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21.06.2018, 16:00 Uhr BETROFFENE ALLEINE GELASSEN

Pflegestützpunkt in Osnabrück kommt viel zu spät

Kommentar von Sandra Dorn

Letzten Endes geht es auch beim Pflegestützpunkt ums Geld. Foto: dpa/Britta PedersLetzten Endes geht es auch beim Pflegestützpunkt ums Geld. Foto: dpa/Britta Peders

Osnabrück. Ein Euro pro Bewohner über 60. So viel ist den Pflegekassen in Niedersachsen die Beratung von Menschen mit Pflegebedarf wert, mehr haben die kommunalen Spitzenverbände nicht ausgehandelt.

Und nein, es ist kein Tippfehler: Bei der Bewohnerzahl gilt die Statistik von 2007. Die Rahmenvereinbarung, in der Kassen und Kommunen das festgelegt haben, stammt aus dem Jahr 2009. Völlig veraltet.

Das zeigt aber auch, wie irrsinnig spät Osnabrück dran ist. Denn genau damals gingen die ersten Pflegestützpunkte im Land an den Start. Die Stadt ist eine der letzten in Niedersachsen, die immer noch keinen Pflegestützpunkt eingerichtet haben, wo Betroffenen die Beratung finden können, die ihnen von Gesetz her zusteht. Kaum eine Kasse kommt ihrer Pflicht von selbst nach, wer Pflegeberatung braucht, wird alleine gelassen.

Letzten Endes geht es ums Geld, und damit auch um leistungsgerechte Bezahlung der Pflegefachkräfte. Die Stadt schießt 20000 Euro aus eigener Tasche hinzu – und konnte die Stellen für den Pflegestützpunkt trotzdem nur mit Ach und Krach besetzen, was dessen Einrichtung weiter verzögert hat. Bitter für all diejenigen, die verzweifelt auf Beratung warten. Und symptomatisch fürs System.


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