Ein Bild von Sebastian Stricker
23.06.2018, 15:56 Uhr ANGEBOTSOFFENSIVE KOSTET GELD

Wie viel ist Osnabrück der ÖPNV eigentlich wert?

Kommentar von Sebastian Stricker

Halt auf Verlangen: Bürger am Stadtrand von Osnabrück wollen nicht, dass das Busnetz durch Linienkürzungen und -streichungen zu ihrem Nachteil verändert wird. Foto: Michael GründelHalt auf Verlangen: Bürger am Stadtrand von Osnabrück wollen nicht, dass das Busnetz durch Linienkürzungen und -streichungen zu ihrem Nachteil verändert wird. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Ein paar Tage erst ist der Entwurf für das Osnabrücker Busnetz 2019 in der Welt, schon hagelt es Kritik von Bürgern. Und zwar berechtigt.

Denn der kommunale Verkehrsbetrieb plant Angebotsveränderungen, die besonders für Bewohner am Stadtrand schmerzvoll wären: in Atter und Hörne etwa, wo sich bereits Widerstand gegen beabsichtigte Linienkürzungen und -streichungen formiert. Aber auch in Widukindland und Gretesch, außerdem auf der Berningshöhe. Überall dort sollen schließlich auch Anbindungen und Haltestellen wegfallen, die nach Ansicht der Planer zu wenig genutzt werden, um ihren Erhalt zu rechtfertigen – erst recht mit Blick aufs begrenzte Budget, das den Stadtwerken für ihre Aufgabe zur Verfügung steht.

An diesen Beispielen entzündet sich die Gretchenfrage: Wie viel ist Osnabrück der öffentliche Nahverkehr eigentlich wert? Wer mehr Menschen zum Umstieg von Auto auf Bus bewegen will, muss ihnen ein besseres Angebot machen – und sich das auch etwas kosten lassen. Andernfalls bleibt die Neuordnung des Busnetzes ein Geben und Nehmen, das die Kluft zwischen Zentrum und Peripherie nur vergrößert.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN