Integration durch Ernährung Osnabrückerin bietet kultursensible Ernährungsberatung an

Von Danina Esau

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Diätassistentin Johanna Karapinar arbeitet unter anderem als Lale-Trainerin und hilft Familien mit Migrationshintergrund, aktiv zu werden. Foto: Danina EsauDiätassistentin Johanna Karapinar arbeitet unter anderem als Lale-Trainerin und hilft Familien mit Migrationshintergrund, aktiv zu werden. Foto: Danina Esau

des Osnabrück. Johanna Karapinar ist staatlich geprüfte Diätassistentin. Sie bietet mehrsprachige Ernährungsberatung und -therapie an, die auf die kulturellen und religiösen Hintergründe von Menschen mit Migrationshintergrund eingeht.

„Integration hört bei Ernährung nicht auf“, sagt Karapinar. Um Menschen mit Migrationshintergrund Hilfestellung im Bereich Ernährung und Bewegung zu geben, führt sie neben Einzelberatungen und Ernährungstherapie auf Deutsch und Türkisch sogenannte Lale-Kurse durch: „Lale ist das türkische Wort für Tulpe und steht als Symbol für Wohlbefinden und Gesundheit. Ich zeige Menschen mit Migrationshintergrund, wie sie ihren Alltag aktiv gestalten können“, sagt sie.

Die Initiative „Lale – Iss gesund & sei aktiv“ wurde 2011 gemeinsam mit Partnern aus der Politik und Wirtschaft vom Verbraucherschutzministerium NRW ins Leben gerufen, um dem erhöhten Risiko für Übergewicht bei Kindern mit Migrationshintergrund entgegenzuwirken. Studien belegen, dass 20 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund übergewichtig sind, bei Kindern ohne Zuwanderungsgeschichte liegt der Anteil bei 15 Prozent. Grund dafür sind Bewegungsmangel und eine unausgewogene Ernährung.

„Ich bringe türkisch- und arabischstämmigen Eltern bei, wie sie ihre kulturspezifischen Rezepte abwandeln können, um sie gesünder zuzubereiten“, sagt Karapinar. Häufig würden diese nicht wissen, wie sie mit deutschen Lebensmitteln kochen sollen. Vor allem mit der großen Auswahl an Milchprodukten seien sie überfordert.

In den ersten zehn Kurseinheiten steht das Thema Ernährung im Mittelpunkt. Karapinar erklärt die Zusammensetzung verschiedener Lebensmittel und deren Auswirkungen auf den Körper. Anschließend bereitet sie mit einer Gruppe von maximal 15 Teilnehmern gesunde Gerichte zu: „Die Informationen sind sehr praxisnah und können direkt in den Alltag übertragen werden“, sagt Karapinar. Im zweiten Teil des Kurses steht Bewegung auf dem Programm: „Es kommt selten vor, dass Muslime ein Fitnessstudio besuchen. Ich versuche, den Bewegungsmangel mit leichten Übungen auszugleichen.“ Oft gehe sie mit den Teilnehmern erst mal einfach nur eine Runde spazieren. Das helfe vielen, sich an regelmäßige Bewegung zu gewöhnen.

Die Lale-Kurse richteten sich zu Beginn nur an türkeistämmige Teilnehmer, Anfang 2016 wurde die Zielgruppe auf alle Erwachsenen mit Migrationshintergrund ausgeweitet. Die Initiative setzt auf die Vorbildfunktion der Eltern, die lernen sollen, wie sie den Alltag ihrer Familien gesund und aktiv gestalten können.


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