„Deutschlandweit einmalig“ Russlandhilfe aus Osnabrück: Mit einer Kuh fing alles an

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Urgesteine der ‚Russlandhilfe - Eine Kuh für Marx‘: Weibischof Clemens Pickel (l.) und Ottmar Steffan (Caritas). Foto: Stefan BuchholzUrgesteine der ‚Russlandhilfe - Eine Kuh für Marx‘: Weibischof Clemens Pickel (l.) und Ottmar Steffan (Caritas). Foto: Stefan Buchholz

Osnabrück. Die Russlandhilfe „Eine Kuh für Marx“ des regionalen Caritasverbandes feierte am Wochenende das 20-jährige Bestehen. Über 200 Freunden, Förderern und Unterstützern dankte der Wohlfahrtsverband mit einem Fest im Kloster Nette.

„Wir können sagen: Das, was im Rahmen der Russlandhilfe geleistet wird, sucht im Konzert der 27 Bistümer deutschlandweit seinesgleichen“, lobte Caritas-Direktor Franz Loth das vielfache Engagement nebst hauptamtlichen Mitarbeitern. Bestätigt habe ihm das jüngst Caritas International in Freiburg. Die 20 Jahre Hilfe für bedürftige Menschen in Russland ist „handfest und nachhaltig“, konstatierte Loth.

Erwachsen ist die Russlandhilfe „Eine Kuh für Marx“ in der Auflösungsphase der Sowjetunion. Anfang der 1990er Jahre berichteten russlanddeutsche Spätaussiedler verstärkt über gravierende Armut, die der Zusammenbruch der alten Ordnungsmacht verursacht hatte.

Katholische Kirchengengemeinden in Osnabrück etwa reagierten darauf spontan. Über das Netzwerk der Caritas organisierte man Transporte mit Lebensmitteln, Kleiderspenden und nötigen Dingen des Alltages, berichtete beim Fest Hubert Eichholz. „Mehrere 40-Tonner gingen so in den ersten Jahren nach Russland.“ Später habe man die Lebensmittel auch vor Ort durch Spenden kaufen können. Bis heute unterstütze man Waisenhäuser und Altenheime.

Ein weiteres Beispiel für die bis heute vielfältige Unterstützung der Russlandhilfe ist die Kleiderkammer der Osnabrücker Heilig Kreuz-Gemeinde. „Was wir dort nicht verkaufen, geht noch immer nach Russland“, sagte Ursula Schnieder. Spendengeld bekomme auch eine Ambulante Krankenpflege, die im Laufe der Jahre aufgebaut und finanzierte werden konnte. Sie sei ein Beispiel für Pionierarbeit, heißt es beim Caritasverband: Ambulante Hilfe gibt es im russischen Gesundheitssystem nämlich nicht.

Namensgeber der breitgefächerten Unterstützung für die Russlandhilfe ist das Projekt „Eine Kuh für Marx“. In Marx, einem Ort an der Wolga im südlichen Russland, bekamen mittellosen Familien dank Spenden eine Kuh, Material für den Stall und Futter für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Durch den Verkauf von Käse und Quark entsteht den Familien auch ein Zuverdienst. Koordinator der vielfältigen Hilfen ist auf russischer Seite Weihbischof Clemens Pickel. Im Gottesdienst zur Jubiläumsfeier sagte der deutsche Geistliche, die Russlandhilfe stehe für eine Bewegung. „Da hat Gott an den Herzen vielen Menschen angeklopft.“


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