Gesellschaftskritik und Traumsequenzen Drei Kunststudentinnen der Universität mit dem Piepenbrock Kunstförderpreis ausgezeichnet

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Am Freitag haben Wolfgang Lücke (v.l.), Thomas Rentmeister, Maria-Theresia Piepenbrock, Klaus Dierßen und Ursula Bode in Osnabrück den Piepenbrock Kunstförderpreis 2018 vergeben. Im Bild ist die Gewinnerarbeit „Hände“ von Charlotte Hoppenau zu sehen. Foto: Elvira PartonAm Freitag haben Wolfgang Lücke (v.l.), Thomas Rentmeister, Maria-Theresia Piepenbrock, Klaus Dierßen und Ursula Bode in Osnabrück den Piepenbrock Kunstförderpreis 2018 vergeben. Im Bild ist die Gewinnerarbeit „Hände“ von Charlotte Hoppenau zu sehen. Foto: Elvira Parton

Osnabrück. Helene Büker, Sarah Büchel und Charlotte Hoppenau wurden mit dem Piepenbrock Kunstförderpreis 2018 ausgezeichnet. Für ihre Arbeiten aus den Bereichen Medienkunst, Installation und Druckgrafik dürfen sich die Kunststudentinnen das Preisgeld in Höhe von 6000 Euro teilen.

Der Raum ist weiß. Darin befindet sich ein „White Cube“, ein nicht begehbarer weißer Würfel, aus dem eine Stimme dringt. Als säße dort ein Nachrichtensprecher. Jedoch: Die Worte ergeben keinen Sinn. Fast wie bei einem Dada-Gedicht sind Begriffe, die man aus aktuellen Schlagzeilen gewohnt ist, scheinbar wahllos aneinandergereiht. „Newsfaker“ heißt die audiovisuelle Installation von Helene Büker, die in den Räumen des Faches Kunst der Universität zu erleben ist. Die „Auseinandersetzung mit medialer Zensur“ der Kunststudentin wurde gerade mit dem Piepenbrock Kunstförderpreises 2018 ausgezeichnet.

Verleihung im Juni

Nachdem die 24. Ausgabe des Preises, der bisher traditionell kurz vor Weihnachten verliehen wurde, im vergangenen Jahr abgesagt wurde, haben sich Preisgeberin Maria-Theresia Piepenbrock von der Piepenbrock Unternehmensgruppe Berlin und die Leitung der Universität Osnabrück darauf verständigt, die Verleihung fortan im Juni durchzuführen.

Die zwischen der Veranstaltung im Jahr 2016 und heute liegende Zeitspanne von drei Semestern führte zu einer quantitativen Zunahme der Nominierungen.

Also durften die Juroren bei ihrem Rundgang ein großes Angebot an Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei, Druckgrafik, Szenische Kunst/Medienkunst, Grafikdesign und Fotografie begutachten. Neben Frau Piepenbrock hatten in diesem Jahr Professor Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück, Kunstkritikerin Ursula Bode aus Berlin, Professor Klaus Dierßen von der Universität Hildesheim und Professor Thomas Rentmeister von der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig die Beurteilung der nominierten Arbeiten übernommen.

6000 Euro Preisgeld

„Unsere Entscheidung war ob der großen Auswahl nicht einfach“, erklärte Maria-Theresia Piepenbrock anlässlich der Verkündung der Gewinner. Daher dürfen sich in diesem Jahr drei Studierende den mit insgesamt 6000 Euro dotierten Preis teilen.

Außer Helene Büker wurden Charlotte Hoppenau für ihre Kaltnadelradierungen mit dem Titel „Hände“ und Sarah Büchel für ihr Video „REM-Rebound“ ausgezeichnet.

Büchel beschäftigte sich mit den Traumtagebüchern von sieben Personen, die sie als Inspirationsquelle für ihr knapp fünfminütiges Video nutzte. Darin mischt sie abstrakte Traumelemente mit symbolischen Bildern und konkreten Szenen zu einem „emphatischen Nachempfinden“ der Traumsequenzen.

Der Betrachter fühlt sich trotz Wachzustand in eine virtuelle Traumlandschaft hineingesaugt. Die Musik, die Friedemann Liebaug als Soundtrack für den Film anfertigte, unterstützt das visuelle Geschehen.

Medienkunst, Installation und Druckgrafik

Während Büchels Film und die explizit politisch intendierte Arbeit von Preisträgerin Helene Büker der Medienkunst und dem Bereich der Installation zuzuordnen ist, widmete sich Charlotte Hoppenau dem klassischen Genre der Druckgrafik.

Ein Gedicht von Lyriker Rainer Maria Rilke inspirierte sie zu der Reihe „Hände“. In der ersten Zeile des Gedichts „Der Gefangene“ spricht Rilke von einer Gebärde. Sechs solche Gebärden zeichnete sie in Kaltadeltechnik, versetzte sie in ein lineares Netz, in dem die Gedichtzeilen zu lesen sind.

Im Rahmen einer Feierstunde in der Aula des Schlosses der Universität wurden am Abend die Preise offiziell verliehen und die Ausstellung eröffnet.

Piepenbrock Kunstförderpreises 2018 – Rahmenprogramm in den Räumen des Fachs Kunst, Gebäude 05, Seminarstraße 33:

So., 24. Juni, 16 Uhr, Sommerfest mit Performance-Präsentationen

Di., 26. Juni, 18 Uhr, Werkpräsentationen Zeitbasierte Kunst

Mi., 27. Juni, 18 Uhr, Filmpräsentation Dokumentarisches Essay


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