Theater, Tanz und Trommeln Buntes Afrika-Fest am Marienheim in Sutthausen

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Ausgelassene Stimmung 
              
              herrschte mitunter beim Afrika-Fest rund um das Marienheim am Gut Sutthausen. Foto: David EbenerAusgelassene Stimmung herrschte mitunter beim Afrika-Fest rund um das Marienheim am Gut Sutthausen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Klein, aber fein: Ein buntes Programm für alle Sinne zum Thema „Kindheit in Afrika“ hat der Afro-Info-Pool am Sonntag auf die Beine gestellt für das zweite Afrika-Fest rund um die Berufsbildenden Schulen im Marienheim am Gut Sutthausen.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen September veranstaltete die von afrikanischen Migranten zur Verbesserung der Lebens- und Gesundheitssituation ihrer Landsleute ins Leben gerufene Initiative dort zum zweiten Mal das internationale Präsentations- und Begegnungsfest, nachdem sich die Stadt aus der Ausrichtung des größeren Afrika-Festivals in der Innenstadt zurückgezogen hatte. Nicht zuletzt aufgrund der höheren Anzahl an Sponsoren sei das breit gefächerte Aktions- und Informationsprogramm für die ganze Familie „professioneller“ geworden, verkündete Organisatorin Julie Tiemann-Nagata zufrieden.

Kindheitserinnerungen aufgefrischt

Auf der Bühne traten Tanzgruppen aus dem Sudan und aus Münster auf sowie ein Theaterensemble mit Schauspielern aus fünf verschiedenen Bundesländern, die ein Stück zum diesjährigen Thema „Kindheit in Afrika“ zeigten. In einem zum kleinen Kinosaal umfunktionierten Nebenraum gab es dazu einen Dokumentarfilm mit Interviews von Migranten aus unterschiedlichen afrikanischen Staaten zu sehen. Prägende Kindheitserinnerungen wurden auch mit Fotos aufgefrischt, die über eine große, selbstgezeichnete Landkarte verteilt waren, die den gesamten Kontinent vom Maghreb bis zur südafrikanischen Republik erfasste – und auch mit einem Live-Bericht. Das Osnabrücker Zentrum für Flüchtlinge Exil informierte über seine Arbeit und ein DJ sorgte auch zwischen den einzelnen Auftritten für gute Laune und Bewegung.

Perlenarmbänder und Bananenflanken

Typische Trachten aus unterschiedlichen afrikanischen Ländern waren nicht nur auf einer Modenschau mit interessanten Erläuterungen zu sehen. Frisch zubereitete landestypische Gerichte und Finger Food-Spezialitäten etwa aus Kenia, Ghana oder Nigeria konnten probiert werden. Wer wollte, konnte Perlenarmbänder selbst gestalten, Hüte aus Zeitungspapier basteln, beim „Afro-Shopping“ afrikanisches Kunsthandwerk, Textilien oder sogar Trommeln erwerben, oder einfach nur am Glücksrad drehen.

Für die Kinder unter den neugierigen Besuchern standen Tische zum Schminken und Haarflechten zur Verfügung, zudem eine große Hüpfburg im Schatten der noch größeren Roteiche im idyllischen Park sowie neben einer klassischen Torwand eine afrikanische Variante mit vier Löchern, die mit Bällen aus Bananenblättern beschossen werden konnte.

Mit „afrikanischer Mentalität“ angesteckt

Mit Bällen aus „Plastiktüten“ oder mit „unreifen Apfelsinen“ habe er in seiner Kindheit in einem kleinen Dorf in Benin barfuß Fußball gespielt, erinnerte sich Pastor Roland Kpadonou von der katholischen Dom-Gemeinde, der vor dem Eröffnungsgebet daran erinnerte, dass in seiner Heimat viele Kinder „selbst arbeiten müssen, um ihre Zukunft zu sichern“. Der Wunsch der gastgebenden Schwester Eva-Maria aus dem Marienheim, dass etwas von der „afrikanischen Mentalität“ herüberschwappe, erfüllte sich schnell, als noch vor der offiziellen Begrüßung durch Bürgermeisterin Birgit Strangmann die wie die Organisatorin aus Kamerun stammende Trommlergruppe Mamadou gemeinsam mit Freunden aus Bielefeld die Gäste zum ausgelassenen Tanzen animieren konnte.


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