Emotionaler Abschied Hartmut Bruns verlässt das Kreuzfahrtschiff EMA

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Die Sonnenbrille auf der Nase, den Cocktail in der Hand – so konnte der scheidende Schulleiter des EMA Gymnasiums, Hartmut Bruns, mit Andrea Gutzmann die liebevoll gestaltete Veranstaltung zu seinem Abschied verfolgen. Foto: Jörn MartensDie Sonnenbrille auf der Nase, den Cocktail in der Hand – so konnte der scheidende Schulleiter des EMA Gymnasiums, Hartmut Bruns, mit Andrea Gutzmann die liebevoll gestaltete Veranstaltung zu seinem Abschied verfolgen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Gäste der Abschiedsfeier für den Leiter des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums, Hartmut Bruns, waren sich einig: „Wer zum Ende seiner beruflichen Laufbahn eine solche Veranstaltung geschenkt bekommt, muss während seiner Dienstzeit (fast) alles richtig gemacht haben.“

Die Organisatoren hatten ihre Passagiere zuvor auf eine perfekt und mit viel Herzblut in Szene gesetzte, zweistündige Reise auf dem Kreuzfahrtschiff EMA mitgenommen. Vor 25 Jahren hatte Bruns auf der EMA angeheuert. Seit 1997 hat er das Schulschiff als Kapitän gesteuert. Die Höhen und Tiefen der Reise durch die oft von den wechselnden Winden der Bildungspolitik aufgepeitschte See boten den Organisatoren von Kollegium, Eltern- und Schülerschaft reichlich Gelegenheit die nautischen Fähigkeiten ihres Kapitäns zu loben. Und so ging die muntere letzte Reise für Bruns laut seiner ersten Offizierin, der stellvertretenden Schulleiterin Andrea Gutzmann, denn auch von Sunny Hill (Sonnenhügel) in das schön Land „Pensionata“, in dem der 66-Jährige nun seinen Ruhestand verbringen wird.

Kurz und knapp

Der hatte zu seinem Abschied, sozusagen als letzten Befehl, das Motto „kurz und knapp“ ausgegeben. Dieser Wunsch wurde ihm von allen angetretenen Rednern in wohltuender Form erfüllt. Aber so kurz die Reden auch waren, sie erfüllten alle einen Zweck: Ein Lob für einen Schulleiter, der sich mit ganzem Herzen seiner Schule und seinen Schülern verschrieben hat. Dabei war Bruns sicherlich nicht immer ganz einfach im Umgang. „Was gesagt werden musste, haben Sie gesagt“, formulierte es die Vertreterin der Landesschulbehörde Silvia Pünt-Kohoff vorsichtig. Gemeint sein dürfte damit, dass sich der Leiter des Emas nie zu schade war, seine Meinung auch öffentlich zu äußern, zuletzt bei der unglücklich gelaufenen Abordnungen von Gymnasiallehrern an andere Schulformen im vergangenen Jahr oder nach der Stellenstreichung für zwei DAZ-Lehrkräfte am Ema und am Ratsgymnasium, für deren Erhalt sich Bruns gemeinsam mit seinem Rats-Kollegen Lothar Wehleit vehement eingesetzt hatte. Gleichwohl zollte Pünt-Kohoff Bruns ihren Respekt – auch dafür, dass er an seiner Schule Raum geschaffen habe für Schüler mit „schwierigen Lebensumständen“.

Unverzichtbarer Bestandteil der Osnabrücker Schullandschaft

„Das Ema ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Osnabrücker Schullandschaft“, machte Schuldezernent Wolfgang Beckermann deutlich. Er verwies auf die zweimalige Teilnahme des Gymnasiums am Deutschen Schulpreis, die jeweils mit einem Platz unter den besten 15 Schulen der Republik endeten. Bei dem sehr guten Ruf der Schule wolle man gerne Passagier auf dem Kreuzfahrtschiff Ema sein. Beckermann vergaß auch nicht zu betonen, dass die Schule nun auch noch ein neues Deck in Form eines Anbaus für die Umstellung auf das Abitur nach 13 Jahren bekomme. Spekulationen, das Ema könne in einer Integrierten Gesamtschule am Standort Sonnenhügel aufgehen, dürfte damit endgültig der Nährboden entzogen sein. Auch dies war immer ein Herzensanliegen des Schulleiters Hartmut Bruns.

Fordernder Charakter

Bruns – in profunder Kenntnis der eigenen Person und seines manchmal recht fordernden Charakters für seine Schule –zitierte in seiner Ansprache einen Kollegen, der gesagt haben soll, dass „die in der Schulverwaltung eine Partie feiern, wenn du mal weg bist.“ Ob dem so ist, bleibt ein Geheimnis der Verwaltung. Aktenkundig und belegbar durch lebhaften Schriftverkehr dürften aber die Wünsche sein, mit denen der Schulleiter des Ema die Verwaltung immer wieder aufgefordert hat, Geld in seine Schule zu investieren.

Die Familie Bruns hat bei so viel Einsatz wohl so manches Mal auf den Vater verzichten müssen. Bruns zitierte seine Tochter, die in jungen Jahren für ihre Schule einmal einen Text verfasst habe, in dem es hieß: „Mein Vater hat zwei Frauen. Eine heißt Elke, die andere Ema. Mit der Letzteren verbringt er mehr Zeit.“

791 gute Wünsche der Schüler

Am Ende der emotionalen aber nie kitschigen Veranstaltung war der Koffer des Kapitäns vollgepackt mit Erinnerungen an die Zeit am Ema und mit den besten Wünschen aller, vor allem aber auch der Schüler, für die stellvertretend die Schülersprecher Eike Freisel und Paulin Kröger ein großes Glas mit in kleinen Briefen festgehaltenen Wünschen der 791 Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in den Koffer legten.


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