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Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet Lkw-Abbiegeassistenten: Osnabrücker Spediteur bei Verkehrsminister Scheuer

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2014 starben zwei Radfahrer an der Kreuzung Johannistorwall und Kommenderiestraße in Osnabrück. Archivfoto: Michael Gründel2014 starben zwei Radfahrer an der Kreuzung Johannistorwall und Kommenderiestraße in Osnabrück. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück/Berlin. Der Osnabrücker Spediteur Siegfried Serrahn hat am Dienstag auf Einladung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an der Auftaktveranstaltung „Aktion Abbiegeassistent” teilgenommen. „Das war hoch interessant und spannend”, sagte er unserer Redaktion.

Scheuer hatte die Aktion ins Leben gerufen. Er möchte Abbiegeassistenten in Lkw verpflichtend machen. Problem: Das kann das Bundesverkehrsministerium nicht alleine machen, sondern ist auf EU-Ebene zu regeln. „Daher müssen wir so schnell wie möglich alle nationalen Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen, denn der Schutz aller Verkehrsteilnehmer vor Unfällen ist oberstes Ziel deutscher Verkehrspolitik”, hieß es in der Einladung an die Teilnehmer.

Osnabrücker Experte Serrahn in Berlin

Eine solche hatte auch der Osnabrücker Spediteur Serrahn erhalten – neben DB Schenker als einziger Spediteur, sagte er. Serrahn setzt sich seit Jahren auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene für mehr Sicherheit bei Lkw ein. Zur der „Aktion Abbiegeassistent” habe es „durchweg positive Zustimmung von allen Seiten” gegeben, sagte Serrahn. Ungewöhnlich groß sei das mediale Interesse gewesen. „Die mediale Welle kommt in Gang.”

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, Assistenten für neue Lastwagen und Busse zur Pflicht zu machen. Bei dem Treffen am Dienstag waren Vertreter von Autoindustrie, Logistikbranche, Prüforganisationen, Verkehrssicherheitsexperten, Autofahrer- und Radfahrerclubs vertreten. Bei der soll es auch darum gehen, dass sich Firmen verpflichten, ihre Lkw-Flotten nachzurüsten. „Was den europäischen Weg angeht, wurde nichts beschlossen”, sagte Serrahn. Das sei rechtlich ohnehin alles „hoch kompliziert”.

Sicherheitspartnerschaft unterzeichnet

Serrahn unterzeichnete in Berlin eine Sicherheitspartnerschaft zwischen dem Minister und ihm – wobei er auch für andere Spediteure aus der Region unterschrieb, etwa für Koch International, Hellmann, Frye (Melle), Sostmeier (Lotte), Boll (Meppen) und Bunte (Papenburg). „Wir haben uns freiwillig verpflichtet, das zu nutzen, was da ist – also Radar oder Kameras”, sagte Serrahn. „Das ist ein deutliches Zeichen.”

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU, l.) und Spediteur Siegfried Serrahn. Foto: BMVI

Immer wieder sterben Radfahrer unter abbiegenden Lkw

Immer wieder sterben Fußgänger und vor allem Radfahrer in Deutschland unter abbiegenden Lkw. Auch in Osnabrück kamen so in den vergangenen Jahren mehrere Radfahrer ums Leben – zuletzt im Oktober 2017 an der Lengericher Landstraße in Hellern.

Abbiegeassistenten können solche tödlichen Unfälle vermeiden. In Osnabrück setzen etwa die Nosta Group sowie die Spediteure Overnight und Heinrich Koch bei neuen Lkw auf sie.


Bislang ist Mercedes der einzige Hersteller weltweit, der ein solches System ab Werk anbietet. Sensoren an der Seite der Zugmaschine erfassen die gesamte Zuglänge. Befindet sich ein Radfahrer neben dem Lkw, wird der Fahrer durch ein gelbes Dreieck in der A-Säule im Lkw gewarnt. 

Befindet sich ein Radfahrer oder Fußgänger neben dem Lkw, wird der Fahrer durch ein gelbes Dreieck in der A-Säule im Lkw gewarnt. Foto: Gert Westdörp

Befindet sich der Lkw-Fahrer auf Kollisionskurs mit dem Radfahrer oder sonstigem Objekt, ertönt ein schriller Warnton, das Dreieck blinkt rot.

Ein Lkw des Unternehmens Nosta. Befindet sich ein Radfahrer neben dem Lkw, warnt dieser den Fahrer. Auf Kollisionskurs ertönt ein Warnton, das rote Dreieck in der Säule blinkt rot. Foto: Gert Westdörp

Lkw ohne solch ein System können mit Kameras nachgerüstet werden. Sie übertragen den Bereich der rechten Lkw-Seite auf einen Monitor.

Auch andere Unternehmen gaben Absichtserklärungen ab. Als offizielle Sicherheitspartner gelten nun auch Edeka/Netto, Aldi Nord, Aldi Süd, Alba, DB Schenker und weitere Logistikunternehmen. Jeder Lkw mit Abbiegeassistent erhält einen Aufkleber mit „#IchHabDenAssi”.

Weitere Informationen zu der Aktion des Ministeriums finden Sie auf www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2018/046-scheuer-abbiegeassistent-aktion.html


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