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Dämpfer für Stadtwerke-Pläne Ikea Osnabrück lehnt P+R auf Kundenparkplatz ab

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1230 Autos passen auf den Kundenparkplatz von Ikea in Osnabrück. Für Park-and-ride-Zwecke, wie es die Stadtwerke sich vorstellen, will der schwedische Möbelgigant die Fläche jedoch nicht freigeben. Foto: David Ebener1230 Autos passen auf den Kundenparkplatz von Ikea in Osnabrück. Für Park-and-ride-Zwecke, wie es die Stadtwerke sich vorstellen, will der schwedische Möbelgigant die Fläche jedoch nicht freigeben. Foto: David Ebener

Osnabrück. Das schwedische Einrichtungshaus Ikea will seinen Kundenparkplatz in Osnabrück nicht für Park-and-ride (P+R) zur Verfügung stellen. Entsprechende Pläne der Stadtwerke, die im Busnetz 2019 eine Aufwertung der Haltestelle vorsehen, erhalten damit einen Dämpfer.

Auf den Ikea-Kundenparkplatz im Gewerbegebiet Hellern passen nach Unternehmensangaben mehr als 1230 Autos. In Kombination mit der angrenzenden Haltestelle bietet er damit aus Sicht der Stadtwerke beste Voraussetzungen für den Wechsel auf öffentliche Verkehrsmittel. Schon heute würden viele Einpendler ihre Wagen dort abstellen und mit den beiden bestehenden Linien (31, 91) in die City weiterfahren, erklärten Verantwortliche des kommunalen Verkehrsbetriebs Mitte Juni bei der Vorstellung ihrer Entwürfe für das Busnetz 2019. Inwieweit der Standort nahe der Autobahn 30 künftig als offizielle P+R-Station dienen könne, werde zurzeit gemeinsam mit Ikea ausgelotet, hieß es. (Weiterlesen: P+R am Osnabrücker Rubbenbruchsee geplant)

„Erste Abstimmungsgespräche“mit Stadtwerken

Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte der Möbelgigant am Montag „erste Abstimmungsgespräche“ mit den Stadtwerken. Auch ein Vor-Ort-Termin sei in Kürze geplant. „Hier ist jedoch noch nichts entschieden“, teilte Sprecherin Chantal Gilsdorf mit. Bei den Verhandlungen sei es bislang auch nur um den beabsichtigten Ausbau der Bushaltestelle „Ikea“ zum Dreifachknoten mit Metrobus- und Tangenten-Anschluss gegangen. (Weiterlesen: Bürgermeinung zum Osnabrücker Busnetz 2019 ist gefragt)

Busnetz 2019 – per Klick auf die Grafik gelangen Sie auf eine pdf-Datei:

Busnetz 2019 Osnabrück

P+R gefährdet „positives Einkaufserlebnis“

Eine mögliche Freigabe des Ikea-Parkplatzes für Park-and-ride-Zwecke sei bislang kein Thema gewesen. „Eine solch veränderte Nutzung kommt für uns auch grundsätzlich nicht in Frage“, stellte Gilsdorf klar. Andernfalls käme es zu Überschneidungen zwischen Kunden- und Pendlerverkehr – mit der Folge, dass Ikea kein „positives Einkaufserlebnis mehr gewährleisten könnte“. Denn dazu gehöre die Bereitstellung ausreichender Parkmöglichkeiten. (Weiterlesen: Osnabrücker Busnetz 2019 – Stadtteile fühlen sich abgehängt)

Nichts gegen Aufwertung der Bushaltestelle

Zwar sei eine bessere Anbindung des Einrichtungshauses an den öffentlichen Nahverkehr „durchaus interessant“, wie das Unternehmen weiter mitteilte. „Wir möchten, dass uns auch möglichst viele Besucher mit alternativen Verkehrsmitteln erreichen können.“ Dies werde jedoch nicht zulasten der Kunden gehen, „die weiterhin mit dem Auto zu uns kommen und erwarten, dass sie dabei auch jederzeit einen Parkplatz finden können“, betonte Gilsdorf. (Weiterlesen: Eine Stadtbahn für Osnabrück zum Sonderangebot?)

Baumarkt-Wunschfläche wäre eine Alternative

„Eine solch veränderte Nutzung kommt für uns grundsätzlich nicht in Frage“

Sollte es bei der ablehnenden Haltung von Ikea bleiben, rückt als möglicher P+R-Standort im Osnabrücker Südwesten möglicherweise eine andere Fläche wieder stärker ins Blickfeld. Diese liegt nur einige Hundert Meter weiter stadteinwärts nahe der Bushaltestelle „Hellern“. Zuletzt hatte die saarländische Baumarkt-Gruppe Globus ein Auge auf das vier Hektar große Grundstück an der Rheiner Landstraße geworfen. Eine entsprechende Bauvoranfrage wird gegenwärtig von der Stadt geprüft.


Bürgerbeteiligung am Busnetz 2019

Wie soll das Osnabrücker Busnetz der Zukunft aussehen? Die Stadtwerke haben dazu Mitte Juni einen Plan vorgelegt. Jetzt sind die Bürger dran, ihre Meinung zu sagen und Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Bis zum 15. August 2018 haben die Osnabrücker Gelegenheit, sich im Internet auf swo.de/busnetz2019 zu dem Vorhaben in allen Einzelheiten äußern. Dort sind auch Karten mit Detailbetrachtungen einsehbar.

In den ersten zwei Tagen seit Freischaltung des Onlinedialogs am 20. Juni verzeichneten die Stadtwerke nach eigenen Angaben mehr als 7000 Zugriffe – so viel wie auf keiner anderen Internetseite des Unternehmens. Über 120 Anmerkungen seien bis dahin eingegangen.

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