Antrag der Lebensquelle Amtsgericht Osnabrück weist Eilantrag gegen Nokta-Chef Müstak zurück

Von Jörg Sanders

Vor dem Amtsgericht Osnabrück stritten Müstak und Lebensquelle. Symbolfoto: David EbenerVor dem Amtsgericht Osnabrück stritten Müstak und Lebensquelle. Symbolfoto: David Ebener

Osnabrück. Das Amtsgericht hat einen Eilantrag der Lebensquelle gegen den Geschäftsführer des Restaurants Nokta, Sedat Müstak, zurückgewiesen.

Die Lebensquelle wollte mit dem Eilantrag erreichen, dass Müstak einen Satz nicht mehr öffentlich äußern darf, den er am 29. Mai angeblich bei einem Streit mit Mitgliedern der Freikirche gesagt haben soll: „Erst fackelt mir die Kirche meinen Laden ab, und dann machen sie mir auch noch Schwierigkeiten beim Parken.” 

Das Nokta am Güterbahnhof war am 15. Januar in Flammen aufgegangen. Ein Brandstifter hatte das Feuer gelegt, die Staatsanwaltschaft klagte einen Verdächtigen an.

Bei dem Brand in dem Restaurant an der Hamburger Straße war ein Schaden von mehr als 400.000 Euro entstanden. Foto: Michael Gründel

Beweislastentscheidung

Die Richterin wies den Antrag der Freikirche zurück. Die Lebensquelle habe nicht beweisen können, dass Müstak diese Aussage in dieser Form getroffen habe, sagt Gerichtssprecherin Mareike Janssen auf Nachfrage.

Denn Müstak sagt, er habe keine konkrete Person beschuldigt. Sinngemäß will er geäußert haben, eine Person aus dem Umfeld der Lebensquelle habe das Nokta angezündet.

Widersprüchliche eidesstattliche Versicherungen

Die Lebensquelle war mit ihrem Antrag in der Beweispflicht gewesen. Beide Seiten hatten eidesstattliche Versicherungen vorgelegt. Diese widersprachen sich. Somit habe die Lebensquelle nicht beweisen können, dass Müstak die Aussage so getroffen habe, wie die Freikirche es behauptet, erklärt Janssen.

Streit um geparktes Autos

Am 29. Mai waren Müstak und Mitglieder der Lebensquelle vor dem Nokta in Streit geraten. Bassauer hatte vor dem Restaurant geparkt – das Grundstück gehört der 3G Group (ehemals Zion GmbH). Der Lebensquelle gehört lediglich das Gebäude, in dem sich das Nokta befindet. Als die 3G Group Bassauers Auto abschleppen lassen wollte, kam es zum verbalen und handgreiflichen Streit. Dabei hatte Müstak einen Satz geäußert, über den die Parteien nun stritten.

Ein Gütetermin am vergangenen Donnerstag vor dem Amtsgericht war gescheitert. Am heutigen Donnerstag verkündete die Richterin das Urteil.

Zweiter Sieg binnen kurzer Zeit

Es ist binnen weniger Wochen der zweite Sieg für das Nokta. Im Juni hatte Inhaberin Natalia Bassauer vor dem Landgericht mit einem Eilantrag Erfolg. Damals war es um angemietete Kellerräume gegangen – die Lebensquelle hatte ihr den Zugang verweigert. Sie musste Bassauer den Zugang daraufhin gewähren, lässt seither aber Autos von ihr und Müstak abschleppen.