Streit um einen Satz Lebensquelle geht mit Eilantrag gegen Nokta-Chef Müstak vor

Das Nokta am Güterbahnhof. Foto: Michael GründelDas Nokta am Güterbahnhof. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Am Donnerstag sind die Lebensquelle und das Restaurant Nokta erneut vor Gericht aufeinander getroffen. Diesmal geht die Freikirche gegen Nokta-Geschäftsführer Sedat Müstak vor. Sie will mit einem Eilantrag erreichen, dass er eine bestimmte Äußerung nicht öffentlich wiederholen darf, auch nicht sinngemäß.

Am 29. Mai hatte Nokta-Inhaberin Natalia Bassauer vor ihrem Restaurant am Güterbahnhof geparkt – dabei handelt es sich um ein Grundstück der 3G Group (ehemals Zion GmbH). Der Lebensquelle hingegen gehört das Gebäude, in dem sich das Nokta befindet. 

Streit um geparkte Autos

3G rief ein Abschleppunternehmen, schließlich dürfe Bassauer dort nicht stehen. Es kam zum verbalen und auch handgreiflichen Streit zwischen anwesenden Mitgliedern der Lebensquelle, Sedat Müstak, der ebenfalls dabei war, sowie dem Abschlepper. Auch die Polizei rückte an.

„Erst fackelt mir die Kirche meinen Laden ab, und dann machen sie mir auch noch Schwierigkeiten beim Parken”

Streit um einen Satz

Müstak soll im Verlauf des Streits gesagt haben: „Erst fackelt mir die Kirche meinen Laden ab, und dann machen sie mir auch noch Schwierigkeiten beim Parken.” Das behauptet die Lebensquelle.

Müstak hingegen behauptet, die Aussage in dieser Form nicht getroffen zu haben. Er habe lediglich ein konkrete Person beschuldigt. Er sagte sinngemäß, eine Person aus dem Umfeld der Lebensquelle habe das Nokta angezündet, ohne deren Namen zu nennen.

Zur Erinnerung: Am 15. Januar war das Restaurant an der Hamburger Straße in Flammen aufgegangen. Es war Brandstiftung. Gegen den mutmaßlichen Brandstifter erhob die Staatsanwaltschaft derweil Anklage. Das Schöffengericht am Amtsgericht muss nun entscheiden, ob es zu einer Hauptverhandlung kommt. 

Aufgrund eines Brandes ist das Restaurant Nokta immer noch geschlossen. Foto: Michael Gründel

Zeugenaussagen widersprechen sich

Beide Seiten legten eidesstattlich Versicherungen von Zeugen vor: die Lebensquelle von zwei Abschleppern, die deren Version stützt. Müstak hingegen legte eidesstattliche Versicherungen von seiner Partnerin Bassauer sowie von zwei Bekannten vor, die seine Version stützen. 

Müstak versicherte ferner, er habe nichts gegen die Lebensquelle. Zu einigen Mitglieder der Freikirche habe er einen guten Kontakt. Daher würde er niemals behaupten, die Lebensquelle habe das Nokta angezündet.

Der Anwalt der Lebensquelle – übrigens zuvor Müstaks Anwalt – versicherte ebenfalls, die Lebensquelle habe nichts gegen ihn. „Aber er darf die Lebensquelle nicht mit der Brandstiftung in Verbindung bringen.”

Da eine gütliche Beilegung des Streits am Donnerstag nicht möglich war, verkündet die Richterin ihr Urteil am Donnerstag, 12. Juli. Den Streitwert bezifferte sie auf 4000 Euro.

Etappensieg für Nokta im Juni

Erst im Juni waren Nokta und Lebensquelle in einem Eilverfahren vor dem Landgericht aufeinander getroffen. Restaurantinhaberin Bassauer errang in dem Streit um abgeschlossene Kellerräume einen Etappensieg: Die Lebensquelle musste ihr den Zugang zu diesen Räumen gewähren, urteilte das Gericht.

Derweil korrigierte Müstak den geplanten Eröffnungstermins seines Nokta am Theater nach hinten. Das soll nun am 27. Juli eröffnen und nicht, wie zuvor geplant, am 15. Juli.


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