Tag des guten Lebens für alle Osnabrücker zeigen praktische Alternativen zur Wachstumsgesellschaft

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Osnabrück. Am Samstag war „Tag des guten Lebens für alle“. Rund um das Geschäft Tara am Hannoverschen Bahnhof hatten sich Initiativen zu einem Aktionstag getroffen und zeigten ganz praktische Ideen für ein weniger verschwenderisches Leben im Alltag.

Wege, in der heutigen Zeit nachhaltig zu leben, nicht zu verschwenden und die Welt ein bisschen besser für alle zu machen, wollten die Initiativen zeigen, die sich am Samstag am „Tag des guten Lebens für alle“ beteiligten. „Praktische Alternativen zur Wachstumsgesellschaft“ standen beim Aktionstag am Wittekindsplatz im Mittelpunkt. Fahrrad statt Auto, Umweltschutz im Alltag, Kleidung tauschen statt wegwerfen und neu kaufen – all das sind Themen, die dabei helfen.

Eine ganz einfache Idee für alle, die eine Nähmaschine zuhause haben, zeigten Jutta Essl und Sandra Butke-Schaber. Essl ist Umweltkoordinatorin der Universität Osnabrück und schon von Berufswegen an Umweltthemen interessiert. Für sie müssen es aber nicht immer die großen Dinge sein. Gemeinsam mit Butke-Schaber hatte sie ihre Nähmaschinen mitgebracht und zeigte, wie einfach es ist, aus einem alten Betttuch eine Serviette oder aus gebrauchtem Jeansstoff einen kleinen Beutel zu nähen. Für beide ist es ein Ziel, möglichst wenig zu verschwenden.

Um die tägliche Verschwendung von Nahrungsmitteln geht es den Aktivisten von Foodsharing. Sebastian Kühl ist immer wieder überrascht, was die Supermärkte ihnen überlassen. Einen Teil davon hatten die Essensretter mit zum Aktionstag gebracht. „Wenn zum Beispiel Gemüse nicht mehr perfekt aussieht, wird es normalerweise weggeschmissen“, berichtet Kühl. „Dabei ist alles noch problemlos genießbar.“ Hier greifen die Aktivisten ebenso ein wie bei eingedrückten Schokokuss-Packungen. Bei acht Supermärkten holen sie mittlerweile die Nahrungsmittel ab und geben sie über ihre öffentlichen Kühlschränke in Haste und der Wüste ab. Auch ein Weg, die Verschwendung einzudämmen und gleichzeitig etwas für den sozialen Ausgleich zu tun.

Die Idee zu dem Aktionstag hatten Sarah Karow-Lodter von Tara – Unverpackt genießen und Hanna Braun von der Hochschulgruppe NEO. „Wir wollten verschiedene Initiativen aus Osnabrück zusammenbringen“, erklärt Karow-Lodter. Dazu habe sie gern den Bereich rund um ihren Laden zur Verfügung gestellt. „Wir wollen zeigen, dass die Ideen mittlerweile im Mainstream angekommen sind.“ Dabei haben sich die beiden Initiatorinnen an dem seit 2013 begangenen „Tag des guten Lebens für alle“ orientiert. In den nächsten Jahren könnte die Aktion in Osnabrück sogar noch größer werden.

„Wir mussten einigen Interessenten absagen“, berichtete die Unternehmerin. Gründe für eine Abkehr von der Wachstumsgesellschaft gibt es für die beiden genug. Die Verschwendung habe in allen Bereichen ein Niveau erreicht, bei dem die heutige Gesellschaft auf Kosten der Zukunft und der armen Bevölkerung in den Entwicklungsländern lebe. Studentin Braun sieht die Konsumgesellschaft an sich kritisch. „Wenn man sich an den schönsten Moment der letzten Woche erinnern soll, denkt man normalerweise nicht daran, was man sich gekauft hat.“ Gemeinsam Erlebtes sei da deutlich wertvoller.


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