Preis für Grundschule Atter Entwicklungsminister zeichnet Erstklässler aus Osnabrück aus

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Osnabrück. Lauter „Hoffnungsträger“ hat Entwicklungsminister Gerd Müller beim Schulwettbewerb „alle für eine Welt für alle“ in Berlin begrüßt. Acht davon kamen aus Osnabrück. Die Erstklässler der Grundschule Atter wurden für ein Memo-Spiel ausgezeichnet, das sie mit Kindern aus Malawi gestaltet hatten.

Berlin. Nach zwei Stunden im gut aufgeheizten Meistersaal am Potsdamer Platz sind die Sieger etwas einsilbig: Was machen sie mit den 500 Euro, die ihnen ihr dritter Platz einbringt? „Keine Ahnung!“ Und wie fanden sie die Preisverleihung? „Heiß und langweilig!“

Es stimmt: Nach der Vergabe von 22 Preisen in fünf Kategorien und Altersklassen brauchten alle dringend einen Saft, um ihren Triumph noch einmal zu ermessen: 516 Schulprojekte waren eingereicht worden, 32.000 Schüler hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, mit denen das Entwicklungsministerium alle zwei Jahre Initiativen zu Nachhaltigkeit und globaler Fairness auszeichnet. Die Osnabrücker gehörten zu den Auserwählten, die am Donnerstag das Einlassbändchen am Handgelenk trugen.

Gewonnen hat die ganze Klasse, aber nur acht Kinder durften mit nach Berlin reisen. Streit um die Plätze gab es nicht, berichtet ihre Lehrerin Anja Hirschmann, die das Projekt mit ihrem Verein Magi (Malawian Girls) begleitet. Unter den Sechsjährigen waren viele Kinder wohl ganz froh, zu Hause bei ihren Eltern bleiben zu dürfen. Dabei brauchte in der Hauptstadt niemand Angst zu haben: Zur Sicherheit hatten sich nämlich alle die Telefonnummer ihrer Lehrerin aufs Bein geschrieben.

Ralph Caspers kennengelernt

Die Mutigen, die mitgereist waren, wurden mit drei schulfreien Tagen belohnt, an denen sie nicht nur einen Minister kennengelernt haben, sondern auch den lustigen Moderator der Preisverleihung: Ralph Caspers, einen echten Star des Kinderfernsehens. Zum Luftschnappen ging es nach dem Festakt außerdem noch mit dem Boot auf die Spree. Und am Abend besuchten die Kinder das Eine-Welt-Festival, bei dem die Gewinner eines flankierenden Song-Wettbewerbs auftraten.

Überzeugt hatten die Schüler aus Atter die Jury mit einem Memo-Spiel, das Alltagsszenen aus Deutschland und Malawi gegenüberstellt – und das mit selbst gemalten Bildern spielend die Sprachbarriere überspringt. Auch als Begegnung auf Augenhöhe wurde das Gemeinschaftswerk von Kindern aus Deutschland und Malawi gelobt. Eine Arbeit, aus der Freundschaft wird: Über Skype und Briefe, erzählt Hirschmann, wird der Kontakt die Schulkarriere der Kinder begleiten. Schon bei der Preisverleihung demonstrierten ihre Schülerinnen, wie sehr das Miteinander auf Gegenseitigkeit beruht: Modisch haben die Malawierinnen die deutschen Mädchen geprägt – die nun in afrikanischen Kleidern nach Berlin gefahren waren.

Nur wer ein Einlassbändchen trug, durfte in den Saal. Foto: Daniel Benedict

Im September wird das nächste Kapitel geschrieben: Dann veranstaltet die Grundschule einen Projekttag zum Thema Malawi. Hirschmann wird schon im Sommer wieder ins Land reisen und ein Frauenzentrum eröffnen. Und was wird nun aus dem Preisgeld? „500 Euro reichen genau für 100 Dosen Babymilch“, sagt Hirschmann. Mit denen wird jetzt das Waisenkind Anny gefüttert.


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