Bewegte Bilder adäquat vertont Buster Keaton-Stummfilmklassiker auf dem Osnabrücker Marktplatz

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Osnabrück. Die allsommerliche, mit Live-Musik untermalte Präsentation von Stummfilmklassikern auf dem Osnabrücker Marktplatz ist längst selbst ein Klassiker. Diesmal sorgten drei Kurzfilme von Buster Keaton für Staunen und Lachen.

Bilder zur Musik oder Musik zu den Bildern? Ganz gleich, wie man es wendet: Es hat wieder einmal hervorragend zusammengepasst beim diesjährigen Stummfilm-Open-Air im idyllischen Ambiente zwischen historischen Giebelhäusern, Rathaus und Marienkirche. Bei stabilem Sommerwetter auch weit über die Dämmerung hinaus passte auch das 4:3-Format der drei rund 20-minütigen Buster Keaton-Filme, die sich Bandleader und Komponist Axel Goldberg für seine „Slapsticker“ ausgesucht hat, perfekt auf die fast quadratische Leinwand auf dem Markt. Ein neuer, leistungsstärkerer Beamer der „mobilen Kinokultur“ (Mokik), die das Event gemeinsam mit dem Verein Fokus und der Film- und Bildungsinitiative (FBI) auf die Beine gestellt hat, sorgte für gestochen scharfe Bilder, die von der gegenüberliegenden Bühne aus adäquat und präzise auf den Punkt vertont wurden.

Entspannt jazziger Live-Soundtrack

Stets das Filmgeschehen im Blick, sorgte das Quintett mit Gitarren, Piano, Schlagzeug und Vibrafon für einen entspannt jazzigen Live-Soundtrack, als etwa in „One Week“ komische Szenen rund um ein schiefes Haus, das sich am stürmischen Ende schwindelerregend drehte und seine Bewohner nicht nur buchstäblich im Regen stehen ließ, zum Schieflachen einluden.

Von der übergelaufenen Wanne bis zur aus dem Ruder laufenden Party: Die Musiker verstanden es virtuos, die auf der Leinwand eskalierenden Alltagskatastrofen mit den entsprechend lakonischen bis ausufernden musikalischen Kommentaren und Grooves zu unterlegen. Selbst, als sich im zweiten Slapstick-Klassiker die gar nicht mal so netten „Neighbours“ Verfolgungsjagden mit den Ordnungshütern liefern, scheinen die Melodien förmlich mitzulaufen.

Mit zum Schießen komischen Szenen am Schießstand in „High Sign“ endete eine halbe Stunde vor Mitternacht der vergnügliche cineastisch-musikalische Abend, der mehr als drei Stunden zuvor von der Hannoveraner Ein-Mann-Band Kuersche launig eingeläutet worden war – und der einmal mehr für voll besetzte Sitzbänke sorgte und an diesem lauschig warmen Freitagabend darüber hinaus auch kaum einen Passanten davon abhalten konnte, zwischen Bier- und Wurstbude stehenzubleiben, um erstaunt zu sehen und zu hören, was da los war.


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