Flüchtlingskinder im Fokus Fotoausstellung „Spurensuche“ im Stadtgalerie-Café

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Auf „Spurensuche“:
              
               Künstler und Kurator Christoph Peter Seidel (links) und Alicia Graf von der Exil-Initiative Freizeit für Flüchtlingskinder in der gleichnamigen Ausstellung im Stadtgalerie-Café. Foto: Gert WestdörpAuf „Spurensuche“: Künstler und Kurator Christoph Peter Seidel (links) und Alicia Graf von der Exil-Initiative Freizeit für Flüchtlingskinder in der gleichnamigen Ausstellung im Stadtgalerie-Café. Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Eine Ausstellung der Exil-Initiative Freizeit für Flüchtlingskinder zeigt im Stadtgalerie-Café bunte Handabdrücke, Schwarz-Weiß-Porträts und zwei große bemalte Paravents als Gemeinschaftsarbeit von einheimischen und geflüchteten Kindern.

Derartige Begegnungsprojekte zum Abbau von Vorurteilen und Berührungsängsten sind dabei nur eine von vielen spracharmen und niederschwelligen künstlerisch-kreativen, musikalischen oder sportlichen Freizeitaktivitäten, mit denen die im Jahr 2003 gegründete Initiative bis zu 30 Flüchtlingskindern einmal in der Woche die Möglichkeit einer Abwechslung vom tristen Lageralltag bietet. Auch Ausflüge werden organisiert, regelmäßig zum Beispiel zum Osnabrücker Industriemuseum, um die Kinder und Jugendlichen wenigstens für ein paar Stunden lang „herauszuholen“ etwa aus der zur Erstaufnahmeeinrichtung umfunktionierten ehemaligen Kaserne in Bramsche-Hesepe, die immer noch mit Stacheldraht versehen ist und nicht nur deshalb „keine kindgerechte Umgebung“ bietet, wie Alicia Graf betont, dich sich seit 2012 als eine von derzeit etwa 20 Ehrenamtlichen in der Freizeitinitiative für Flüchtlingskinder engagiert, die vor drei Jahren für ihr Konzept den Kinderschutzpreis des Kinderschutzbundes erhalten hat.

 

Da das Interesse an sozialem Engagement im Allgemeinen und an ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe im Besonderen in den letzten Jahren nachgelassen hat, besteht das Anliegen der Ausstellung zum einen darin, die aufgrund der ungewissen Bleibeperspektive instabile und angespannte Situation von Geflüchteten und die nicht ausreichenden Entfaltungsmöglichkeiten insbesondere von Kindern wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Zum anderen soll aber auch die in diesem Zusammenhang vorbildliche Arbeit der Initiative vorgestellt werden, die weitere Verstärkung gut gebrauchen könnte   

Verbleib unbekannt

Entstanden sind die bewegenden Schwarz-Weiß-Fotografien der ehemaligen, bei Freizeit für Flüchtlingskinder aktiven Kunststudentin Marcella Schich bereits vor fünf Jahren. Über den Verbleib der darauf kunstvoll ins rechte Licht gesetzten Kinder und Jugendlichen, die maximal bis zu einem halben Jahr in der Einrichtung leben, ist nichts bekannt. Spuren hinterlassen haben sie aber auch in Form ihrer bunt bemalten Handabdrücke, die ebenso in der Ausstellung „Spurensuche“ noch bis einschließlich Sonntag, 15. Juli, zu sehen sind wie die beiden Paravents am Eingang des Stadtgalerie-Cafés, die andere Flüchtlingskinder an zwei Tagen im Sommer 2015 gemeinsam mit Kindern aus der Nachbarschaft so multithematisch wie vielfarbig gestaltet haben. 

 

Für Kurator Christoph Peter Seidel vom Kunstcontainer der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) fügt sich die Ausstellung inhaltlich gut ein in das dortige Konzept, einer sich außerhalb des Mainstreams bewegenden „Outsider Art“ Freiräume und Foren zu bieten. Eröffnet wurde sie am Sonntag nicht nur mit Grußworten, sondern auch einer „eingedeutschten“ Lesung des syrischen German-Lifestyle (GLS)-Duos aus Hamburg und Göttingen, das die „schräge Geschichte“ seiner Integration ansonsten auch in einem erfolgreichen Youtube-Kanal humoristisch zuspitzt, sowie mit Musik der Hälfte des ebenfalls aus Syrien stammenden Sextettes Sola, das sowohl arabische als auch westlich geprägte Popsongs in seinem Repertoire hat.  


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