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Urlaub in Istrien So erleben Osnabrücker den WM-Rausch in Kroatien

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Kroatien feiert: Touristen, die in dem kleinen Balkanstaat Urlaub machen, kommen an Fußball derzeit nicht vorbei. Foto: Amel Emric/AP/dpaKroatien feiert: Touristen, die in dem kleinen Balkanstaat Urlaub machen, kommen an Fußball derzeit nicht vorbei. Foto: Amel Emric/AP/dpa

Osnabrück. Party vorbei? Von wegen. Osnabrücker, die in Kroatien Urlaub machen, können dort den WM- Rausch erleben, den es zuhause nicht mehr gibt. Ein Blick ins Fußball-Feier-Exil.

Die Deutschen sind lange raus, die Kroaten dagegen sind drin – und zwar so tief wie nie zuvor in ihrer Geschichte: Kroatien steht erstmals im Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Großartig muss sich das für diejenigen anfühlen, die auf dem Platz schwitzen und für die, die in dem kleinen Balkanstaat mit nur gut vier Millionen Einwohnern leben. „Spannend ist das auch für Touristen“, sagt Frank Blume. Vor zwei Wochen machte sich der 41-jährige Osnabrücker mit seiner Familie im Wohnmobil auf den Weg nach Kroatien – auf einen Campingplatz in die Nähe von Novigrad in der Region Istrien. In dem kleinen Fischerstädtchen, das schon lange beliebtes Ziel für Touristen ist, brennt zu WM-Spielen die Luft.

Ausgelassen haben Fans in dem kroatischen Städtchen Novigrad ihre Mannschaft gefeiert. Foto: Frank Blume

Mit dem Touristen-Zug durch die Fanmeile

"Wahnsinns-Stimmung", sagt Blume über das Land, in dem sich Nationalstolz und Fußballfieber unter freiem Himmel mischen. „Zum Viertelfinale gegen Russland sind wir mit einem kleinen Touristenzug vom Campingplatz zum Public Viewing in den Ort gefahren“, erzählt der Juniorchef von Blume Heizung und Sanitär. Große Leinwände in der Stadt, in allen Cafés Fernseher, Geschminkte an Theken, überall Menschen, die anfeuerten, mitfieberten - und am Ende jubeln durften. 

Denn die Kroaten setzten sich im Viertelfinale im Elfmeterschießen gegen die Russen durch, sicherten so nicht nur den Einzug ins Halbfinale, sondern obendrein die Partystimmung in den Straßen Novigrads. "Säugling bis Senior, alle feiern mit." Der kleine Touristenzug hätte sich zwar auf dem Rückweg nicht in den großen Autokorso eingereiht, aber er hätte einige Umwege wegen tanzender Menschen und verstopfter Straßen nehmen müssen. „Da wurden Bengalos gezündet, gehupt, gesungen, ausgelassen gefeiert“, beschreibt Blume. Eine Euphorie, die die großen Probleme des kleinen Staates für den Moment vergessen macht.

Bengalos bei der Feier unter freiem Himmel. Foto: Frank Blume

Während mit dem WM-Aus der Deutschen in Osnabrück nicht nur die Stimmung der Fans, sondern auch der Preis für Fanartikel in den Keller rutschte, zieht er in Kroatien gerade an. „Fahnen, Hüte, all das wird noch einmal teurer“, erzählt Blume, der beobachtet, wie auch Nicht-Kroaten sich auf dem Campingplatz mit Trikots oder Fahnen eindecken. "Hier gönnen es alle den Kroaten. Sie haben das ja noch nie erlebt", so Blume. Beim 2:1 gegen England, dem Einzug ins Finale, gab es auf dem Platz kein Halten mehr. „Man muss kein Kroatisch können, um mitjubeln zu können“, sagt der 41-Jährige. 

Der Osnabrücker Frank Blume hat den Marsch der Kroaten ins Finale im Urlaub in Kroatien verfolgt. "Wahnsinns-Stimmung." Foto: Frank Blume

Finale in Osnabrück

Das Finale am Sonntag wird die Familie dann auf dem heimischen Sofa anschauen müssen. WM zu Ende, Urlaub zu Ende. Wird dann für Frankreich gefiebert? „Natürlich nicht!“, empört sich Blume. So ein WM-Urlaubs-Rausch verfliegt nicht so schnell …



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