Tagung in Osnabrück Diakonie will Pflegeberuf attraktiver machen

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Symbolboto: Holger Hollemann/dpaSymbolboto: Holger Hollemann/dpa

Osnabrück. Wie lassen sich junge Menschen für den Pflegeberuf begeistern? Der evangelische Verband für Altenhilfe und Pflege in Niedersachsen (NEVAP) hat in einem zweitägigen Kongress in Osnabrück Antworten gesucht –und gefunden.

Der Mangel an Personal sei dramatisch, sagte NEVAP-Vorsitzender Christian Sundermann am Donnerstag in einem Pressegespräch. „Die Situation ist hanebüchen.“ Politik und Gesellschaft müssten sich ernsthaft die Frage stellen, wie es soweit habe kommen können. „Wir haben Veränderungen jahrelang angemahnt, sind aber nicht gehört worden“, so Sundermann.

Eine gute Bezahlung sei in den Einrichtungen der Diakonie in Niedersachsen selbstverständlich. Aktuell wichtiger sei es daher, den Pflegeberuf inhaltlich aufzuwerten und mit mehr Respekt zu betrachten. Die gesetzliche Neudefinition der Pflegebedürftigkeit biete nun die „große Chance“, auch das Berufsbild neu zu definieren. „Die Pflegekräfte sollen zu Managern der Pflege werden“, so Sundermann, die die Pflegebedürftigen und deren Angehörigen intensiv und fortlaufend beraten. Der Anspruch an den Beruf steige, auch die Verantwortung der Pflegekräfte. „Aber das macht den Beruf auch attraktiver.“ Sabine Weber, stellvertretende Verbandsvorsitzende, ergänzte, die Altenpflege sei heute noch zu sehr „verrichtungsorientiert“. Im Mittelpunkt stehe oft die konkrete Tätigkeit „wie das Waschen, Umbetten oder Kämmen“ und die Dokumentation derselben. In Zukunft werde der Blick auf „den ganzen Menschen“ gerichtet sein, und nicht nur auf das, „was er nicht mehr kann“.

Das Problem: Dieses Berufsbild findet in der Personalzumessung und Abrechnung noch keine Entsprechung, wie Rainer Helmers, Vorstandsmitglied und Geschäftsführer eines Pflegeheims in Rhauderfehn (Ostfriesland), erklärte. Beratungsleistungen etwa würden nicht entgolten und seien im Personalschlüssel nicht hinterlegt.

An dem Kongress in der Osnabrück-Halle nahmen 130 Profis aus der Pflegebranche teil. Sie tauschten sich auch über neue Qualitätsstandards in der Pflege und Altersarmut aus.


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