Bundesweites Pilotprojekt Studenten „designen“ für Bahnhofsmission Osnabrück

Von Mona Alker

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Osnabrück Ein halbes Jahr lang haben Hochschulstudenten des Studiengangs „Industrial Design“ in Osnabrück die Arbeit der Bahnhofsmission wissenschaftlich untersucht. Nun präsentierten sie der Bahnhofsmission Osnabrück ihre Ideen für ein verbessertes Leistungssangebot im Diakoniewerk als bundesweites Pilotprojekt.

„Im Studiengang Industrial Design beschäftigen wir uns eigentlich damit, wie man Produkte – zum Beispiel Schuhe – so gestalten kann, dass die Leute das Produkt kaufen möchten“, erklärte Bastian Beate, der das Projekt für die Hochschule begleitet hat. Die Gestaltung umfasse dabei nicht nur Aussehen, sondern auch Funktion des Produkts. Diesmal war das Produkt jedoch kein Schuh, sondern das Leistungsangebot der Bahnhofsmission.

Zielgruppen im Blick

Die Bahnhofsmission, deren Träger der Caritasverband und das Diakonische Werk in Stadt und Landkreis Osnabrück sind, bietet derzeit verschiedene Hilfsangebote für Reisende oder Menschen in Notlagen an. „Wir wollten wissen, ob wir die Menschen mit unseren Angeboten überhaupt erreichen“, sagte Marcel Bohnenkamp, Leiter der Bahnhofsmission Osnabrück. Es sei ihm wichtig, dass die Angebote der jeweiligen Zielgruppe entsprächen, egal ob Familie, Rollstuhlfahrer, Geschäftsreisender oder Obdachloser. Die Idee zur Zusammenarbeit mit der Hochschule entstand, als Bohnenkamp und Beate sich zufällig begegneten und einig waren, dass die aktuellen Angebote der Bahnhofsmission überarbeitet werden müssen. (Weiterlesen: Wie die Bahnhofsmission Osnabrück Reisenden und Gestrandeten hilft)

Ein halbes Jahr Arbeit

Nach einem halben Jahr Recherche, Ideenfindung, Forschung und Konzeptionierung stellten die 27 Studenten insgesamt acht Projekte mit einem kurzen Video vor. Darin zeigten sie das Ergebnis ihrer Arbeit anhand von Prototypen. Sie präsentierten unter anderem eine Smartphone-App, die Fahrpläne anzeigt und eine Chat-Möglichkeit mit der Bahnhofsmission beinhaltet, sowie einen interaktiven Informationstisch, der als Orientierungshilfe am Bahnhof, aber auch für die Umgebung dient. Zudem stellten die Studenten einen Gepäcktransporter vor.

Sozialer Aspekt betont

„Wir schauen uns jetzt an, was davon umsetzbar ist“, so Bohnenkamp. Die Studenten äußerten sich positiv zu ihrer Arbeit mit der Bahnhofsmission. „Das ist thematisch mal ganz anders als das klassische Industrial Design“, sagte Bela Schöning. Lisi Vogel schätzte den sozialen Aspekt der Arbeit: „Es ist schön, dass ich die Möglichkeit habe, den Menschen das Leben im Alltag zu erleichtern und ihnen zu helfen.“ Mehrere Studenten äußerten zudem, dass sie die Bahnhofsmission bis zum Zeitpunkt des Projekts nicht gekannt hätten und deshalb bei ihren Projekten Wert darauf legten, den Bekanntheitsgrad der Einrichtung zu steigern. (Weiterlesen: Bahnhofsmission Osnabrück findet Weg aus der Krise)

Angebot verbessern

„Genau deshalb haben wir Studenten aus dem ersten Semester für dieses bundesweite Pilotprojekt engagiert“, sagte Bohnenkamp. Diese hätten noch einen freien und unbefangenen Blick auf die Arbeit der Bahnhofsmission, was für die Verbesserung des Leistungsangebotes besonders förderlich sei.


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