Bundesweite Aktion Mitarbeiter im Osnabrücker Real-Markt streiken

Von Sebastian Philipp

Mitarbeiter des Osnabrücker Standorts der Supermarktkette Real sind am Freitag in den Streik getreten. Sie kommen damit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi nach. Foto: Gert WestdörpMitarbeiter des Osnabrücker Standorts der Supermarktkette Real sind am Freitag in den Streik getreten. Sie kommen damit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi nach. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Mitarbeiter des Osnabrücker Standorts der Supermarktkette Real sind am Freitag in den Streik getreten. Sie kommen damit einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi nach. Hintergrund des Streiks ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden.

Nach Angaben von Gewerkschaftssekretär Maiko Schulz beteiligen sich rund 40 Real-Mitarbeiter an der Arbeitsniederlegung an der Filiale am Carl-Fischer-Weg im Stadtteil Fledder. Insgesamt sollen am Standort rund 80 Personen beschäftigt sein. Der Markt hat weiterhin geöffnet. Allerdings hat der Streik Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb: "Es ist schon so, dass das Unternehmen den Streik spürt", sagt Schulz. Einzelne Bereiche des Marktes sollen nach seinen Angaben nicht oder nur teilweise besetzt sein. Am Samstagvormittag soll der Streik fortgesetzt werden.

Die Marktleitung war am Freitag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Mitarbeiter des Osnabrücker Real-Marktes sind am Freitag in Streik getreten. Foto: Gert Westdörp

Die Gewerkschaft Verdi hatte die rund 34.000 Beschäftigten der Supermarktkette für Freitag deutschlandweit zum Streik aufgerufen. "Wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger in Berlin.

Hintergrund des Streikaufrufs ist die Entscheidung der Unternehmensleitung, sich aus den mit Verdi vereinbarten Tarifverträgen zu verabschieden und stattdessen neu eingestellte Mitarbeiter nach einem Tarifvertrag mit der Gewerkschaft DHV zu bezahlen, der für das Unternehmen deutlich günstiger ist. Dies bedeute für die Betroffenen durchschnittlich 23 Prozent weniger Geld, betonte Nutzenberger und fügte hinzu: "Solche Löhne führen direkt in die Altersarmut der Beschäftigten."

Vorwürfe gegen Gewerkschaft

Der Chef des Real-Mutterkonzerns Metro, Olaf Koch, wirft dagegen der Gewerkschaft vor, Tarifverhandlungen über eine wettbewerbsfähige Entgeltstruktur bei der angeschlagenen Supermarktkette jahrelang blockiert zu haben. Die bisherigen Tarifverträge hätten Real deutlich höhere Lohnkosten aufgebürdet, als sie vielen Wettbewerber zu tragen hätten. Das sei für Real nicht mehr tragbar gewesen. Das Unternehmen bezahle nun neueingestellte Mitarbeiter marktgerecht, sagte Koch. Bereits vor dem Tarifwechsel eingestellte Mitarbeiter hätten keine Einbußen.

Verdi sieht dagegen in dem Schritt des Konzerns den Versuch, Unternehmensprobleme auf Kosten der Beschäftigten zu lösen. "Es ist unverschämt, von den Beschäftigten zu verlangen, dass sie die Managementfehler der Vergangenheit durch derartige Einschnitte und unverhältnismäßige Lohnkürzungen bezahlen sollen", sagte Nutzenberger. 

(Mit dpa)