Aktionstag im Rathaus In Osnabrück gibt es weiterhin Unterstützung für Flüchtlinge

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Unterstützung ist weiterhin gefragt:  Ehrenamtliche trafen sich beim Aktionstag „Engagiert für und mit Geflüchteten“ im Osnabrücker Rathaus. Foto: André HavergoUnterstützung ist weiterhin gefragt: Ehrenamtliche trafen sich beim Aktionstag „Engagiert für und mit Geflüchteten“ im Osnabrücker Rathaus. Foto: André Havergo

Osnabrück. Die gesamtgesellschaftliche Welle der Unterstützung ist vorbei, doch in Osnabrück ist das Engagement für Flüchtlinge weiterhin groß. Am Aktionstag „Engagiert für und mit Geflüchteten“ wurden die Leistungen der Ehrenamtlichen gewürdigt.

„Heute sind diejenigen da, die durchgehalten haben, die nicht aufgehört haben, als der Trend vorbei war.“ Mit diesen Worten begrüßte die Osnabrücker Integrationsbeauftragte Seda Rass-Turgut die Besucher im Ratssaal. Flüchtlingshilfe ist nicht mehr in Mode, das bestätigte Rass-Turgut auch im Gespräch mit unserer Redaktion.

„Die Unterstützung ist deutlich weniger geworden als am Anfang. Nach dem Foto des ertrunkenen Flüchtlingsjungen hatte ich jeden Tag bis zu 80 Mails im Posteingang, und weinende Väter und Mütter haben angerufen und gefragt, wie sie helfen können.“

Die Zahl der in Osnabrück ankommenden Flüchtlinge sei zwar zurückgegangen, doch nach der Flüchtlingswelle 2015 beginne die echte Integrationsarbeit erst jetzt. „Kuscheltiere und Fußbälle waren nie unser Problem“, sagt Seda Rass-Turgut. „Wir brauchen noch mehr Sprachkurse, und wir brauchen noch viel dringender als 2015 Menschen, die Haltung zeigen.“

Aus Gesprächen mit den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe wisse sie, dass sich die Freiwilligen in den letzten Monaten immer häufiger verteidigen müssten – der Stimmungsumschwung in der Gesellschaft sei für alle spürbar. In Osnabrück könne man mit der allgemeinen Unterstützung trotzdem zufrieden sein, in anderen Städten habe sie viel stärker abgenommen.

Ganz ähnlich äußerte sich auch Stadtrat Wolfgang Beckermann in einer kurzen Ansprache: „Angela Merkel sagte 2015 auf der Bundespressekonferenz: ‚Wir schaffen das.‘ Und wir in Osnabrück haben es auch geschafft.“ Beckermann hob außerdem hervor, dass sich der Aktionstag im vergangenen Jahr noch auf das Engagement für Flüchtlinge beschränkt habe. In diesem Jahr gehe es aber ausdrücklich um das Engagement für Flüchtlinge und mit Flüchtlingen.

Dazu passend präsentierten die beiden Bundesfreiwilligendienstler Nathalie Albrecht und Colin Partington einen kurzen Film über das von ihnen initiierte Projekt „Neu-Osnabrücker Willkommen“. Dabei werden Flüchtlinge ermuntert, sich ehrenamtlich zu engagieren – so wie die im Film zu sehende Ayda Alamani, die ehrenamtlich in einem Altenheim arbeitet.

Viele lobende Worte bekamen die Ehrenamtlichen auch von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, der zwar seinen „Impulsvortrag“ zu einer flammenden Rede gegen die CSU und gegen die gesellschaftliche Verrohung ausbaute, darüber aber nicht sein eigentliches Thema vergaß. „Das, was Sie für die Gesellschaft tun, ist mit Geld nicht zu bezahlen!“


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