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13.07.2018, 10:56 Uhr KOMMENTAR

Philipp Christ: Wirklich ein Generationswechsel bei der SPD?

Kommentar von Benjamin Havermann

Die Osnabrücker SPD-Fraktion verkauft ihren neuen Ratsherr als Generationswechsel in der Fraktion – ist es das wirklich? Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaDie Osnabrücker SPD-Fraktion verkauft ihren neuen Ratsherr als Generationswechsel in der Fraktion – ist es das wirklich? Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Philipp Christ ist mit seinen 23 Jahren der neue Shootingstar der Osnabrücker SPD. Fast von Null auf Hundert steigt er ganz oben in die Lokalpolitik ein und hat trotz seines Alters eine faire Chance verdient. Geht es dabei aber tatsächlich um einen Generationenwechsel? Ein Kommentar.

Das, was Philipp Christ gerade vollbringt, kann man getrost als steile Karriere bezeichnen. Vom SPD-Ortvorsitzenden und sachkundigen Bürger hat er es nicht nur in den Osnabrücker Stadtrat geschafft, sondern auch gleich in den Verwaltungs- und Finanzausschuss sowie in den Aufsichtsrat des Klinikum Osnabrück.

Haushaltaufstellungsverfahren, Wirtschaftsförderung, Personalentscheidungen: Das sind Themen, mit denen sich Christ zukünftig auseinander setzen muss. Für einen 23-Jährigen, der keinen wirtschaftlichen Hintergrund hat, scheint dies zunächst eine schwierige Aufgabe zu sein. Doch ohne Kenntnis seiner Arbeit sollte man vorsichtig mit einem Urteil sein. Auch der Jung-Politiker hat eine faire Chance verdient, sich beweisen zu können.

Eine Frage bleibt aber: Warum gerade Christ? Wie hat er es geschafft, gleich in die drei wichtigsten Gremien zu kommen? Normalerweise müssen sich Aspiranten dies lang und hart erarbeiten. Ohne große Ratserfahrung steigt der Student gleich ganz oben ein. Geht es dabei tatsächlich um einen Generationenwechsel in der SPD-Fraktion, wie deren Vorsitzender Frank Henning sagt? Oder gab es schlicht niemand Besseres? So oder so: Ein frischer, unverstellter Blick kann den (oftmals angestaubten) Gremien nicht schaden.


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