Beim Urlaub in China gesichtet Kum Gluck a us Os labruek: seltsames Osnabrück-Shirt aufgetaucht

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Ineke Bolduan-Burggräf musste bei ihrem Urlaub in Peking zwei Mal hinsehen: Da trug doch wer ein T-Shirt mit dem Namen Osnabrück drauf. Naja, fast jedenfalls. Foto: Ineke Bolduan-BurggräfIneke Bolduan-Burggräf musste bei ihrem Urlaub in Peking zwei Mal hinsehen: Da trug doch wer ein T-Shirt mit dem Namen Osnabrück drauf. Naja, fast jedenfalls. Foto: Ineke Bolduan-Burggräf

Osnabrück. Eine aus Osnabrück stammende Frau musste in ihrem Urlaub in Peking zwei Mal hinsehen – und traute trotzdem ihren Augen nicht: Da trug doch wer ein T-Shirt mit dem Namen Osnabrück drauf. Naja, fast jedenfalls.

Kennen Sie Os labruek? Nein? Nun, die Chinesin, die das T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich Komm‘kum Gluck a us Os labruek“ in Peking trägt, vermutlich auch nicht. Wahrscheinlich genauso wenig wie die Stadt Osnabrück – und den Werbespruch „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“.

Jedenfalls vermutet dies Ineke Bolduan-Burggräf. Heute lebt die Lehrerin in Aachen, kommt aber ursprünglich aus Bad Iburg und hat in Osnabrück studiert. Zum Glück, denn sonst wäre das Foto nicht entstanden. „Ich war mit meiner Familie in Peking, ging dort durch den Supermarkt, habe aus dem Blickwinkel das T-Shirt registriert – und musste dann stutzen: Den Spruch kenne ich doch. Irgendwie“, erzählt sie gegenüber unserer Redaktion.

Ein Spruch geht um die Welt

Ein weiterer Blick und Bolduan-Burggräf musste lachen, da der Spruch arg verfremdet war. „Ich habe die Frau, die das T-Shirt trug, auch sofort angesprochen, aber sie verstand kein Englisch und natürlich auch kein Deutsch. Wahrscheinlich weiß sie gar nicht, was dort steht – und dass es dort falsch steht.“

Allerdinge durfte Bolduan-Burggräf ein Foto machen. Das schickte sie dann allen ihren Osnabrücker Freunden, die mit viel Freude auf dieses skurrile T-Shirt reagierten. Eine von ihnen veröffentlichte das Bild in der Facebook Gruppe „Du lebst schon lange in Osnabrück, wenn...“ – wo es ebenfalls für Heiterkeit sorgte.

Von einer in China lebenden Deutschen erfuhr Bolduan-Burggräf später, dass in China oftmals Kleidung und Alltagsgegenstände mit westlichen oder vermeintlich westlichen Werbeslogans und Markensprüchen bedruckt werden. „Das ist hier wohl auch der Fall“, sagt sie.

Modelabel nutzte Spruch schon

Tatsächlich könnte das in Peking aufgetauchte T-Shirt die missglückte Kopie eines Designer-Shirts sein. Der Spruch „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“ ist im vergangenen Jahr nämlich modisch geadelt worden: Das Pariser Label Vetements hatte bei den Modeschauen in Paris ein männliches Model in einem grünen T-Shirt mit eben diesem Aufdruck losgeschickt. Warum ausgerechnet dieser Slogan gewählt wurde, hat das Label auch auf mehrere unserer Anfragen nie erklärt.

AH17/18 SHOW

Ein Beitrag geteilt von VETEMENTS (@vetements_official) am Jan 25, 2017 um 5:42 PST

Zeitweise gab es das T-Shirt für stolze 369 Euro zu erwerben.

Daher kommt der Osnabrück-Spruch

Seinen Ursprung hat der Spruch „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück“ allerdings in einer 2002 von mehreren Unternehmen und dem „Stern“ durchgeführten Umfrage. Die ergab damals, dass die glücklichsten und zufriedensten Menschen in Osnabrück lebten. Die Stadt wollte dieses Ergebnis für sich nutzen.

Aus dem anfänglichen Plan, es auf ein Ortseingangsschild zu schreiben, wurde eine ganze Kampagne, die die Osnabrücker Werbeagentur Hagenhoff entwickelte. Der prägende Satz: „Ich komm‘ zum Glück aus Osnabrück!“ Da die Bevölkerung beteiligt werden sollte und zu diesem Zeitpunkt gerade die Maiwoche stattfand, wurden T-Shirts mit dem Slogan bedruckt. Allerdings mit dem korrekten Wortlaut – und nicht mit „Os labruek“.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN