NOZ-Monatsrückblick Fußball, „Oskar“ und Busse – Osnabrück im Juni 2018

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Osnabrück. Im Juni 2018 kam in der Region Osnabrück einiges ins Rollen – nicht nur der Fußball. Der Investor stellt den Bauantrag für das Einkaufszentrum am Neumarkt, die Stadtwerke präsentieren ihre Pläne für das Busliniennetz 2019 und Unternehmer und Politiker knüpfen in Israel neue Kontakte. Der NOZ-Monatsrückblick.

Die Fußballweltmeisterschaft in Russland ist auch in der Region Osnabrück das Gesprächsthema Nummer eins im Juni 2018. Wenn die deutsche Elf spielt, sind die Straßen und Geschäfte fast leer. Dafür strömen die Menschen in die Gaststätten zum Rudelgucken. Etwa 1000 Menschen schauen sich gemeinsam am Büdchen auf dem Westerberg das Spiel gegen Mexiko an. Leider bieten die Spiele der Deutschen wenig Grund zum Jubeln. Die Nationalmannschaft scheidet nach der Vorrunde aus.

In Osnabrück werden im Juni auch einige wichtige Projekte angestoßen – hoffentlich mit etwas mehr Erfolg als beim Fußball in Russland. Drei Wochen vor Ablauf der Frist stellt Unibail Rodamco Westfield einen Bauantrag für das Einkaufszentrum am Neumarkt. Damit endet eine jahrelange Zeit der Unsicherheit, während der viele Osnabrücker daran gezweifelt haben, dass der Investor das Projekt mit dem Arbeitstitel „Oskar“ wirklich realisieren will. 130 Millionen Euro sollen am Neumarkt investiert werden. Nach der Genehmigung des Bauvorhabens durch die Stadt will Unibail im März 2019 mit dem Abriss des grünen Kachelhauses und des alten Wöhrl-Gebäudes beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, kann das neue Einkaufscenter zum Weihnachtsgeschäft 2020 eröffnet werden.

Mit „Oskar“ wird sich das Gesicht des Neumarkts, was die Gebäude betrifft, entscheidend verändern. Ob und wie der Verkehr auf dem zentralen Platz fließen wird, ist noch nicht entschieden. Der Kasseler Verkehrsplaner Mathias Schmechting hat untersucht, ob ein Neumarkt ohne Busse machbar ist. Das Ergebnis: Ja, aber ...! Wenn die Busse nicht mehr über den Neumarkt führen, hätte dies einen deutlich höheren Betriebsaufwand und massive Nachfrageverluste zur Folge, so der Experte.

Auch in den Planungen der Stadtwerke für das neue Busliniennetz spielt der Neumarkt weiterhin eine zentrale Rolle. Mit der Einführung eines Systems von fünf vollelektrischen Metrobuslinien und Stadtbus- und Ergänzungslinien, einer Querverbindung vom Heger Friedhof zum Gewerbegebiet Hasepark sowie Park-and-ride-Stationen am Rubbenbruchsee und auf dem Ikea-Parkplatz soll das Busfahren ab Herbst 2019 attraktiver werden. Von der Möglichkeit, ihre Meinung zu den Plänen zu sagen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten, machen die Osnabrücker regen Gebrauch. Bewohner von Hörne, Atter und dem Widukindland befürchten, vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt zu werden, Haster kritisieren die geplante Linienführung der Elektrobusse in ihrem Stadtteil und der Verkehrsclub Deutschland beurteilt den Verlauf und die Taktung der neuen Querverbindung kritisch. Zudem will das Möbelhaus Ikea seinen Kundenparkplatz nicht für Park-and-ride zur Verfügung stellen. Bis der Rat am 30. Oktober 2018 das neue Busnetz beschließen kann, besteht noch reichlich Gesprächs- und Änderungsbedarf.

Besiegelt ist dagegen der Verkauf der beiden alten Getreidespeicher im Hafen an der Elbestraße. Die neu gegründete Osnabrücker Speicher GbR, ein Zusammenschluss von vier Unternehmern aus Osnabrück und Umgebung, kauft die historischen Bauwerke aus der NS-Zeit von der Erschließungsgesellschaft ESOS, einer hundertprozentigen Tochter der Stadtwerke. In einem der 60 Meter langen und fünf Stockwerke hohen Gebäude, wollen die Eigentümer Räume für Ateliers, Büros und Gastronomie schaffen. In dem anderen sollen Proberäume für junge Musiker entstehen. Auch Tänzer, Künstler und Bildhauer könnten dort einen Platz finden.

Neue Wege beschreiten Vertreter aus Wirtschaft und Kommunalpolitik auf einer viertägigen Reise nach Israel. Bisher gab es kaum Beziehungen zwischen Politikern und Unternehmern aus der Region und Israel. Unter Federführung der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Emsland werden jetzt bei Besuchen der Außenhandelskammer, von Unternehmen und Start-ups sowie bei Treffen mit örtlichen Politikern zahlreiche Kontakte geknüpft und mögliche Kooperationen angebahnt.

Rund um Osnabrück

Im Prozess um die Wahlfälschung bei der Kommunalwahl in Quakenbrück fällt das Landgericht Osnabrück sein Urteil. Der Linken-Politiker Andreas Maurer wird zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten und einer Woche verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt. Wenn das Urteil rechtskräftig wird, muss Maurer seine Mandate als Fraktionschef im Kreistag, im Artländer Samtgemeinderat und im Quakenbrücker Stadtrat abgeben. Das Gericht wirft dem Kommunalpolitiker vor, die Briefwahlunterlagen für einen Wahlberechtigten ausgefüllt zu haben und ihn zur Abgabe einer falschen eidesstattlichen Erklärung verleitet zu haben. Außerdem soll Maurer in einem anderen Fall die Wahlbenachrichtigungskarte in Gewahrsam genommen und unterschlagen haben. Gegen das Urteil will Andreas Maurer Revision einlegen und vor den Bundesgerichtshof ziehen, da kein Zeuge vor Gericht ausgesagt habe, dass er für einen Wahlberechtigten die Kreuze gesetzt habe.

Der Osnabrücker Kreistag beschließt eine Kooperation mit der Stadt beim Bioabfall. Ab 2021 soll die noch zu gründende Awigo Biomasse GmbH in Stadt und Landkreis für die Verwertung des Biomülls zuständig sein. Die neue Gesellschaft wird eine Öffentlich-Private Partnerschaft sein. 51 Prozent der Anteile werden von Tochterunternehmen von Stadt und Landkreis gehalten. Mit 49 Prozent wird ein Tochterunternehmen des Entsorgungskonzerns Remondis beteiligt sein.

In Georgsmarienhütte protestieren etwa 25 Menschen vor dem Flüchtlingsheim in der Kolpingstraße mit einer Sitzblockade, Sprechchören und Transparenten gegen ihre Verlegung in eine andere Unterkunft. Sie kritisieren, dass sie erst einen Tag vorher von der Verlegung erfahren haben und dass das neue Haus zu weit vom Ortskern entfernt liegt. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück. Weil ein Dolmetscher fehlte, hätte man die Geflüchteten nicht eher informieren können, so die Stadt. Außerdem mussten kurzfristig drei Flüchtlingsfamilien aus Bramsche zentrumsnah untergebracht werden. Nach Angaben der Stadt steht den Bewohnern in der neuen Unterkunft sogar mehr Platz zur Verfügung. Trotz der angespannten Atmosphäre verläuft der Umzug anschließend friedlich.

Zwölf Jahre lang wurde diskutiert und geplant, jetzt gibt der Georgsmarienhütter Rat den Startschuss für die Neugestaltung der Sportanlage am Rehlberg. Für sieben Millionen Euro werden in die Freianlage, Aufenthaltsräume sowie Duschen und Umkleiden investiert. Ende 2020 soll dann der Ball auf dem neuen zentralen Sportplatz rollen.

In Bad Iburg sorgen Schmierereien am Gymnasium für Aufsehen. Ende Mai war das Schulgebäude durch Graffitis und Vandalismus beschädigt worden. Inzwischen hat die Polizei fünf Tatverdächtige ermittelt. Zwei von ihnen waren Schüler des Gymnasiums, einer gehörte zum diesjährigen Abiturjahrgang. Auf der Abiturfeier distanziert sich Schülersprecher Alexander Starr im Namen seiner Mitschüler von den „menschenverachtenden Schmierereien“. Der tatverdächtige Abiturient war von der Feier ausgeschlossen worden.

Bad Laers Bürgermeister Franz Vollmer geht zum Monatsanfang aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Bei der Bürgermeisterwahl 2014 hatte Vollmer, der für die „Bürger für Bad Laer“ antrat, 67 Prozent der Stimmen erhalten und den langjährigen Amtsinhaber Holger Richard abgelöst. Am 2. September 2018 wählen die Bad Laerer einen neuen Bürgermeister.

In Lotte ermittelt die Polizei nach einer Panne beim Schützenverein Dütestrand Wersen. Bei einem Adlerprobeschießen war der 400 Kilogramm schwere Kugelfang unkontrolliert zu Boden gefallen. Ursache war vermutlich ein Bedienungsfehler. Verletzt wurde niemand. Kurz zuvor hatte Pressewart Roland Glückhardt noch erklärt, was am neuen Schießstand auf dem Gelände des Jugendtreffs „Sit in“ alles erneuert und verbessert wurde.


Hier fassen wir jeweils zum Ende eines Monats die wichtigsten Themen der vorangegangenen Wochen in Kurzform zusammen. Ähnlich wie in den beliebten Jahresrückblicken der Zeitung können Sie hier alles Wissenswerte des Monats aus Osnabrück und Umgebung Revue passieren lassen. Hyperlinks im Text führen Sie bequem zu vorheriger Berichterstattung.

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