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Es geht voran in Osnabrück Investor stellt Bauantrag für Einkaufszentrum am Neumarkt

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Osnabrück. Unibail Rodamco Westfield hat am Freitagmorgen den Bauantrag für das Einkaufszentrum am Neumarkt übergeben. Ende 2020 solle „Oskar“ eröffnet werden, sagte Unibail-Manager Andreas Hohlmann. Die Investitionssumme: 130 Millionen Euro.

Es war eine ungewöhnliche Pressekonferenz in der Kleinen Ratskammer des Rathauses. Der Investor war mit großem Stab angereist: Andreas Hohlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der deutschen Sparte des französischen Konzerns, übergab persönlich die Unterlagen. Begleitet wurde er von drei Topmanagern des Unternehmens sowie zwei Architekten des Büros Kadawittfeld. „Das unterstreicht, dass wir heute einen wichtigen Schritt machen“, sagte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. „Nach den Jahren des Wartens und der Ungewissheit können wir sagen: Jetzt geht es an einem der wichtigsten Plätze im Zentrum der Stadt endlich auf einem privaten Schlüsselgrundstück weiter.“

Ungeduld in Osnabrück

Andreas Hohlmann, seit gut einem Jahr bei Unibail Rodamco Westfield, äußerte Verständnis für die „Ungeduld in Osnabrück“. „Wir haben aber nie wirklich an dem Projekt Oskar gezweifelt“, versicherte der Geschäftsführer. „Wir sind nach wie vor fest vom Einzelhandelsstandort Osnabrück überzeugt. Gemeinsam mit der Stadt und dem bestehenden Handel werden wir einen lebendigen und erlebnisreichen Ort kreieren, der die Osnabrücker ebenso sowie Menschen aus der nahen und erweiterten Umgebung in die Innenstadt führt und ihre Attraktivität langfristig steigern wird.“ Das Einkaufszentrum, das hausintern unter dem Arbeitstitel „Oskar“ geführt wird, werde als zentraler Gelenkpunkt der Innenstadt den Neumarkt mit der Universität und den Einkaufsstraßen verbinden.

Der Bauantrag umfasst 98 Ordner und ist nach den Worten von OB Griesert bereits sehr detailliert. Er geht davon aus, dass die Baugenehmigung bis Ende des Jahres erteilt werden kann. Mit dem Abriss der Schrottimmobilien am Neumarkt will Unibail im März 2019 beginnen. Die Eröffnung des Centers ist zum Weihnachtsgeschäft 2020 geplant.

Der geplante Haupteingang am Neumarkt. Grafik: Unibail Rodamco/Kadawittfeld

Zum Stand der Vermietung und über künftige Nutzer wollte sich Hohlmann nicht äußern. „Die Resonanz im Markt ist äußerst positiv, und die Gespräche mit etlichen interessierten Partnern verlaufen intensiv und erfolgreich.“ Unibail Rodamco hat sich vertraglich verpflichtet, das Center mindestens zehn Jahre selbst oder durch eine Tochtergesellschaft zu betreiben.

Endlich Rechtssicherheit

Vier Jahre nach Inkrafttreten des Bebauungsplans und Unterzeichnung des Durchführungsvertrages erreicht das 130-Millionen-Projekt damit die nächste Phase. Hohlmann begründete die Verzögerungen mit der langen Rechtsunsicherheit. Erst nach Rechtskraft der Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichts, das Normenkontrollklagen gegen den Bebauungsplan im Februar 2018 abgewiesen hatte, habe sein Unternehmen die Planungen mit Nachdruck vorantreiben können. „Wir wollten ein wirtschaftliches Risiko vermeiden“, so Hohlmann. Allein der Bauantrag habe gut drei Millionen Euro gekostet. Hohlmann erinnerte daran, dass Unibail die Immobilien am Neumarkt für eine „mittlere zweistellige Millionensumme“ gekauft hat – ohne Rücktrittsrecht. „Auch daran sehen Sie, dass wir überzeugt sind, hier ein erfolgreiches und nachhaltiges Projekt zu realisieren.“

Hoher Gastro-Anteil

Das Center wird auf 16500 Quadratmetern Verkaufsfläche etwa 80 Läden haben, darunter einen hohen Gastronomie-Anteil. Die Gastro-Schiene hat in den vergangenen Jahren in Mall-Konzepten immer größere Bedeutung erlangt. Es werde dabei das „Erleben“ im Mittelpunkt stehen, mit Markthallenatmosphäre sowie frischen und handgemachten Produkten, sagte der Unibail-Chef.

Architektur und Außendesign stammen aus dem Büro Kadawittfeld. Das Innendesign entwickelt die internationale Agentur Saguez & Partners. Eine Besonderheit sind hohen Fronten und Highlight-Fassaden im ersten Obergeschoss. Hohen Wert legten die Entwickler nach eigenen Angaben auf die Aufenthaltsqualität im Center. So seien in der geschwungenen Mall zahlreiche Loungebereiche vorgesehen, teilt das Unternehmen mit.

Hohlmann und Griesert äußerten sich zuversichtlich, dass das Einkaufscenter die gewünschte Anziehungskraft auf das weitere Umland ausüben wird. Knapp 800000 Menschen leben im direkten Einzugsbereichs Osnabrücks. Wichtig sei, dass der gesamte Handelsstandort Osnabrück an Attraktivität gewinne. Dann werde das Center nicht zur internen Konkurrenz, sondern zum Gewinn für Stadt und Region. Diesem Ziel dient auch die Neuvermietungsquote, die Stadt und Investor im Durchführungsvertrag ausgehandelt hatten. Darin ist unter anderem festegelegt, dass die Hälfte der Flächen und Geschäfte mit neuen Mietern belegt sein muss, die bisher in Osnabrück nicht vertreten waren oder ein zusätzliches Geschäft eröffnen wollen. Hohlmann versicherte, es liege auch im Interesse von Unibail, möglichst viele neue Angebote nach Osnabrück zu holen, um die Zentralität zu stärken. „Das tut dann allen gut.“

Neumarkt mit oder ohne Autos

Die Auto-Frage auf dem Neumarkt verfolgt der Unibail-Chef übrigens ganz entspannt. Für ihn sei nur wichtig, dass der Platz neu gestaltet werde und sich die Menschen dort wohlfühlten. „Ob mit oder ohne Autoverkehr ist uns egal, das sollen die Bürger entscheiden“, sagte Hohlmann


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