxid ein. Vorurteile über einen begrenzten Aktionsradius der E-Busse seien durch ein fortschrittliches Ladekonzept widerlegt worden.

In Osnabrück wird der Abschied vom Dieselbus allein dem öffentlichen Nahverkehr jedoch nicht die benötigten Zuwächse bescheren. Unerlässlich bleibt, den Busverkehr mit allen Mitteln zu beschleunigen, damit er die Menschen schneller zum Ziel bringen kann als das eigene Auto. Außerdem darf die schrittweise Elektrifizierung des Busnetzes nicht dazu führen, dass ein- und auspendelnde Fahrgäste an der Stadtgrenze umsteigen müssen. Hier stehen die Stadtwerke im Wort.


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