Serie: Politiker und ihre liebsten Kulturorte Am liebsten Musical: Günter Sandfort schätzt das Theater Osnabrück

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Seit er im Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen sitzt, kennt Günter Sandfort sich auch hinter den Kulissen aus – zum Beispiel in der Maske. Foto: Swaantje HehmannSeit er im Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen sitzt, kennt Günter Sandfort sich auch hinter den Kulissen aus – zum Beispiel in der Maske. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Günter Sandfort eröffnet unsere Sommerserie, in der wir die Mitglieder des Kulturausschusses an ihren Kulturlieblingsorten vorstellen. Sandfort fällt die Wahl nicht schwer: Es ist das Theater.

An Günter Sandfort kann man wunderbar ablesen, wie wichtig und sinnvoll es ist, wenn ein Theater sein Publikum frühzeitig an sich bindet. „Über die Schule“ ist bei ihm die Theaterleidenschaft geweckt worden, so wirkungsvoll, dass er vor 35 Jahren das Schülerabo genutzt hat. Seit die eigenen Kinder älter sind, ist er wieder zum Abonnenten geworden; Sandfort ist Theatergänger aus Überzeugung, und das nicht, weil er im Kulturausschuss des Rates über die Geschicke des Theaters im Speziellen und der Osnabrücker Kulturszene im Allgemeinen befindet. Umgekehrt wird ein Schuh daraus. Weiterlesen: Das Niedersächsische Schülertheatertreffen zu Gast in Osnabrück

„Die Wertschätzung hat sich erhöht“

Beruflich leitet Sandfort den Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Osnabrück. Privat pflegt er seine „Affinität fürs Theater“, die auch sein politisches Handeln prägt. Deswegen arbeitet der CDU-Abgeordnete im Jugendhilfe- und im Sozial- und Gesundheitsausschuss, aber eben auch im Kulturausschuss mit. Außerdem sitzt er im Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen Osnabrück GmbH; so lautet der juristische Titel des Theaters. Diese Arbeit hat seinen Blick auf das Theater verändert, sagt er. „Als Gast blicke ich auf die Bühne. Als Aufsichtsrat schaue ich hinter die Kulissen.“ Der Perspektivwechsel bewirkt zweierlei: Er sieht, wo Verbesserungsbedarf besteht, aber „die Wertschätzung hat sich erhöht“, sagt er. Deswegen bekennt er sich zum städtischen Zuschuss für das Theater: „Die zehn Millionen Euro sind gut investiertes Geld.“ Da spricht natürlich der Politiker aus Sandfort, und als solcher greift er natürlich auch die beiden Dauerbrenner der Theaterfinanzierung auf: die Landesmittel für das Theater und die Beteiligung des Landkreises an der Finanzierung. Weiterlesen: Das Ipsen-Gutachten zur Theaterfinanzierung

„Der Sanierungsbedarf besteht“

„Eine Perle und ein Aushängeschild für die Stadt“ sei das Theater, sagt Sandfort, und ein Wirtschaftsfaktor. „Das meine ich nicht nur wegen der 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ein breites kulturelles Angebot und das Theater sind auch ein Entscheidungskriterium für Menschen, die in Osnabrück eine neue Heimat finden wollen.“ Damit, sagt Sandfort, kommt dem Theater eine „gesellschaftspolitische Funktion“ zu, die wiederum das Theater „unverzichtbar macht“, und zwar mit allen seinen vier Sparten.“ Deshalb müsse man „alles daran setzen, die Finanzierung zu stemmen“ – und da meint Sandfort nicht den laufenden Betrieb, sondern wird grundsätzlicher. „Der Sanierungsbedarf besteht“, sagt er. Aber er hofft da auf einen breiten Konsens im Rat, um die baulichen Maßnahmen gemeinsam umzusetzen.

Seine Liebe zum Theater macht Sandfort nicht unkritisch; natürlich findet er nicht jedes Stück gleichermaßen gut. „Mutter Courage war mir ein bisschen zu lang.“ Aber das Lob überwiegt deutlich: für „Die Zirkusprinzessin, für „Comedian Harmonists“, für „Chaplin“, für „Evita“; das hat er sogar zweimal gesehen. Unschwer lässt sich da Sandforts Faible für Musical herauslesen. In der kommenden Spielzeit freut er sich denn logischerweise besonders auf die anstehende Musicalproduktion, „The Producers“ von Mel Brooks.


Sie debattieren, streiten, diskutieren, suchen den Konsens und finden ihn meistens auch, wenn auch mitunter erst nach langen und anstrengenden Debatten: die Politikerinnen und Politiker im Kulturausschuss des Osnabrücker Rates. Sie kämpfen für die Sache, ernten Lob oder stecken Schelte ein, aber so oder so: Sie arbeiten ehrenamtlich für das Wohl und Werden der Osnabrücker Kulturszene. In einer Sommerserie auf Kultur regional wollen wir ihre politische Arbeit würdigen, in dem wir die Damen und Herren des Kulturausschusses vorstellen. Wir haben Sie dafür an ihren liebsten Kulturort in der Stadt gebeten. dö

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