Von der Schiefertafel zum iPhone „Littera“-Saison in Osnabrück endet mit Bruno Preisendörfer

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Bruno Preisendörfer ging mit seinem „Littera“-Publikum auf eine Zeitreise durch die Welt der Alltagsgegenstände. Foto: André HavergoBruno Preisendörfer ging mit seinem „Littera“-Publikum auf eine Zeitreise durch die Welt der Alltagsgegenstände. Foto: André Havergo

Osnabrück. Die aktuelle Saison der Lesereihe „Littera“ ging am Montag mit Bruno Preisendörfer und seinem Buch „Die Verwandlung der Dinge“ zu Ende. Thema war die Entwicklung von Alltagsgegenständen wie dem Telefon seit 1950.

Ein knalloranges Telefon mit Drehscheibe und eine elektrische Schreibmaschine stehen neben dem Lesetisch im Blue Note. Alltagsgegenstände, die ausgedient haben. Sie dienen zur Illustration der der letzten „Littera“-Lesung der aktuellen Saison mit Bruno Preisendörfer und seinem Buch „Die Verwandlung der Dinge“.

Der 1957 geborene Autor habe das Buch „zur Erholung“ zwischen zwei anderen Titeln geschrieben, wie er sagt. Derzeit sitzt er an einem viel mühevolleren Werk über den Komponisten Johann Sebastian Bach. „Die Verwandlung der Dinge“ dagegen ist eine lockere und philosophische Betrachtung der Entwicklung von Alltagsgegenständen von 1950 bis heute.

Bundespost musste für Telefon werben

Er habe für die Lesung aus seinem Buch ein „kleines Potpourri zusammengestellt“, erklärt Bruno Preisendörfer. Ein Thema ist das Telefon, das einst analog war und dessen Anschluss bei der Deutschen Bundespost beantragt werden musste. In den 70ern war die Post gar mit dem Slogan „Ruf doch mal an“ dafür, dass mehr Westdeutsche einen Anschluss beantragten, weil das Interesse am Telefon offenbar nicht groß genug war. 

Solche Vergleiche und Entwicklungen zieht Preisendörfer in seiner Zeitreise durch die Welt der Alltagsgegenstände nach. Preisendörfer selbst nutzte noch eine Schiefertafel, als er 1963 eingeschult wurde. Das, sagt er, sei allerdings schon damals ein Anachronismus gewesen.

Auch Zukunftsvision von damals macht Preisendörfer, etwa eine Dokumentation über das Jahr 2000 von 1972, in der die Rente mit 50 und eine 25-Stunden-Woche prophezeit werden. Es kommt eben oft anders als man denkt, wie sich nicht nur an diesem Beispiel im Buch zeigt.

Große Wissensansammlung

Um Nostalgie gehe es ihm nicht, betont Bruno Preisendörfer. Er beweist stattdessen ein großes Hintergrundwissen über die Entwicklung aller möglichen Gegenstände. Allerdings wird es zwischendrin auch ermüdend, dieser großen Datenansammlung von Wissen zu folgen, auch wenn Preisendörfer in unterhaltendem Ton erzählt.

Bemerkenswert ist dennoch vieles, etwa die Reaktion des damaligen Microsoft-CEO Steve Ballmer auf die Einführung des iPhone. Er lachte Steve Jobs aus und glaubte nicht an einen Erfolg des seiner Meinung nach überteuerten Telefons. Was für ein Irrtum. Bis 2016 hatte Apple über eine Milliarde des Kleincomputers verkauft.


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