Undankbare Aufgabe Live im Grünen: Indie-Pop mit Wirfürwen am Büdchen

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              Das zum Trio geschrumpfte Bremer Quartett Wirfürwen lieferte am Büdchen den Soundtrack zum deutschen WM-Vorrundenaus. Foto: Thomas OsterfeldKlein mit Hut : Das zum Trio geschrumpfte Bremer Quartett Wirfürwen lieferte am Büdchen den Soundtrack zum deutschen WM-Vorrundenaus. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Im Rahmen der Reihe „Live im Grünen“ spielte die Bremer Indie-Pop-Band Wirfürwen am Büdchen am Westerberg – unter schwierigen Bedingungen.

Denn das an diesem Abend zum Trio geschrumpfte Quartett war nicht nur kurzerhand zum Lückenfüller zwischen zwei Fußballübertragungen degradiert worden, sondern hatte darüber hinaus auch noch die undankbare Aufgabe, kurz nach dem historischen WM-Vorrundenaus der deutschen Mannschaft die Stimmung wieder in den grünen Bereich zu spielen – was zunächst auch deshalb nahezu unmöglich schien, da auf der großen LED-Wand hinter den drei Jungs weiterhin die Sportübertragung zu sehen war. Aber sie mühten sich redlich, aus der „After Show“-Party, die mit einem Geburtstagsständchen für den Veranstalter begann, eine Art Soundtrack zum Desaster zu machen. Das Lied „Sexy Falten“ etwa widmeten sie augenzwinkernd Mario Gomez. Und mit Titeln wie „Mir ist schlecht“ oder „Weltuntergang“ hätten sie wohl einigen Public Viewern aus der Seele gesprochen. Allein interessierte es trotz aller verzweifelten Animations- und Interaktionsbemühungen und bis hin zur absoluten Ignoranz nahezu niemanden, was nach und vor dem Spiel auf der Bühne passierte.

Pop-Perlen ohne Publikum

So spielten dort die erklärten Fußballfans Dennis Bokelmann am Schlagzeug, Jörg Niedderer am Keyboard und Sänger Daniel Hohorst an der Gitarre mit mitunter dezentem Funk-Appeal und so eingängig wie gefühlvoll treibenden Pop-Perlen wie „Liebe/Kabale“ oder „Gute Zeit“, auf die sie nostalgisch zurückblickten, vornehmlich gegen ihre eigene Enttäuschung und Agonie an. Ein dickes Fragezeichen hinter ihrem Bandnamen wäre bei diesem Auftritt ohne wirkliches Publikum, aus dem sie aber zumindest für sich selbst das Beste herausholten, denkbar passend gewesen. Nach einer unnötigen Pause blieben Wirfürwen nur rund zehn Minuten „Nachspielzeit“, da ja bereits das nächste Spiel gezeigt werden musste. Die Veranstalter wären gut beraten, sich in Zukunft für eines von beiden zu entscheiden: Fußball oder Konzert. Beides zusammen macht Musiker nicht nur zu Pausenclowns, sondern noch dazu zu solchen ohne jede Wirkung.


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