Konzert „die neue Seidenstraße“ Morgenland Festival zeigt „gemeinsamen Weg für die Zukunft“

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Auf der Probebühne: „Die Neue Seidenstraße“ mit Salman Gambarov, Ulzhan Baibussynova, Raushan Orozbaeva, Wu Wei und Bodek Janke (von links). Foto: Andy SpyraAuf der Probebühne: „Die Neue Seidenstraße“ mit Salman Gambarov, Ulzhan Baibussynova, Raushan Orozbaeva, Wu Wei und Bodek Janke (von links). Foto: Andy Spyra

Es gehört zu den Stärken des Morgenland Festivals, dass hier unterschiedliche Musiker aus unterschiedlichsten Regionen und Kulturen die Möglichkeiten ihres Zusammenspiels ausloten. „Die Neue Seidenstraße“ ist so ein Projekt.

Einen griffigen Titel hat Festivalchef Michael Dreyer einem Konzert gegeben, das am Freitagabend in der Lagerhalle stattfindet. „Die neue Seidenstraße“ steht über dem Programm, ein Titel, der anspielt auf das alte Netz aus Handelswegen, die von China über Zentralasien bis nach Italien führten. Dreyer ist dabei fasziniert von dem Umstand, dass neben Handelsgütern auch „Ideen, Religionen und Kulturen“ ihren Weg von Westen nach Osten und umgekehrt fanden, wie es im Programmheft heißt.

Für den Konzertabend hat Dreyer Musikerinnen und Musiker zusammengebracht, die eines verbindet: ihr biografischer Bezug zur Seidenstraße. Was verstehen sie unter dem Begriff von der „Neuen Seidenstraße?“ Wir haben sie befragt.

  • Raushan Orozbaeva aus Kasachstan spielt die Schalenhalslaute Kobys und ist Schamanin: „Für mich ist die neue Seidenstraße die Vereinigung von Kulturen, bei der Informationen ausgetauscht und Energien erneuert werden“, sagt sie.
  • Ulzhan Baibussynova stammt ebenfalls aus Kasachstan, spielt die zweisaidige Laute Dombra und singt mit betörender Stimme die Epen der Kasachsischen Tradition: „Für mich bedeutet die Neue Seitenstraße die Vereinigung verschiedener Musikgenres und die Freiheit, seine musikalischen Gedanken zu äußern.“ Weiterlesen: Orozbaeva und Baibussynova beim Morgenlandfestival
  • Salman Gambarov lebt in Baku in Aserbaidschan. Als Pianist lässt er klassische Elemente ebenso in den Jazz einfließen wie Skalen aus seiner Heimat: „Dieses Projekt ist für mich eine Möglichkeit, den Kontakt zu den reichen Traditionen des Ostens herzustellen und sie mit den Elementen der westlichen Kultur zu vereinen.“
  • Bodek Janke vereint die polnischen Wurzeln seines Vaters mit den kasachischen der Mutter. Musikalisch bewegt sich der Perkussionist und Schlagzeuger zwischen den Welten: Er hat klassisches Schlagzeug und Jazzschlagzeug studiert, aber auch klassische indische Musik und Tabla: Für ihn bedeutet die neue Seidenstraße „Verschmelzung von ganz Vertrautem und ganz Fremden auf engstem Raum.“
  • Wu Wei schließlich fasziniert mit seiner Virtuosität auf der chinesischen Mundorgel Sheng. Der in Berlin lebende Chinese verbindet Großes mit der neuen Seidenstraße: „Ein friedlicher Weg für alle ist das, der verschiedene Kulturen verbindet und so zu einem Weg wird für eine neue Kunst der Kommunikation und des Respekts zwischen verschiedenen Kulturen. Die neue Seidenstraße ist unser gemeinsamer Weg für die Zukunft!“

„Auf den Spuren von Babur“

Beginnen wird der Freitagabend mit einer Geschichtsexkursion. „Auf den Spuren von Babur“ steht über dem Konzert mit einem Quartett mit Musikern aus Afghanistan und Tadschikistan. Damit bewegt sich das Festival weiter Richtung Osten und in Richtung Indien.

Ansatz des Ensembles ist es, die reichhaltige Musiktradition des Mogulreiches zu ergründen, die sich entwickelt hat, nachdem Babur Chan das Reich auf dem indischen Subkontinent Anfang des 16. Jahrhunderts begründet hat. Das Quartett nähert sich dabei der traditionellen Musik aus einem modernen Blickwinkel – aber mit dem traditionellen Instrumentarium. So gibt es wieder einige Entdeckungen zu machen.

Homayun Sakhi spielt die Rubab, eine Schalenhalslaute, die gezupft wird und als das Nationalinstrument in Afghanistan gilt. Die zweisaitige Laute Dutar wird unter anderem in Tadschikistan gespielt und ist eine Verwandte der Dombra. Sirojiddin Juraev spielt dieses Instrument, wechselt aber auch zur Tanbur, einer Langhalslaute mit bis zu fünf Saiten. Und auch die Setar ist eine Langhalslaute aus Persien und Tadschikistan und wird gespielt von Mukhtor Muborakqadomov. Salar Nader schließlich spielt die Tabla, die Trommel der indischen Musik.


Auf den Spuren von Babur: Freitag, 22. Juni, 19 Uhr.

Neue Seidenstraße: Freitag, 22. Juni, 21 Uhr. Lagerhalle. Karten in den Geschäftsstellen der Neuen OZ, auf www.morgenland-festival.com und an der Abendkasse.

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