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Wohnheim an der Jahnstraße Mieterhöhung: Osnabrücker Uni-Asta attackiert Studentenwerk

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Das Studentenwerk Osnabrück will in seinen Wohnheimen künftig eine Warmmiete verlangen. Bei der Berechnung der Nebenkostenpauschale für ein Haus an der Jahnstraße unterliefen der Einrichtung jedoch mehrere Fehler. Foto: Jörn MartensDas Studentenwerk Osnabrück will in seinen Wohnheimen künftig eine Warmmiete verlangen. Bei der Berechnung der Nebenkostenpauschale für ein Haus an der Jahnstraße unterliefen der Einrichtung jedoch mehrere Fehler. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Das Studentenwerk Osnabrück will Zimmer künftig nur noch warm vermieten. Energieverbrauch und Breitband-Internet sind dann im Preis inbegriffen. Die Nebenkostenpauschale für ein Wohnheim an der Jahnstraße setzt der Betreiber jedoch im ersten Schritt viel zu hoch an – und treibt damit den Uni-Asta auf die Barrikaden.

Wie der Allgemeine Studentenausschuss (Asta) der Universität Osnabrück in einer Pressemitteilung berichtet, mache das Studentenwerk Osnabrück gegenüber Mietern in älteren Wohnheimen zurzeit verstärkt von einem halbjährlichen Kündigungsrecht Gebrauch. Gleichzeitig werde den Bewohnern ein neuer Mietvertrag angeboten. Dieser sei jedoch deutlich teurer. Insbesondere beklagt der Uni-Asta eine "teilweise massive Erhöhung der Nebenkosten". (Vize als "Idealbesetzung": Stefan Kobilke neuer Chef des Studentenwerks Osnabrück)

Bislang hätten Wohngemeinschaften wie etwa im Haus an der Jahnstraße viel Geld sparen können, indem sie ihre Strom- und Internetverträge selbst abschließen. "In der Regel konnten sich mehrere WG-Mitglieder einen Internetanschluss für unter 30 Euro teilen", erklären die Studentenvertreter. Nun zwinge der Vermieter jedem Bewohner eine eigene "Super-Internet-Leitung" auf – für 27 Euro pro Person.

"Entscheidungen von oben herab"

"Vollkommen überteuert und marktunüblich", schimpft der Uni-Asta. Ein Wohnheimplatz in Osnabrück scheine mithin "nur noch für Besserbetuchte" möglich. Was die Studentenvertreter außerdem wurmt: Sie fühlen sich bei wichtigen Entscheidungen wiederholt vom Studentenwerk übergangen. „Anstatt permanent von oben herab zu entscheiden“, wie es in der Mitteilung heißt, solle der öffentlich-rechtliche Dienstleister sich mit den Bedürfnissen seiner studentischen Kunden wirklich auseinandersetzen. Erst recht, weil diese mit ihren Beiträgen, Mieten und Mensagebühren für einen Großteil der Einnahmen sorgen würden. (Ex-Studentenwerkschefin Bornemann im Interview: Warum Studenten zu Recht Ansprüche stellen)



Das Studentenwerk Osnabrück zeigt sich überrascht vom Vorwurf der Missachtung. "Wir stehen dem verwundert gegenüber", erklärt Sprecherin Claudia Puzik auf Nachfrage unserer Redaktion. Seit 2016 gebe es alle zwei Monate ein Treffen mit den Studentenvertretungen im Zuständigkeitsbereich der Einrichtung. Mitbestimmung sei zudem durch die Mitgliedschaft von Studentenvertretern im Verwaltungsrat gesichert.

Ziel: Wohnanlagen kostendeckend betreiben

Die vom Osnabrücker Uni-Asta kritisierte Mieterhöhung hält das Studentenwerk für "maßvoll". Steigende Personal- und Sachkosten sowie anstehende Sanierungen machten den Schritt angeblich erforderlich. "Das Studentenwerk erwirtschaftet keine Gewinne", betont Puzik. Es gelte der Grundsatz, dass die Wohnanlagen in ihrer Gesamtheit kostendeckend betrieben werden.

Dazu werde das Studentenwerk sein Mietmodell in den kommenden Jahren überall auf eine Warmmiete umstellen, in der sämtliche Nebenkosten enthalten sind. Bewohner des Hauses Jahnstraße seien darüber Ende Mai schriftlich informiert worden.  (Studentenwerk Osnabrück dreht an der Beitragsschraube: Jährliche Erhöhung um 2 Euro)

Erst verschätzt, dann verrechnet

Bei der Ermittlung der Nebenkostenpauschale habe sich das Studentenwerk allerdings zulasten der Mieter verschätzt, räumt Puzik ein. In Ermangelung konkreter Zahlen sei als Basis für die Kalkulation zunächst ein Vergleichsobjekt herangezogen worden, das sich später in Gesprächen mit Betroffenen als ungeeignet herausstellte. Nun werde mithilfe des Energieversorgers ein neuer Schätzwert gebildet, und zwar auf Grundlage aktueller Verbräuche.

Zudem stellt das Studentenwerk klar: Der schnelle Internetzugang, mit dem das Wohnheim Jahnstraße ab September ausgestattet wird, kostet monatlich nicht 27 Euro pro Person, sondern 13 Euro pro Wohneinheit. Dieses Angebot habe sich bei einem Preisvergleich als das günstigste herausgestellt. "Aufgrund eines internen Abrechnungsfehlers" sei den Mietern zunächst ein falscher Preis mitgeteilt worden. Dafür habe sich das Studentenwerk bereits in aller Form bei den Betroffenen entschuldigt, so die Sprecherin.  (Spatenstich mit Minister: Bau des Hin-und Her-Studentenwohnheims im Wissenschaftspark beginnt)


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