Osnabrücker Busnetz 2019 Osnabrücker Verkehrsclub kritisiert Pläne für „halben Ringbus“

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Die Pläne für das Osnabrücker Busnetz 2019 sind nach Ansicht des örtlichen Verkehrsclubs VCD noch nicht ausgereift. Insbesondere Verlauf und Taktung der neuen, nördlichen Bogenlinie 110 stimmen den Verein unzufrieden. Foto: Michael GründelDie Pläne für das Osnabrücker Busnetz 2019 sind nach Ansicht des örtlichen Verkehrsclubs VCD noch nicht ausgereift. Insbesondere Verlauf und Taktung der neuen, nördlichen Bogenlinie 110 stimmen den Verein unzufrieden. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Für unzureichend hält der Osnabrücker Verkehrsclub VCD die im Busnetz 2019 vorgesehene Tangentialverbindung vom Heger Friedhof zum Gewerbegebiet Hasepark. Die halbkreisartig durch den Norden der Stadt geführte Linie sei nicht lang genug, außerdem zu schlecht getaktet. Kritik gibt es auch an anderen Punkten.

Im Entwurf verknüpft die als Stadtbus-Linie 110 firmierende Tangentialverbindung Nord knapp 30 Haltestellen zwischen Weststadt und Fledder, stellt dabei unter anderem Anschlüsse her an alle fünf geplanten Metrobus-Linien. Verkehren soll sie allerdings nur montags bis freitags, und dann auch nur alle halbe Stunde. Dem Osnabrücker Kreisverband im Verkehrsclub Deutschland (VCD) geht das nicht weit genug. (Weiterlesen: So soll das Osnabrücker Busnetz ab Herbst 2019 aussehen)

Halbstundentakt für Fahrgäste unattraktiv

„Natürlich sollte die neue Linie 110 auch an Wochenenden und Feiertagen fahren“, fordert VCD-Sprecher Jörn Keck. In der Hauptverkehrszeit wäre zudem ein Zehn-Minuten-Takt nötig, davor und danach immerhin ein Viertelstundentakt. Andernfalls gebe es für die Fahrgäste teilweise so lange Wartezeiten, dass das Angebot unattraktiv werde. (Weiterlesen: Bürgermeinung zum Osnabrücker Busnetz 2019 ist gefragt)

Busnetz 2019 – per Klick auf die Grafik gelangen Sie auf eine pdf-Datei:

Busnetz 2019 Osnabrück

Mit dem Bus zur Arbeit und zum Einkaufen

Darüber hinaus müsse der „halbe Ringbus“ in beiden Richtungen deutlich weiter fahren als geplant, so Keck. Weil es gerade im industriell geprägten Stadtteil Fledder besonders viele Arbeitsplätze gebe, sei es angebracht, die Linie dort über die bislang vorgesehene Endhaltestelle „Gewerbegebiet Hasepark“ hinaus auch über die Schellenbergbrücke zu führen – oder nach einer Brückenrenovierung über die Hamburger Straße. Dann würden sich laut VCD-Sprecher auch weitere Anschlüsse ergeben, etwa an die künftigen Stadtbus-Linien 71 (Voxtrup – Hauptbahnhof) und 171 (Industriegebiet West –Hettlicher Masch). „Am anderen Ende der Linie 110 wäre eine Verlängerung von Heger Friedhof bis Spitze Hellern sinnvoll“, meint Keck und verweist unter anderem auf das dortige Einkaufszentrum Blankenburg. (Weiterlesen: Osnabrücker Neumarkt ohne Busse? Machbar, aber...)

Krankenhäuser nicht gut genug angebunden

Mit Blick auf den künftigen Verlauf der Hochschullinie 22 (Campus Westerberg/ICO –Hauptbahnhof) schlägt der Osnabrücker Verkehrsclub vor, diese um eine Haltestelle bis zur Paracelsus-Klinik zu verlängern. So werde das privat geführte Krankenhaus mit seinen vielen Beschäftigten, Patienten und Besuchern direkt an die Innenstadt angebunden und nicht ausschließlich von der Bogenlinie 110 bedient. Gleichsam empfehle sich für das Marienhospital im Zentrum eine neue Haltestelle am Pottgraben, wo ab Herbst 2019 die Linie 71 verkehren soll. Ersatz scheint dem VCD nötig, weil die heutige, kleine Elektrobus-Linie 94 (Hauptbahnhof – Marienhospital) im Entwurf der Stadtwerke nicht mehr auftaucht. (Weiterlesen: Osnabrücker Elektrobus knackt 100.000-Kilometer-Marke)

Ruftaxis die Lösung für entlegene Bereiche?

„Natürlich sollte die neue Linie 110 auch an Wochenenden und Feiertagen fahren“

Um ferner eine völlige Abkopplung entlegener Bereiche wie Hörne oder Siedlung Widukindland vom ÖPNV-Netz zu verhindern, macht sich Keck für die Einführung von Ruftaxis stark. Gemeint sind Shuttlefahrzeuge, die nur auf Bestellung dorthin vordringen, wo dem Verkehrsbetrieb ein häufiger Abstecher mit dem Bus unrentabel erscheint. Solche Anrufliniendienste würden die Kunden dann zum Bustarif von und zur nächsten Taktlinien-Station bringen. „So etwas wäre vorstellbar als Zubringer von Haltestellen am Hörner Weg zum Übergang Spitze Hellern oder aus der Siedlung Widukindland zu Haltestellen an der Bremer Straße.“ (Weiterlesen: Osnabrücker Busnetz 2019 – Stadtteile fühlen sich abgehängt)


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