„Christiane sucht Helden“ Typisierungsaktion für leukämiekranke Lehrerin in Sutthausen

Von Anke Gehrs

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294 neue, potenzielle Knochenmarksspender brachte die Typisierungsaktion für eine an Leukämie erkrankte Grundschullehrerin aus Sutthausen. Foto: Anke Gehrs294 neue, potenzielle Knochenmarksspender brachte die Typisierungsaktion für eine an Leukämie erkrankte Grundschullehrerin aus Sutthausen. Foto: Anke Gehrs

ahg Osnabrück/Georgsmarienhütte. „Christiane sucht Helden“ – unter diesem Motto fand am Freitag in der Grundschule Sutthausen eine Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Lehrerin Christiane Berlin-Schwake statt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 294 neue potenzielle Knochenmarksspender, 2600 Euro Geldspenden und zusätzlich 1500 Euro, die von Kindern der Grundschule Sutthausen im Vorfeld gesammelt wurden.

„Gerade jetzt kommt meine Mutter aus dem Krankenhaus nach Hause, nach zwei Monaten zum ersten Mal“, berichtete Marius Schwake, der die Registrierung tatkräftig unterstützte, genau wie seine Schwester Lisa sowie die Nichte und die Schwester von Christiane Berlin-Schwake. Die Georgsmarienhütterin wäre möglicherweise sogar selbst gekommen, soll aber Menschenansammlungen wegen der Infektionsgefahr noch meiden.

Chemotherapie drei Tage nach der Zufallsdiagnose

Erst Anfang Mai war bei ihr eher zufällig der Blutkrebs festgestellt worden. Drei Tage später wurde schon die erste Chemotherapie im Klinikum Osnabrück gemacht. Kurz danach stand fest, dass eine Stammzelltransplantation nötig sein wird.

„Für neun von zehn Erkrankten wird ein passender Spender gefunden“, sagte Andrea Rüther, die für die Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS) vor Ort war. Die Zahlen seien dank der vielen Typisierungen erst vor Kurzem nach oben korrigiert worden. Jede Woche organisiert die DKMS bundesweit mehrere Aktionen. Knappe zehn Minuten dauert es, sich in die Spenderdatei aufnehmen zu lassen. Dazu wird mit drei Wattestäbchen ein Abstrich der Wangenschleimhaut genommen. Weil jede Probe Kosten in Höhe von 35 Euro verursacht, ist die DKMS auch auf Geldspenden angewiesen.

Schüler, Eltern und Kollegen voller Tatendrang

Innerhalb von drei Wochen hatte die Grundschule Sutthausen gemeinsam mit der DKMS die Typisierungsaktion organisiert und Helfer aus Kollegium und Elternschaft mobilisiert. Seit 1996 unterrichtet Christiane Berlin-Schwake hier und hat viele Schülergenerationen betreut.

Wie hatten die Grundschüler die Nachricht von der lebensbedrohlichen Krankheit ihrer Lehrerin aufgenommen? Schulleiterin Martina Lade berichtete: „Die Kinder waren natürlich sehr betroffen. Viele kannten Krebserkrankungen aus ihrem Umfeld. Es war gut für sie, dass sie gleich aktiv etwas unternehmen konnten, um ihrer Lehrerin zu helfen.“

Kleines Dankeschön für jeden potenziellen Spender

Und das taten sie: Die Schüler sammelten von sich aus an den Nachmittagen Spenden und bekamen fast 1500 Euro zusammen. Alle Klassen bastelten Glückskleeblätter als Dank für jeden Spender, die vierten Klassen bereiteten am Freitag das Brötchenbüffet vor. Die Zutaten dafür wurden von örtlichen Unternehmen gestiftet. Auch andere Geschäfte zeigten sich großzügig und verschenkten beispielsweise Gutscheine an die Spender.


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