FSJ Kultur in Osnabrück Von einem, der auszog, Römer zu werden

Von Monika Vollmer

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Sein FSJ Kultur bei der Stadt- und Kreisarchäologie absolviert Johannes Dehl. Er bekam die Chance, in allen Aufgabenbereichen zu arbeiten. Foto: Monika VollmerSein FSJ Kultur bei der Stadt- und Kreisarchäologie absolviert Johannes Dehl. Er bekam die Chance, in allen Aufgabenbereichen zu arbeiten. Foto: Monika Vollmer

Osnabrück. Abwechslungsreich, entdeckerisch, begeisternd – mit diesen drei Adjektiven beschreibt Johannes Dehl sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Stadt- und Kreisarchäologie in Osnabrück.

Der 19-jährige Abiturient aus Hannover hat sich schon im Kindesalter für das Römische Reich interessiert. Direkt nach der Schulzeit bewarb sich Dehl per Internet für ein FSJ im Bereich Kultur bei der LKJ Niedersachsen, der Landesvereinigung Kultureller Jugendbildung. Zum Vorstellungsgespräch wurde er nach Osnabrück eingeladen und überzeugte mit dem Begrüßungssatz: „Ich will Römer werden“. Er ließ elf Bewerber hinter sich, bekam den Job und lebt und arbeitet seit dem 1. September 2017 in der Hasestadt.

Ausstellungen konzipieren

„Ich wollte wissen, wie der Alltag später sein wird“, erzählt Dehl, der ab Herbst in Köln Provinzialrömische Archäologie studiert. Er hilft bei Planungen, Ausstellungs-Neukonzeptionen, arbeitet als Grabungshelfer beim Abtragen einer hauchdünnen Bodenschicht in Kalkriese. Zwischendurch widmet er sich seiner Projektarbeit, bei der er mittels Fachbüchern und Hilfe eines Numismatikers aus Hannover römische Münzen aus Siedlungsfunden bestimmt. „Es ist wie bei einem 10000-teiligen Puzzle, von dem man nur 3000 Teile hat.“

Judith Franzen vom Team der Stadt- und Kreisarchäologie, ist voll des Lobes über ihren Schützling: „Der Job verlangt sehr viel Engagement, von beiden Seiten. Johannes taucht immer wieder mit Begeisterung in den Arbeitsalltag ein.“ Seinen schönsten Moment erlebte der gebürtige Hannoveraner gleich in der ersten Woche bei Ausgrabungen in Alfhausen. „Plötzlich hielt ich eine kleine Keramikscherbe in der Hand“, schildert er mit leuchtenden Augen seinen Fund aus der vorrömischen Eisenzeit.

Gut für Erfahrungen

Ein FSJ kann er nur empfehlen: „Das Jahr bereichert ungemein, hilft berufliche Erfahrungen zu sammeln, macht Spaß und ist spannend“, erzählt er und fügt schmunzelnd hinzu: „Denn bei Grabungen weiß man nie, was man findet.“


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