Durch Sondereffekt Hoher Gewinn: Stadtwerke Osnabrück verdienen zehn Millionen Euro

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Der Windpark Rieste, gebaut und betrieben von den Stadtwerken Osnabrück. Der Verkauf von 24,9 Prozent der Anteile beschert den Stadtwerken einen satten Jahresüberschuss. Das Foto entstand 2016 bei der Montage eines 140 Meter hohen Windrades. Foto: Stadtwerke Osnabrück/StratoDer Windpark Rieste, gebaut und betrieben von den Stadtwerken Osnabrück. Der Verkauf von 24,9 Prozent der Anteile beschert den Stadtwerken einen satten Jahresüberschuss. Das Foto entstand 2016 bei der Montage eines 140 Meter hohen Windrades. Foto: Stadtwerke Osnabrück/Strato

Osnabrück. Die Stadtwerke Osnabrück haben das Jahr 2017 mit einem Gewinn von 10,5 Millionen Euro abgeschlossen. Das ist der höchste Jahresüberschuss seit knapp zehn Jahren. Er resultiert vor allem aus dem Verkauf von Anteilen an dem Windpark in Rieste.

Wie in den Vorjahren schütten die Stadtwerke drei Millionen Euro an die Stadt Osnabrück aus, der restliche Jahresüberschuss wandert zur Stärkung des Eigenkapitals aufs Sparkonto. Die Eigenkapitalquote steigt dadurch um einen Prozentpunkt auf 28,2 Prozent. „Es stehen wichtige und zukunftsweisende Investitionen in die Infrastruktur unserer Stadt an“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in seiner Funktion als Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende während der Jahreshauptversammlung am Mittwochnachmittag. „Dazu gehören Investitionen in den Breitbandausbau, in neue Mobilitätsformen oder auch in neue Energiekonzepte“, so Griesert. „Und dafür benötigen wir kompetente Stadtwerke in kommunaler Hand, die die Zukunftsaufgaben aus eigener Finanzkraft heraus anpacken können.“

Mehr als geplant

Der Jahresüberschuss ist doppelt wo hoch wie geplant. Erwartet hatten die Stadtwerke-Vorstände Christoph Hüls und Stephan Rolfes fünf Millionen Euro. In den vergangenen Jahren verdiente die städtische Tochtergesellschaft in der Regel zwischen drei und fünf Millionen Euro. Vor allem die verfehlten Kohle-Investitionen belasteten die Bilanzen 2013 und 2014. Im Folgejahr setzten die Stadtwerke ein stringentes Spar- und Effizienzprogramm um. Den höchsten Überschuss der jüngeren Geschichte meldeten die Stadtwerke 2009, als nach dem Verkauf von Finanzanlagen 29 Millionen Euro Gewinn verbucht wurden.

Auch 2017 geht der hohe Überschuss vor allem auf einen Sondereffekt zurück. Im vergangenen Jahr verkauften die Stadtwerke 24,9 Prozent ihrer Anteile am Windpark in Rieste – 9,9 Prozent an die Gemeinde Rieste und 15 Prozent an die Hase-Energie GmbH, eine Tochtergesellschaft der Samtgemeinde Bersenbrück. Der Windpark Rieste war im Juni 2016 unter der Regie der Stadtwerke Osnabrück ans Netz gegangen. Rund 23 Millionen Euro hatte das Unternehmen in den Bau der vier Windkraftriesen vom Typ Vestas investiert. Die vier Anlagen an der A1 erzeugen 34 Millionen Kilowattstunden grünen Windstrom im Jahr – eine Menge, mit der gut 10000 Haushalte versorgt werden können.

Kunden sparen Strom und Wasser

Im operativen Geschäft blieben die Stadtwerke im Plan, auch wenn die Umsatzerlöse im Vergleich zu 2016 um 34 Millionen Euro zurückgingen. Ein Grund: Die Kunden sparen Strom und Wasser. Die Stromabgabe sank um knapp sieben Prozent, obwohl gleichzeitig die Zahl der Hausanschlüsse leicht um 100 auf 30450 stieg. Die Abwassermenge reduzierte sich um zwanzig Prozent auf 16,5 Millionen Kubikmeter. Auch der Umschlag im Hafen ging zurück, von 623000 auf 500000 Tonnen. Die Zahl der Fahrgäste im Öffentlichen Nahverkehr blieb mit 36,5 Millionen Euro konstant (2016: 36,2 Millionen).

Mit Investitionen von 31,7 Millionen Euro waren die Stadtwerke auch 2017 ein wichtiger Impulsgeber für die regionale Wirtschaft. Nach Berechnungen der Stadtwerke kaufte das kommunale Unternehmen 2017 in der Region für 46,8 Millionen Euro Material und Dienstleistungen ein.

Elektromobilität

„Wir arbeiten an innovativen und attraktiven Energie-, Mobilitäts- und Freizeitangeboten für die Menschen in und um Osnabrück“, sagte Vorstandsvorsitzender Hüls. Als Beispiele nannte er Kombi-Angebote für die Energieerzeugung und -speicherung sowie für die Elektromobilität, die Entwicklung des Landwehrviertels und Freizeit-Leuchttürme wie die in 2017 eröffnete E-Kartbahn Nettedrom. „Im Fokus unseres Handelns steht für uns immer die Frage, wie wir den wachsenden Kundenansprüchen an uns gerecht werden und so einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität in unserer Region leisten“, so Hüls.

Sein Vorstandskollege Rolfes stellte die Bedeutung der Mobilitätswende heraus. „Die Zukunft der Mobilität ist plattformbasiert“, sagte Rolfes. „Die verschiedenen Verkehrsträger wie Bus, Bahn, Carsharing und Fahrrad werden hierüber vernetzt. Die Plattform sagt dem Kunden dann, wie er am schnellsten, günstigsten und bequemsten von A nach B kommt.“ Eine Schlüsselrolle nehme dabei die Elektrifizierung und die Beschleunigung des Nahverkehrs ein. „Ende des Jahres startet unsere erste rein elektrische Buslinie im Stadtgebiet. Weitere werden folgen, die dann auf schnellen Achsen unterwegs sind und so den Nahverkehr attraktiver machen.“


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