Ein Indianer-Stamm in Osnabrück Ferienpass-Kinder erkunden den Urwald im Botanischen Garten

Von Thomas Wübker

Nicht die goldene Ananas, aber Schätze fanden die Indianer-Kinder im Tropenhaus im Botanischen Garten. Den erforschten sie mit dem Ferienpass. Foto: Gert WestdörpNicht die goldene Ananas, aber Schätze fanden die Indianer-Kinder im Tropenhaus im Botanischen Garten. Den erforschten sie mit dem Ferienpass. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Ein Indianer-Stamm in Osnabrück? Gibt es den? Ein Dutzend Kinder bildeten ihn am Donnerstagvormittag im Botanischen Garten. Dort erfuhren sie eine Menge über ihre Schwestern und Brüder in Übersee und entdeckten Schätze im Tropenhaus.

Im Botanischen Garten auf dem Westerberg gibt es viele Dinge, die es im heimischen Garten der Kinder nicht gibt, erklärten die Studentinnen Madita Knieper und Aunia Möcke von der Grünen Schule. Sie meinten Pflanzen oder Bäume aus der ganzen Welt wie den Mammutbaum, der am Eingang des Botanischen Gartens steht. Um ihn herum bildeten die Kinder einen Kreis. Die Mammutbäume in Kalifornien hätten sie aber nicht einkreisen können. Die haben einen Durchmesser von zwölf Metern und eine Höhe von 90 Metern. So groß ist der Baum in Osnabrück nicht.

Manche Pflanzen im Botanischen Garten sind auch giftig, deswegen sollten die Kinder sie nicht anfassen, erklärten die Studentinnen. Bela (7) erzählte, es gebe auf dem Westerberg auch Tiere, die es sonst nicht in Osnabrück gibt: „Ich habe im Tropenhaus mal eine Kakerlake gesehen.“

Der Botanische Garten wird nicht nur zur Entspannung und zum Spazieren gehen, sondern auch zum Forschen genutzt. Die Wissenschaftler aus der benachbarten Hochschule wollen von den Pflanzen lernen, erklärte Madita Knieper. So ist der Klettverschluss nicht von Menschen, sondern von der Natur erfunden worden. Das Prinzip hat sich ein Ingenieur von Früchten der Großen Klette abgeguckt.

Bevor die Kinder in das Tropenhaus gingen und ihre eigenen Entdeckungen machen konnten, wurden sie in der Grünen Schule zu Indianern. Dort erfuhren sie, dass die so heißen, weil der Entdecker Amerikas, Christoph Kolumbus, dachte, er sei mit seinem Schiff im Jahr 1492 in Indien gelandet.

Die Indianer selbst nennen sich aber nicht so. Sie haben Namen wie Sioux, Irokesen oder Inuit und leben vom Süden Amerikas bis in den Norden des Kontinents und Grönland. In Süd- und Mittelamerika haben die Indianer übrigens viel Kakao getrunken. Die Kakaopflanze brachten die Spanier nach der Entdeckung Amerikas mit nach Europa. Wir haben also den Indianern das leckere Getränk zu verdanken.

Mit Kopfschmuck und Bemalung gingen die Osnabrücker Indianerkinder schließlich ins Tropenhaus, wo es ziemlich warm und die Luft ziemlich feucht war. Dort hörten sie viele Geräusche, wie zum Beispiel das Pfeifen des Pfeilgiftfroschs. Zoe (9), die als Indianerin „Einohr“ hieß, wusste, dass er im Tropenhaus nicht giftig ist, weil er die Nahrung, aus die er sein Gift bildet, nicht in Osnabrück erhält.

Zoe entdeckte auch den ersten Schatz vom obersten Punkt der Treppe im Tropenhaus: Eine Ananas. Nach und nach fanden die Kinder immer mehr Früchte wie Mangos, Bananen, Kokos oder Vanille, Balsa und Bixa. Daraus machten sie sich nach ihrer schweißtreibenden Tour durch das Tropenhaus Obstsalat und Popcorn.