Friedensreiter Bräu aus Steinfurt Bio-Bier aus historischem Getreide

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Hinter Friedensreiter Bräu aus Steinfurt stehen Unternehmer Sven Janßen und Braumeister Wilhelm Schoppmeier. Die beiden brauen Bio-Bier aus historischem Malz. Foto: Bastian KlenkeHinter Friedensreiter Bräu aus Steinfurt stehen Unternehmer Sven Janßen und Braumeister Wilhelm Schoppmeier. Die beiden brauen Bio-Bier aus historischem Malz. Foto: Bastian Klenke

Steinfurt/Osnabrück. Friedensreiter Bräu braut Bio-Bier mit historischen Malzen aus dem 19. Jahrhundert. Dahinter stecken Unternehmer Sven Janßen und Braumeister Wilhelm Schoppmeier. Wir haben mit den beiden über historisches Getreide, den Bio-Trend und ihren ersten Auftritt auf dem Osnabrücker Bierfest gesprochen.

„Mich hat irgendwann gereizt, nach neuen beruflichen Herausforderungen zu suchen“, erklärt Schoppmeier, der vorher als Braumeister in der Pott´s Brauerei in Oelde gearbeitet hat. Der Brauer wollte immer schon mal sein erworbenes Wissen für eigene Projekte einbringen. „Ich darf das erste Mal in meinem Leben Bier brauen, ohne einen Controller im Nacken zu haben.“

Um die Marke und den Markenauftritt von Friedensreiter Bräu, das Symbol des Westfälischen Friedens von 1648, kümmert sich Sven Janßen. „Uns war es sehr wichtig, keine Kunstmarke zu kreieren, sondern eine verwurzelte Marke zu haben, bei dem auch über das Bier hinaus eine starke Botschaft ausgeht - gerade in den heutigen Zeiten.“ Bis 2007 waren die Markenrechte noch an die Brauerei Rolinck vergeben.

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Ein besonderes Augenmerk legt Friedensreiter Bräu auf den Rohstoff Malz - vor allem aus historischen Getreidesorten. Für ihr Getreide arbeitet Friedensreiter unter anderem mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und verschiedenen Landwirten in der Region zusammen. Als Mälzer konnten die beiden die Firma Rhönmalz, eine der letzten unabhängigen Mälzereien in Deutschland, gewinnen. „Wir versuchen wirklich, eine Wertschöpfungskette aufzubauen – Landwirt-Mälzerei-Brauerei“, sagt Schoppmeier.


Auf einem Feld in Ostbevern werden die historischen Getreide für das Friedensreiter Bier angebaut. Foto: Sven Janßen


Die Getreidezucht der letzten Jahrzehnte hat laut Schoppmeier dazu geführt, dass viele Geschmacksstoffe, Eiweiß und Gerbstoffverbindungen weggezüchtet und unwahrscheinlich viel Stärke ins Korn hinein gezüchtet worden sind. „Wir merken bei diesen alten historischen Sorten, dass wir wesentlich mehr an Geschmack ans Bier übertragen können“, sagt der Braumeister. „Es ist getreideartiger, natürlicher, vollmundiger - und das kriegt man nur mit diesen alten Getreidesorten.“

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Dazu ist Friedensreiter Bio-Zertifiziert. „Wir glauben, dass es wichtig ist, überall authentisch zu sein“, erklärt Janßen. „Das ist Statement und Commitment gleichermaßen. Wir wollen qualitativ sehr hochwertige Biere brauen und sagen daher ‚Wir brauen Bio‘. Damit sind viele Schummeleien und Zusatzstoffe einfach schon mal ausgeschlossen.“ Darüber hinaus hat Friedensreiter das Ziel, nachhaltig über die ganze Wertschöpfungskette hinweg zu agieren, und will sicherstellen, dass mit allen, die an ihrem Bier beteiligt sind, vernünftig umgegangen wird.

„Und wenn man das ursprüngliche Reinheitsgebot wirklich ernst nimmt, dann muss man eh bio machen!“, stellt Schoppmeier fest. 

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Das spiegelt sich auch in der Brauerei wieder. Friedensreiter braut als sogenannte Gypsy-Braurei ihre drei Sorten Helles, Dunkel und Pale Ale in der Schlossbrauerei Rheder in Brakel. „Die haben sich extra wegen uns Bio-zertifizieren lassen“, erklärt Schoppmeier, der beim Brauen auch vor Ort ist und die qualitätsrelevanten Prozesse begleitet.


Der erfahrene Braumeister Wilhelm Schoppmeier ist bei relevanten Brauprozesse in der Schlossbrauerei Rheder vor Ort. Foto: Sven Janßen



„Wenn einer das Bier trinkt, soll er auch Lust auf ein zweites haben“, erklären die beiden. „Wir haben arbeiten schon mit Gastronomen zusammen, die ihren Bierabsatz mit Friedensreiter gesteigert haben, selbst wenn es 30 Cent teurer ist pro Glas als das Industriebier.“

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Auf dem Osnabrücker Bierfest ist Friedensreiter in diesem Jahr zum ersten Mal vertreten. „Wir sehen Osnabrück als Friedensstadt als natürlichen Standort für uns“, sagt Janßen. „Das Bierfest ist eine tolle Gelegenheit, sich vorzustellen.“ Für Janßen ist es das Schönste, sich in der Stadt zu präsentieren und die Produkte selber vor Ort zu zeigen und die Reaktionen zu erfahren.



Historisches Getreide für neues Bier. Foto: Sven Janßen



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