500 Fußballbegeisterte im Anyway Dramatische Momente, frenetischer Jubel beim Public Viewing

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Osnabrück. Letzte Minute, letzte Chance – Tor! Das von Anfang bis Ende spannende Match Deutschland gegen Schweden wurde natürlich auch in Osnabrück überall gemeinsam verfolgt. Zum Beispiel im Anyway an der Martinistraße. Bei frischen Temperaturen, aber trockenem Wetter fieberten 500 Fans dem Sieg der Nationalelf entgegen.

„Ein Spiel dauert 90 Minuten und am Ende gewinnen die Deutschen“ dieser so oft zitierte Satz des ehemaligen englischen Nationalspielers Gary Lineker, traf am Samstagabend nur beinahe zu. Ganze 94 Minuten und 42 Sekunden mussten die Fans bangen, bis Toni Kroos den erlösenden 2:1 Siegtreffer erzielte. Das hatten sich viele Besucher des sprichwörtlich „Rudelgucken“ genannten Public Viewing im Anyway zu Beginn der Partie deutlich einfacher vorgestellt.

Vorbild Rudi Völler

„Ich rechne mit einem klaren 3:1 für Deutschland, sie müssen gewinnen und das werden sie auch auf dem Platz zeigen“ so Hendrik aus Osnabrück. Um zu verdeutlichen, in welche Richtung es gehen soll, trug er nicht nur ein Trikot von Rudi Völler, sondern sah dem Weltmeister von 1990 mit seiner prägnanten Frisur auch zum Verwechseln ähnlich. Auch zahlreiche andere Fans waren im Dress der Nationalmannschaft gekleidet, hatten Deutschlandfahnen dabei und schwarz-rot-goldene Schminke im Gesicht.

Als Anhänger des schwedischen Teams gab sich jedoch niemand zu erkennen. Mit Anpfiff der Partie herrschte sofort eine erwartungsvoll gespannte Stimmung unter den auf Bierzeltbänken sitzenden Besuchern. Die Elf von Nationaltrainer Joachim Löw bot in den ersten 25 Minuten ein schnelles, auftrumpfendes Spiel mit gefährlichen Torchancen.

Wildfremde lagen sich in den Armen

Schlagartig gedämpft wurde die Euphorie der Fans durch die schwere Verletzung von Sebastian Rudy und den kurz darauf erzielten Führungstreffer der Schweden in der 32 Spielminute. In der zweiten Halbzeit dauerte es dann nur drei Minuten, bis Marco Reus mit seinem Ausgleichstreffer für frenetischen Jubel unter den bangenden Zuschauern sorgte. Das war der Moment, in dem sich wildfremde Leute in dem Armen lagen. Public Viewing von seiner schönsten Seite.

Ein Moment, der sich schließlich kurz vor Spielende wiederholte, als eine mittlerweile in Unterzahl spielende deutsche Mannschaft das kaum noch für möglich gehaltene Siegtor erzielte. Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr, unter den Klängen des Queen-Klassikers „We are the Champions“ wurde voller Euphorie gefeiert. „Jetzt ist alles möglich, mit diesem neuen Selbstbewusstsein wird die Mannschaft die nächsten Spiele rocken“ meinte Studentin Tina, die nun auch die kommenden Partien der Nationalelf beim Public Viewing anschauen möchte.

Gut fürs Geschäft

Für Sascha Turrek vom Anyway brachte der Sieg der Nationalmannschaft und somit die Wahrung der Chance auf eine Titelverteidigung nicht nur aus sportlicher Sicht pure Erleichterung. „Wären die Deutschen tatsächlich vorzeitig aus dem Turnier ausgeschieden, hätten wir schon nach der Vorrunde packen können. Eine WM ohne Beteiligung der eigenen Mannschaft gucken die Leute höchstens noch zu Hause“ so der erfahrene Veranstalter.

Nun hofft er bei den nächsten Spielen auf eine noch größere Resonanz und natürlich, wie an diesem Abend, auf weitere Siege der deutschen Elf.


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