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12.07.2018, 14:56 Uhr BERLINER PLATZ

Auf Vertrauen baut sich‘s besser

Kommentar von Rainer Lahmann-Lammert

Am Berliner Platz gibt‘s viel zu tun. Und es hängt viel davon ab, dass das grüne Hochhaus ein neues Gesicht bekommt. Foto: Jörn MartensAm Berliner Platz gibt‘s viel zu tun. Und es hängt viel davon ab, dass das grüne Hochhaus ein neues Gesicht bekommt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Es ist eine gute Nachricht, dass zwei Investoren am Berliner Platz bauen wollen. Aber die juristischen Fingerhakeleien, die da gerade ablaufen, gefährden das ganze Projekt.

Wenn zwei Seiten einen Vertrag abschließen, dann versprechen sich beide einen Vorteil davon. So ist es auch am Berliner Platz. Ein Investor will eine Rendite, und was will die Stadt? Wohnraum schaffen, ein Quartier aufwerten, vielleicht Arbeitsplätze sichern. Was die Stadt nicht will, ist eine Dauerbaustelle oder eine Bauruine. Deshalb setzt sie darauf, dass der Vertrag erfüllt wird und nicht darauf, dass er scheitert. Es wäre ein Jammer, wenn das juristische Sicherheitsdenken dazu führen sollte, dass am Berliner Platz Stillstand eintritt.

Wenn Juristen das Haar in der Suppe suchen, finden sie bestimmt etwas Verdächtiges. Aber manches, das da zum Vorschein kommt, hat mit der Lebenswirklichkeit so viel zu tun wie ein Windbeutel mit einem Wirbelsturm. Es ist ein Trauerspiel, dass Paragrafenreiter und Bedenkenträger oft mehr zu sagen haben als Leute, die gute Ideen haben, mutig vorangehen und die Ärmel aufkrempeln.

Natürlich kann immer mal etwas schiefgehen. Aber bei der Bewertung von Risiken sollte das juristische Wenn und Aber nicht zur Hauptsache werden, sondern an den Rand treten. Auf Vertrauen baut es sich besser. Daran müssen alle Beteiligten wohl noch arbeiten.


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