Anteil der Dieselfahrzeuge Wie sich der Dieselskandal in Osnabrück ausgewirkt hat

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Der Diesel hat in Osnabrück auch nach dem Dieselskandal nicht an Attraktivität verloren. Der Anteil der Dieselfahrzeuge ist nahezu unverändert. Foto: David EbenerDer Diesel hat in Osnabrück auch nach dem Dieselskandal nicht an Attraktivität verloren. Der Anteil der Dieselfahrzeuge ist nahezu unverändert. Foto: David Ebener

Osnabrück. Kriminelle Manipulationen bei Autoherstellern, Rückrufe, Fahrverbote: Das Image des Diesel hat in den vergangenen Jahren massiv gelitten. Inwieweit sich die Osnabrücker davon beirren lassen, zeigt eine aktuelle Statistik der Stadt.

Die Osnabrücker lassen sich von Dieselmanipulationen und drohenden Fahrverboten nicht beirren. Von 2016 bis 2018 veränderte sich der Anteil der Diesel an allen Fahrzeugen in Osnabrück nur geringfügig. Nahezu exakt jeder dritte Pkw läuft mit Diesel. Seit 2016 stieg der Anteil sogar leicht um 0,17 Prozentpunkte – von 33,14 auf 33,32 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Teams Strategische Stadtentwicklung und Statistik der Stadt zurück.

Seit dem Skandal werden Dieselautos in Deutschland immer unbeliebter. Im Mai dieses Jahres ging die Zahl der bundesweit zugelassenen Diesel im Vergleich zum Vorjahr um 27,2 Prozent zurück, ihr Anteil an allen Neuzulassungen betrug 31,3 Prozent. Die Statistik der Stadt bezieht sich allerdings auf alle Autos – nicht nur Neuzulassungen.

96 von 100 Nutzfahrzeugen tanken Diesel

Der Dieselanteil unter den Nutzfahrzeugen ist erwartungsgemäß hoch. 2016 betrug er in Osnabrück 95,84 Prozent und nahm bis Ende März 2018 um 0,31 Prozentpunkte auf 95,53 Prozent ab. Insgesamt stieg die Zahl der Nutzfahrzeuge von 7117 auf 7537 – davon 7200 Diesel. 

Immer mehr Fahrzeuge auf den Straßen

Insgesamt nahm die Zahl der in Osnabrück zugelassenen Fahrzeuge von 2016 bis 2018 weiter zu – von 79.335 auf 82.596. Davon fuhren 55.078 mit Benzin und alternativen Antrieben sowie 27.518 mit Diesel. 

Zudem sind mehr Nutzfahrzeuge unterwegs. Ihre Zahl stieg von 7117 auf 7537, die Zahl der Diesel von 6821 auf 7200.

Dieselskandal bei VW kein Thema mehr

VW Starke bestätigt die Treue seiner Kunden zum Diesel, der Skandal habe daran nichts geändert. „Wir spüren den gar nicht”, sagt Verkaufsleiter Tim Vogel. Der Skandal sei bei den Kunden „gar kein Thema mehr”.

Auch bei Auto Weller ist der Diesel kein großes Thema. Da Toyota Diesel nach und nach aus dem Programm nehme und immer mehr Hybridfahrzeuge anbiete, „steigt auch das Interesse an Hybridfahrzeugen”, sagt eine Weller-Sprecherin. Auf dem Höhepunkt des Dieselskandals seien einige Kunden beim Autokauf verunsichert gewesen. Manche Kunden wollten explizit von Diesel auf Hybrid umsteigen.

Deutlicher Rückgang bei Mercedes

Bei Mercedes Beresa hingegen macht sich die Dieseldebatte durchaus bemerkbar. Der Anteil der verkauften Diesel an allen Autos sei von 45 auf 30 Prozent zurückgegangen, sagt Leszek Dombrowski, Verkaufsleiter Pkw bei Beresa. Das Minus könne das Unternehmen mit dem Verkauf von Benzinern weitgehend kompensieren. Der Rückgang bei den Dieseln gehe primär auf Privatkunden zurück. „Wir haben viele Diskussionen mit Kunden gehabt, aber langsam ebbt das ab”, so Dombrowski. Firmenkunden setzten bei ihren Flotten weiterhin auf Diesel. 

 Beresa will mit einer Restwertabsicherung Vertrauen bei Kunden schaffen: Bei finanzierten und Leasing-Autos garantiere das Unternehmen bei Vertragsabschluss einen festgelegten Betrag nach Ablauf der Laufzeit, um der Angst der Kunden vor dem Wertverlust entgegenzuwirken.

Bei Gebrauchtwagen hingegen habe sich die Zahl wieder normalisiert. Von rund 1000 Gebrauchten hätten nur rund fünf Prozent den Standard Euro 5, sagt Dombrowski.

Drohende Fahrverbote beträfen ohnehin nicht die aktuelle Abgasnorm bei Dieselfahrzeugen – obgleich auch die dem Umweltbundesamt zufolge deutlich mehr Stickoxide ausstoßen als vorgeben.

Andere angefragte Händler wollten sich zu dem Thema nicht äußern, oder Anfragen blieben unbeantwortet.


Die Stadtteile im Überblick

Veränderung Dieselanteil (nur Pkw) 2016 bis 2018:

  • Atter: -0,88
  • Darum-Gretesch-Lüstringen: 1,23
  • Dodesheide: -0,79
  • Eversburg: 1,41
  • Fledder: 0,01
  • Gartlage: -0,75
  • Hafen: -2,22
  • Haste: 0,72
  • Hellern: -0,70
  • Innenstadt: -0,56
  • Kalkhügel: -0,08
  • Nahne: -1,00
  • Pye: 0,94
  • Schinkel: 0,49
  • Schinkel-Ost: 0,10
  • Schölerberg: 1,22
  • Sonnenhügel: 0,44
  • Sutthausen: -0,26
  • Voxtrup: 1,20
  • Westerberg: -1,24
  • Weststadt: -0,94
  • Widukindland: 1,10
  • Wüste: -0,35


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