Weser-Ems-Bus entschuldigt sich Busfahrerin wirft Kinder an Osnabrücker Stadtgrenze raus

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Weil sie kein Anschlussticket hatten, sind zwei Schülerinnen aus Osnabrück auf ihrer Fahrt nach Oesede an der Stadtgrenze aus dem Bus geflogen. Angeblich ließ die Busfahrerin des Unternehmens Weser-Ems-Bus nicht mit sich reden. Foto: NOZ-Archiv/Michael GründelWeil sie kein Anschlussticket hatten, sind zwei Schülerinnen aus Osnabrück auf ihrer Fahrt nach Oesede an der Stadtgrenze aus dem Bus geflogen. Angeblich ließ die Busfahrerin des Unternehmens Weser-Ems-Bus nicht mit sich reden. Foto: NOZ-Archiv/Michael Gründel

Osnabrück/Georgsmarienhütte. Eine Busfahrerin von Weser-Ems-Bus soll zwei 14-Jährige auf der Fahrt von Osnabrück nach Oesede zum Ausstieg gezwungen haben, weil ihre Tickets nur im Stadtgebiet galten. Eine nachträgliche Zuzahlung akzeptierte die Frau angeblich nicht. Als unsere Redaktion sich einschaltet, bittet das Unternehmen um Entschuldigung.

Die beiden Achtklässlerinnen der Ursulaschule Osnabrück seien als Gewinnerinnen des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen 2018 mit der Linie 464 unterwegs zur Preisverleihung in Oesede gewesen, beschreibt Klassenlehrerin Andrea Mielke den Vorfall vom 25. Mai. Doch die beim Einstieg am Neumarkt vorgezeigten Bustickets reichten nur bis zur Stadtgrenze. Ein Nachlösen habe die Busfahrerin nicht zugelassen, und so war für die Mädchen plötzlich schon am Franziskushospital Harderberg Endstation – gut sieben Kilometer vom eigentlichen Ziel entfernt. Mielke und Schulleiter Rolf Unnerstall mussten sie mit dem Auto auflesen. Zur großen Siegerehrung kamen dann alle vier zu spät.

Beschwerde geht mehrfach unter

"Die Busfahrerin hat die Kinder rausgeworfen, obwohl sie ihre Situation erklären und zuzahlen wollten", sagt Mielke. Sie wirft dem zuständigen Unternehmen Weser-Ems-Bus "skandalöses Verhalten" vor. Dies sogar in doppelter Hinsicht: Denn ihre wiederholt vorgetragene Beschwerde bei der DB-Tochter, immerhin zweitgrößter Partner in der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS), ging in der Serviceabteilung offenbar ständig unter. 

Erstmals habe sie die Sache am 28. Mai bei Weser-Ems-Bus gemeldet, so die Lehrerin weiter. Eine zugesagte Rückmeldung des Unternehmens sei jedoch nie erfolgt. Stattdessen hätten sich reihenweise Organisationsmängel offenbart. (Weiterlesen: Weser-Ems-Bus lässt behinderte Frau in Osnabrück stehen)


"Wir hätten ein Nachlösen akzeptieren und die Mädchen zu ihrem Fahrtziel mitnehmen müssen"Weser-Ems-Bus


"Ich habe mit fünf verschiedenen Mitarbeitern gesprochen, immer wieder den Fall geschildert und meine Daten angegeben. Aber nichts ist geschehen, und keiner in diesem Unternehmen fühlte sich zuständig." Nie habe sie einen Vorgesetzten erreichen können, stattdessen jedes Mal in der Warteschleife der Kunden-Hotline ausharren müssen, klagt Mielke. "Meine Geduld ist absolut am Ende."

Unternehmen räumt Fehler ein

Als Ende Juni unsere Redaktion bei der DB-Pressestelle nachhakt, geht hingegen auf einmal alles ganz schnell. Sowohl im Umgang mit den betroffenen Kindern als auch mit der Beschwerdeführerin räumt Weser-Ems-Bus Fehler ein. Gleichzeitig kündigt das Unternehmen interne Konsequenzen an. 

"Wir werden unsere Busfahrer nochmals darauf hinweisen, gerade bei der Beförderung von Kindern umsichtig zu reagieren", erklärt eine Sprecherin. Zwar hätten die beiden 14-Jährigen im vorliegenden Fall bereits zu Beginn der Fahrt in Osnabrück Anschlusstickets lösen müssen. "Wir hätten aber auch ein Nachlösen akzeptieren und die Mädchen zu ihrem Fahrtziel mitnehmen müssen." (Weiterlesen: Osnabrücker Schülerjahresticket aufmotzen – so geht‘s)

Anbieterwechsel bei der Kunden-Hotline

Für das mangelhafte Beschwerdemanagement macht Weser-Ems-Bus einen Anbieterwechsel bei der Kunden-Hotline verantwortlich. Dadurch sei es zu Missverständnissen gekommen. "Dies bedauern wir sehr."  

Der Klassenlehrerin Mielke verspricht das Unternehmen eine persönliche Entschuldigung. Der Ursulaschule bietet es "eine Beratung zu Gültigkeit und Beförderungsbedingungen der Schülerkarten" an. 


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