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27.06.2018, 16:00 Uhr STADTWERKE OSNABRÜCK

Überschuss nicht auf dem Sparkonto liegen lassen

Kommentar von Wilfried Hinrichs

Foto: Sebastian StrickerFoto: Sebastian Stricker

Osnabrück. Die Stadtwerke schütten nur drei Millionen Euro an die Stadt aus, trotz eines hohen Gewinns von zehn Millionen Euro. Ist das im Sinne der Verbraucher und Steuerzahler? – Ja.

Die Stadtwerke haben sich unter dem Druck des liberalisierten Versorgungsmarktes neue Geschäftsfelder erschlossen. So bieten sie sich Kommunen und kommunalen Gesellschaften als Dienstleister im Bereich der erneuerbaren Energien an. Bedauerlich für die städtische Tochter, dass die veränderte Gesetzgebung, die aufwendige Ausschreibungsverfahren verlangt und Bürgergenossenschaften dabei einen Vorrang einräumt, diesem Geschäftsmodell den Boden entzogen hat. Immerhin: Jetzt fahren die Stadtwerke mit dem Verkauf der Rieste-Anteile einen Teil der Ernte ein.

Vor einigen Jahren noch hätten die Gesellschaftsvertreter – also die gewählten Ratsmitglieder – diese zusätzlichen Millionen vermutlich in den städtischen Haushalt überweisen lassen, um damit Löcher zu stopfen oder die dringendsten Investitionen zu finanzieren. Die Zeiten haben sich geändert. Glänzende Wirtschaftsdaten und hohe Zuweisungen vom Land verschaffen Osnabrück zurzeit eine finanziell angenehme Lage. Daher ist es richtig, die Extramillionen bei den Stadtwerken zu belassen und nicht für Wohltaten auszugeben. Das Geld wird schon bald die Finanzierung großer Investitionen erleichtern: für die Umstellung des Nahverkehrs vom Diesel- auf Elektroantrieb und den Ausbau der Breitbandversorgung.


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